"Pro Neubeuern" will Frieden im Ort

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Die Diskussion über die Neugestaltung des Marktplatzes in Neubeuern geht nach der Fällung der Kastanien weiter. Die Initiative "Pro Neubeuern" fordert eine "offene und ideologiefreie Betrachtung" der Maßnahmen.

Neubeuern - Mit einem Flugblatt hat sich jetzt im Kastanien-Streit eine Initiative namens "Pro Neubeuern" zu Wort gemeldet. Sie unterstützt Bürgermeister Trost - und will Ruhe im Ort:

Hinter die Entscheidungen von Bürgermeister Josef Trost und der Gemeinderats-Mehrheit zur Fällung der Kastanien und der Umgestaltung des Marktplatzes stellt sich eine Initiative "Pro Neubeuern", die sich spontan gegründet hat. Zirka 250 Unterstützer hätten sich bisher mit ihren Zielen solidarisch erklärt, sagte Sabine Poll-Plonus - eine der Initiatorinnen - gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt.

In einem Flugblatt, das an die Neubeurer Haushalte verteilt wurde, ist von einer "spontanen Aktion" die Rede, die dazu dienen soll, nach den jüngsten Auseinandersetzungen um die Marktplatz-Neugestaltung zu einer "entspannten Atmosphäre im Ort" zurückzukehren. Die Unterstützer wünschen sich eine "offene und ideologiefreie Betrachtung der Maßnahmen" und akzeptieren die getroffenen Entscheidungen. "Wir ordnen uns nicht dem Meinungsbild unter, das über einige Wenige in den Medien vorgezeichnet wird/wurde", heißt es in dem Flugblatt weiter, zu dessen Unterzeichnern neben Poll-Plonus Hildegard Eutermoser, Regina Fischer, Ursula Lagler, Dr. Josef Mager, Richard Schwarz und Dorfwirt Fritz Vornberger gehören.

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In den Reihen der Unterstützer finden sich unter anderem auch Unternehmer Walter Schatt und Altbürgermeister Hans-Jürgen Tremmel. Der Zuspruch sei groß, noch immer gingen neue Unterschriften ein, sagt Poll-Plonus. "Da findet sich eine ganz große Bandbreite des Bürgertums. Wir wollen zeigen, dass es in Neubeuern nicht nur eine Sichtweise gibt", sagt die Mitinitiatorin, die die Auffassung vertritt, dass die Auseinandersetzungen der vergangenen Monate dem Gemeindeleben und dem Ansehen des Ortes geschadet hätten. Eine offizielle Unterschriften-Übergabe sei derzeit nicht geplant, auch keine weiteren Aktionen seien vorgesehen. Bürgermeister Josef Trost freut sich über diese Art der Unterstützung. "Es ist gut, dass jetzt auch die Gegenseite sichtbar wird, die dem Gemeinderat und dem Bürgermeister den Rücken stärkt." Für diese Form des Rückhalts sei er dankbar.

Ist das Bürgerbegehren zulässig?

Am kommenden Dienstag, 13. November, wird sich der Gemeinderat bei seiner nächsten Sitzung (Beginn ist um 19 Uhr im Rathaus) mit der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens befassen, das den Erhalt der mittlerweile gefällten Kastanienbäume und des Hofwirtsbichls zum Inhalt hat. Die Verwaltung werde dem Gemeinderat empfehlen, das Begehren für nicht zulässig zu erklären. Dies hätten rechtliche Prüfungen ergeben, in die unter anderem die Rechtsaufsicht beim Landratsamt und der Gemeindetag involviert gewesen seien. Details hierzu will Trost in der Sitzung erläutern, die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat.

Die Zank-Kastanien und ihre Verfechter

Wenig Verständnis bringt der Bürgermeister für einen Vorstoß von Gemeinderat Klaus Spatzier auf. Er hat zur nächsten Sitzung des Gremiums einen Antrag eingereicht, der den Erhalt des Hofwirtsbichls zum Inhalt hat und die sofortige Neupflanzung von ortsüblichen Bäumen fordert, sobald die Erdarbeiten am Marktplatz abgeschlossen sind. Es sei alles ausdiskutiert worden. Deshalb verstehe er nicht, warum Spatzier jetzt einen neuerlichen Vorstoß unternehme.

Der Initiativkreis Oberer Marktplatz wehrt sich indes gegen die jüngst vom Bürgermeister getroffene Feststellung, in Neubeuern werde eine "beispiellose Schlammschlacht" geführt. "Wer Sturm sät, wird Orkan ernten", schreiben Alois Heibl und Arnold Strasser in einer Presseerklärung und stellen klar, der Initiativkreis habe sich nie an einer solchen Schlammschlacht beteiligt. Wenn die Fällung der Kastanien nach den Buchstaben des Gesetzes auch möglich gewesen sei, so sei die Art und Weise, wie sie umgesetzt worden sei, angesichts des bereits laufenden Bürgerbegehrens dennoch "schäbig, hinterhältig und moralisch deutlich anfechtbar", heißt es in dem Brief, in dem nochmals die bereits bekannten Positionen des Initiativkreises aufgezeigt werden.

Kastanien weg: So sieht es jetzt am Marktplatz aus

Heibl und Strasser versichern, der Kreis sei nicht im geringsten an einer Spaltung oder einer Vertiefung der vorhandenen Gräben interessiert. Harmonie, Frieden und Zusammenarbeit könnten seiner Einschätzung nach in Neubeuern wieder erreicht werden. Der Initiativkreis sei bereit, den ersten Schritt für eine "brauchbare Lösung" zu machen. Voraussetzung: Bürgermeister und ein Großteil des Gemeinderates müssten den zweiten Schritt wagen. Wie der aussehen soll, wird in dem Schreiben nochmals klargelegt: Durch einen Verzicht auf die Abtragung des Hofwirtsbichls könnten etwa 100000 Euro an Kosten eingespart werden. Auch eine Nachpflanzung junger Kastanien am Marktplatz bringen die Unterzeichner ins Spiel.

tt/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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