Werden Sie Pate eines Flüchtlings

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Flüchtlinge beim Deutschkurs in den Räumen der sozialen Stadt.

Rosenheim - Für das Projekt „Paten für Flüchtlinge“ werden Ehrenamtliche gesucht, die sich für Flüchtlinge in Rosenheim engagieren wollen. Die Paten äußerten sich zufrieden.

Zur Zeit leben in der Stadt Rosenheim mehr als 90 Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten der ganzen Welt von Syrien über Afghanistan bis hin zum Senegal. Neben den offiziellen Institutionen kümmern sich in Rosenheim 20 Paten aus dem Stadt- und Landkreis um die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen.

Dieses Projekt „Paten für Flüchtlinge“ der Sozialen Stadt Rosenheim steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Beim Patentreffen, das aktuell in den Räumen der Sozialen Stadt, An der Burgermühle stattfand, bedankte sich neben Projektleiter Christian Hlatky von der Sozialen Stadt auch Christian Meixner, Leiter des Sozialamtes herzlich für dieses Engagement. Überschattet wurde das Treffen von dem schrecklichen Schiffsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa, bei dem fast 300 Flüchtlinge ums Leben kamen. Auch die meisten Flüchtlinge in Rosenheim können von traumatischen Erlebnissen auf ihrer Flucht berichten und hatten zum Teil großes Glück die Flucht überlebt zu haben.

Die Paten und ehrenamtlich Tätigen Barbara Pache-Markus, Andrea Kuba, Elisabeth Jordan, Gabriele Häcker, Manfred Kdaska, Maya Menthel, Daniel Birk und Veronika Rohr berichteten von den kleinen und großen Sorgen der Flüchtlinge. So sind die Erlebnisse vor und auf der Flucht für viele seelisch sehr belastend und die menschliche Zuwendung von Seiten der Paten wird von den Flüchtlingen gerne angenommen. Es werden gemeinsam Ausflüge unternommen, gekocht und in die Bibliothek gegangen. Auch Hilfen bei der Bewältigung täglicher Probleme, zum Beispiel wie schalte ich einen Herd ein und aus, wie bediene ich Wasserhähne, wo kann ich mir Möbel besorgen, oder wo finde ich einen Arzt, werden von den Paten geleistet.

Sehr zufrieden äußerten sich die Paten über die Zusammenarbeit mit dem Ausländeramt und dem Sozialamt der Stadt Rosenheim. „Wir finden bei beiden Ämtern einen große Unterstützung“, so die Patinnen Maya Menthel und Gabriele Häcker.

Ein ganz neues Projekt stellten die Schülerinnen Lisa Lanzinger, Angelina Sputh und Sophie Schmidt von der Mädchenrealschule mit ihrem Lehrer Carl-Philipp Baumgärtner vor.

Flüchtlingsfamilien werden in die Schule eingeladen, können von ihren Erfahrungen berichten und es wird gemeinsam gebastelt, gekocht und Deutsch gelernt.

Von großer Bedeutung ist es, dass die Flüchtlinge deutsch lernen. Neben den offiziellen Integrations- und Sprachkursen gibt es ehrenamtlich angebotenen Sprachunterricht bei Deutschlehrerin Veronika Rohr im Bürgerhaus Miteinander. „Ich mache das gerne und wir haben noch ein paar Plätze frei“, so Patin Rohr.

Aus dem Bürgerfonds der Stadtteilversammlung Altstadt Ost haben die Mitglieder dem Patenprojekt ein finanzielles Budget von 5.000 Euro zur Verfügung gestellt. Über den Einsatz der ersten Gelder konnten die Paten nun gemeinsam beraten. Es werden aus dem Fonds Deutschbücher finanziert, Busfahrkarten und Materialien für den ehrenamtlich organisierten „Nordtreff“ in der Bogenstraße. Weiter soll von dem Geld ein Deutschkurs und ein Kursus zur Alphabetisierung für Flüchtlinge gestartet werden.

Neu in der Runde stellten sich die seit Anfang Oktober für die Flüchtlinge in Stadt- und Landkreis zuständige Sozialpädagogin Agnes Hildebrandt vom Diakonischen Werk Rosenheim vor und Sabine Herrmann, Leiterin des Clearinghauses Rosenheim, eine Erstanlaufstelle für minderjährige Flüchtlinge. Die beiden Sozialpädagoginnen stehen auch den Paten bei Fragen gerne zur Seite.

In der anschließenden Diskussion sprachen sich die Anwesenden für einen größeren Schutz der jugendlichen Flüchtlinge nach dem Erreichen der Volljährigkeit aus. Oftmals droht eine Abschiebung, obwohl sich Jugendliche mitten in der Ausbildung befinden.

Wer Interesse hat eine Patenschaft für Flüchtlinge zu übernehmen, oder sich anderweitig persönlich oder finanziell engagieren möchte, kann sich gerne melden bei der Sozialen Stadt Rosenheim, Telefon: 08031/2321359, email: c.hlatky@grws-rosenheim.de, www.sozialestadt-rosenheim.de.

Laufend gesucht werden zudem Fahrradspenden und günstiger Wohnraum wie z.B. Einliegerwohnungen für Asylbewerber. Jeder in Rosenheim, der Wohnraum vermieten kann meldet sich bitte zur Absprache bei Wolfgang Klupp, Sozialamt, Telefon: 08031/365-1552.

Pressemeldung Soziale Stadt - Stadtteilentwicklung in Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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