Radler-Sünden werden teuer

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim - Radfahrer, die in der Fußgängerzone nicht absteigen, auf dem Gehweg radeln, Radweg oder Einbahnstraße in der falscher Richtung befahren, müssen damit rechnen, dass es in Zukunft teuer wird für sie.

Die kommunalen Verkehrsüberwacher haben die Radler in einer eineinhalbjährigen Probephase meist nur kostenfrei verwarnt. Jetzt wird es ernst für radelnde Verkehrssünder. Die Zeit des guten Zuredens ist vorbei.

Bis März 2010 konnten Radfahrer frech Verkehrsverstöße begehen, ohne mit einer Ahndung durch die Kräfte der kommunalen Verkehrsüberwachung rechnen zu müssen. Deren Befugnisse wurden damals erweitert, zunächst auf Probe. Aufgrund des Erfahrungsberichts der Verwaltung hat der Verkehrsausschuss des Stadtrats jetzt beschlossen, diese Praxis beizubehalten.

Zuvor war die Regelung kurios: Zwar konnten die Verkehrsüberwacher beispielsweise Verstöße auf einem gemeinsamen Fuß- und Radweg verfolgen, aber nicht auf einem Gehweg oder auf einem getrennten Geh- und Radweg.

Solcher bürokratischer Unsinn ist inzwischen beseitigt. Allerdings wurde eine gewisse Skepsis bestätigt: In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Schwierigkeit bei der Überwachung vor allem darin besteht, dass Radfahrer flink und beweglich sind. Nicht immer gelingt es, sie zu stoppen, wenn sie sich verkehrswidrig verhalten, noch dazu, wenn sie mit hohem Tempo unterwegs sind. Die Polizei hat laut Stadtverwaltung dasselbe Problem. Dies führt zu dem Missstand, dass ein schneller Radfahrer, der eine Ordnungswidrigkeit begeht und eine nicht zu unterschätzende Gefährdung für Fußgänger darstellt, leichter einer Strafe entgeht als einer, der langsam und für Fußgänger eher harmlos unterwegs ist.

Es ist logisch, dass die Aufgabe, Radfahrer zu verwarnen, für die Mitarbeiter des Außendienstes mehr Konflikte birgt als die Überwachung des ruhenden Verkehrs. Einen Strafzettel hinter den stummen Scheibenwischer zu klemmen ist eine Sache, sich mit einem protestierenden Radler auseinanderzusetzen, eine andere. Will ein Fahrradfahrer nicht sofort zahlen, muss er seine Personalien angeben. Manche radeln aber einfach davon.

Zu einem Radler kommt bald der Gerichtsvollzieher

Während der Testphase hat sich ergeben, dass die gezielte Überwachung der Radler nur mit einem erhöhten Personaleinsatz von mindestens zwei Mitarbeitern erfolgsversprechend ist. Deshalb konzentriert sich nun ab und zu ein zweiköpfiges Team weniger auf die Parksündern, sondern auf die Radler. In aller Regel verwarnten die Mitarbeiter Fahrradfahrer bisher gebührenfrei wiesen lediglich auf den Verstoß hin. Vom 1. Juli bis zum 15. August beispielsweise betraf dies 218 Radfahrer. 137 fuhren auf dem Gehweg, 68 durch die Fußgängerzone, 13 waren auf Radwegen in falscher Richtung unterwegs.

In Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Rosenheim führte die Verkehrsüberwachung zudem am 19. Mai eine Schwerpunktaktion "Radfahrer" durch. An zwei unterschiedlichen Kontrollpunkten in der Fußgängerzon waren dabei jeweils zwei Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung zusammen mit einem Polizeibeamten stationiert - und diesmal musste bezahlt werden. In vier Stunden erhielten Radler 70 gebührenpflichtige Verwarnunngen. Die Polizeibeamten unterstützten die Mitarbeiter der Stadt vor allem bei der Aufnahme der Personalien. Bei diesem Personalaufgebot - und vor allem in Anwesenheit der Polizei - trauten sich die Radler denn doch weniger, einfach davonzuflitzen.

56 Verwarnungen in Höhe von jeweils zehn Euro zahlten die Radler gleich. Die anderen erhielten schriftliche Verwarnungen. Zwölf überwiesen das Geld, gegen zwei wurden vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherhiet Oberland Bußgeldverfahren eingeleitet. Eine Radlerin hat inzwischen bezahlt, statt ursprünglich zehn Euro 33,50 Uhr. Bei dem zweiten Verweigerer hat sich der Betrag bis heute auf 43,50 Euro erhöht. In diesem Fall droht nun die Vollstreckung durch den Gerichtsvollzieher.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser