Kundgebung in Rosenheim am Donnerstagabend

Zwei Naidoo-Gegner wollten aufs Festgelände

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Xavier Naidoo
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Rosenheim - Am Donnerstag tritt der umstrittene Sänger Xavier Naidoo mit den Söhnen Mannheims auf dem Rosenheimer Sommerfestival auf. Die zuvor angekündigte Gegendemonstration wurde nun abgesagt, das Bündnis "Kein Hass auf Rosenheims Bühnen" unterstützte aber die geplante Aluhutkundgebung von "Die Partei". Diese verlief laut Polizei ruhig.

UPDATE, Freitag, 11.25 Uhr

Ein friedliches Konzert und eine ruhige Gegenkundgebung hat die Rosenheimer Polizei am Donnerstagabend beim Auftritt von Xavier Naidoo erlebt. Allerdings versuchten einige Naidoo-Gegner, sich Zutritt aufs Festivalgelände zu verschaffen, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, Dr. Walter Buggisch, gegenüber Radio Charivari.

Die Demo selbst sei mit 25 Teilnehmern sehr klein gewesen. Ursprünglich hatten die Initiatoren eine Demo durch Rosenheim mit 300 Teilnehmern angemeldet. Der wurde aber kurzfristig abgesagt.

Quelle: Radio Charivari

UPDATE, Donnerstag, 22.15 Uhr: Bilder

Bilder von der Kundgebung gegen das Konzert der Söhne Mannheims

UPDATE, Donnerstag, 21.45 Uhr:

"Die Kundgebung ist auch bis zu Ihrem Ende, gegen 21 Uhr ruhig geblieben", erklärte ein Beamter der Polizeiinspektion Rosenheim auf Nachfrage von rosenheim24.de. 

Details würden zu gegebener Zeit in einer Pressemeldung veröffentlicht.

UPDATE, Donnerstag, 21.40 Uhr:

Die Kundgebung gegen den Auftritt der Söhne Mannheims in Rosenheim läuft nun schon seit 16.30 Uhr. Gegenüber Radio Charivari berichtete die Polizei vor Ort, es habe bisher noch keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Dies sei wohl auch dem aktuell schlechten Wetter geschuldet. Man müsse nun abwarten, wie sich die Lage am Abend entwickelt. Die Polizei sei nach wie vor auf alles vorbereitet. Man hoffe nach wie vor, dass beide Veranstaltungen störungsfrei ablaufen – sowohl das Konzert als auch die Kundgebung. 

UPDATE, Mittwoch 16 Uhr: Pressemitteilung der Stadt Rosenheim

Die Kundgebung zum Thema „Reichsbürger, Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Homophobie“ anlässlich des Konzerts der Söhne Mannheims am Donnerstag, 20. Juli 2017 auf dem Rosenheimer Sommerfestival findet auf der Brianconstraße statt. Dazu muss die Fahrbahn Richtung Kufsteiner Straße auf Höhe des Parkplatzes gegenüber des Eisstadions gesperrt werden. 

Die Protestkundgebung ist von 17 bis 22.30 Uhr angemeldet, die Sperrung der Brianconstraße erfolgt rechtzeitig vorher. Der Verkehr wird vor Ort von der Polizei geregelt. Da mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen von der Rathausstraße kommend, sowie von der Innsbrucker Straße in die Brianconstraße stadtauswärts zu rechnen ist empfiehlt die Stadt, entweder frühzeitig anzureisen oder den Bereich zu umfahren.

Erstmeldung

Es wird nicht ruhig um den Auftritt der Söhne Mannheims und das Mitglied Xavier Naidoo auf dem Sommerfestival in Rosenheim. Naidoo war wegen antisemitischer, sexistischer und homophober Texte und der angeblichen Nähe zu Reichsbürgern immer wieder in die Kritik geraten. Die Grüne Jugend Rosenheim forderte daher den Ausschluss von Xavier Naidoo von der Musikveranstaltung.

Kritik von mehreren Seiten

Die Mitglieder der Grünen Jugend sind jedoch nicht die einzigen Kritiker des Musikers. Auch die Rosenheimer SPD und das "Bündnis - Kein Hass auf Rosenheims Bühnen" drängten auf eine Ausladung der Band und damit eine Absage des Konzertes - erfolglos. Am Donnerstag wird sogar eine Aluhut-Kundgebung gegen Verschwörungstheorien, Homophobie und Antisemitismus organisiert. Unterstützung für die Aktion erhalten die Organisatoren auch vom Bündnis, wie dieses nun in einer Pressemitteilung mitteilt. Darin wird aber auch verkündet, dass die Anmeldung der geplanten Gegendemonstration zurückgezogen wurde.

Bündnis möchte Aluhutkundgebung keine Konkurrenz machen

In der Pressemitteilung erklärt das "Bündnis - Kein Hass auf Rosenheims Bühnen" nun die Hintergründe für die Absage der Demonstration:

"Diesen Donnerstag werden die Söhne Mannheims und mit ihnen Xavier Naidoo auf dem Rosenheimer Sommerfestival auftreten. Doch nicht erst seit dem kürzlich veröffentlichten Album „MannHeim“ ist vor allem Naidoo aufgrund seiner Aussagen und Nähe zur Reichsbürgerbewegung äußerst umstritten. Bereits 2015 zog der NDR die Nominierung Naidoos für den Eurovision Song Contest zurück und auch verschiedene (private) Sponsoren distanzierten sich von ihm. All dies ließ die Stadt Rosenheim unbeeindruckt. Nicht nur nannte ein Sprecher der Stadt Kritiker*innen in einem Atemzug mit Nazis und bezichtigte sie der „Gesinnungsschnüffelei“, auch ging die Stadt in keinem Wort auf die zahlreichen und teilweise schwerwiegenden Vorwürfe gegen Naidoo und die Söhne Mannheims ein. Aus diesem Grund wird am Donnerstag - politisch legitimiert durch die Stadt Rosenheim - einem Sänger die Bühne geboten, der Verschwörungstheorien anhängt und verbreitet, die Demokratie in Frage stellt und deren Vertreter*innen mit der „Forke“ vertreiben möchte, sowie Reichsbürger*innen in Ideologie und Tat nahe steht. Das „Bündnis – Kein Hass auf Rosenheims Bühnen“ hat erfolglos seit Ende letzten Jahres versucht, darauf aufmerksam zu machen. Erst kürzlich wurde von der Grünen Jugend, der Partei Die Partei und der Partei Die.Linke eine Kundgebung am Eingang des Sommerfestivals angemeldet, auf der unter anderem auf satirische Weise mit den Verschwörungstheorien Naidoos umgegangen werden soll. Dieser vielversprechenden Veranstaltung möchten wir keine Konkurrenz machen. Deswegen wurde die Anmeldung der für Donnerstag ebenfalls geplanten Demonstration gestern beim Ordnungsamt der Stadt Rosenheim zurückgezogen. Statt zur Demonstration ruft das „Bündnis – Kein Hass auf Rosenheims Bühnen“ zur Teilnahme an genannter Kundgebung auf. Diese beginnt um 18 Uhr. Im Anschluss daran lädt die Asta Kneipe zum Bullshit-Bingo mit den Best Offs der Söhne Mannheim. Weitere Infos unter keinhass.rosenheim.tk und facebook."

Pressemitteilung Bündnis - kein Hass auf Rosenheims Bühnen/jb

Quelle: rosenheim24.de

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