Prozess um totes Baby: Lügt die Mutter?

Die 23-Jährige am Montag vor Gericht.

Passau/Bad Griesbach - Im Prozess um das tote Baby in Passau werden Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Mutter (23) laut. Was der Sachverständige vor Gericht aussagte:

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Prozessbeginn: Mutter (23) schlug auf Baby ein 

Im Prozess um den mutmaßlichen Totschlag an ihrem Baby hat der Rechtsmediziner Zweifel an den Aussagen der angeklagten Mutter geäußert. Er soll klären, ob der kleine Bub tot oder lebend zur Welt gekommen ist. Am Dienstag wollte sich der Gutachter vor dem Landgericht Passau dazu allerdings noch nicht äußern. Er zweifle aber an dem von der Mutter geschilderten Geburtsablauf. Die 23-Jährige hatte am Montag ausgesagt, das Baby sei während der Geburt in den Mutterleib zurückgeglitten. Der Rechtsmediziner will sich nun mit einem Geburtshelfer besprechen.

Beim Prozessauftakt hatte die Mutter zugegeben, im niederbayerischen Bad Griesbach auf ihr Neugeborenes mit einer Zange eingeschlagen zu haben. Sie sei aber davon ausgegangen, dass das Kind nach der Geburt bereits tot war, weil es nicht geschrien oder geatmet habe. Mehr als eine Stunde lang habe sie versucht, ihren Sohn wiederzubeleben. Die Anklage geht dagegen davon aus, dass das Kind zunächst lebte. Die Frau hatte die Schwangerschaft vor ihrem Freund und ihrer Familie verheimlicht und das Baby im Mai 2010 allein im Badezimmer ihrer Wohnung zur Welt gebracht. Die Babyleiche wurde erst Monate später von ihrer Vermieterin und einem Nachbarn entdeckt. Der Prozess soll am 19. Juli fortgesetzt werden.

lby

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