Prozess in Würzburg: Mord in der Psychiatrie

Weil er schnarchte: 28-Jähriger soll Mitpatienten (78) erstickt haben

Würzburg - Der Mordprozess gegen einen 28-Jährigen, der seinen Mitpatienten in einer Psychiatrie erstickt haben soll, geht weiter. Laut Anklage soll sich der Mann durch das laute Schnarchen des 78-Jährigen gestört gefühlt und diesen getötet haben.

Dazu wurden am Dienstag Gutachten verlesen und ein Zeuge vernommen. Mit einem Urteil ist frühestens am Freitag zu rechnen.

Laut einem Gutachten des bayerischen Landeskriminalamts wurden unter den Fingernägeln des Opfers DNA-Spuren gefunden, die zu dem Angeklagten passen. Der Gutachter und Rechtsmediziner Michael Bohnert sagte zudem vor Gericht aus, dass eine weiche Bedeckung von Mund und Nase des Opfers naheliegend sei.

Der Angeklagte gilt als schuldunfähig, er ist bereits seit 2007 wegen Brandstiftung in verschiedenen psychiatrischen Einrichtungen untergebracht. Neben dem Vorwurf des Tötungsdelikts bleibt für die Richter zu klären, ob die Anforderungen einer zweiten Maßregel gegeben wären. Am Freitag soll die Oberärztin des Bezirkskrankenhauses Straubing, in dem der Angeklagte untergebracht war, vernommen werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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