Einsatz für Bergretter

Rettungsdrama bei minus 20 Grad Celsius am Watzmannkar

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Ramsau - Bei frostigen minus 20 Grad Celsius gelang dem Rettungsteam der Bergwacht gemeinsam mit der Besatzung von Christoph 14 ein heikler Rettungseinsatz.

Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers Christoph 14 haben am Nachmittag des 25. Februar in einer rund zweieinhalbstündigen Aktion bei frostigen minus 20 Grad Celsius einen 20-jährigen Skitourengeher aus dem Watzmannkar gerettet. Der junge Teisendorfer hatte sich rund 200 Meter unterhalb des dritten Kinds so schwer am Knie verletzt, dass er selbst nicht mehr abfahren konnte. Aufgrund von Nebel und aufwirbelndem Schnee konnte der Hubschrauber die Unfallstelle zunächst nicht erreichen.

Weitere Tourengeher leisteten Erste Hilfe und setzten gegen 14.15 Uhr per Handy einen Notruf ab. Der Pilot konnte an der Einsatzstelle wegen des aufwirbelnden Schnees nicht landen und zunächst auch keine Retter per Tau beim Patienten absetzen, da sich der Unfallort nur knapp unterhalb der Nebeluntergrenze befand und ein Sichtflug aufgrund der umherziehenden Wolken zu gefährlich gewesen wäre – gerät der Hubschrauber dabei in den Nebel oder aufwirbelnden Schnee, hat die Besatzung keinen Orientierungspunkt mehr und kann nicht mehr sicher an- oder abzufliegen.

Die Retter forderten deshalb einen Polizeihubschrauber mit Rettungswinde nach. In der Zwischenzeit schaffte es Christoph 14 gegen 15.45 Uhr, zwei Ramsauer Bergretter rund 100 Meter unterhalb des Patienten per Tau ab Berg abzusetzen. Die beiden Retter stiegen zum Verletzten auf, übernahmen die medizinische Erstversorgung und kümmerten sich aufgrund der frostigen Temperaturen von -20 Grad um den Wärmeerhalt.

Winterbergsteiger sollten immer gut ausgerüstet sein

Währenddessen tankte die Reichenhaller Bergwacht mit dem nachgeforderten Kerosinanhänger den Hubschrauber wieder auf. Der Pilot schaffte es dann gegen 16.20 Uhr in einem günstigen Moment ohne Wolken, den in einem Rettungssitz gesicherten 20-Jährigen zusammen mit einem Retter per Tau abzuholen und zum Tallandeplatz der Bergwacht Ramsau auszufliegen

Der Hubschrauber-Notarzt und eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes versorgten den Teisendorfer weiter und fuhren ihn dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Die Ersthelfer und der zweite Bergwachtmann fuhren selbständig per Skier aus dem Watzmannkar ab. Der Polizeihubschrauber wurde nicht mehr benötigt.

Aufgrund der aktuell frostigen Temperaturen und der Tatsache, dass es im Ernstfall abseits des gesicherten Skiraums (Pisten) dauern kann, bis Hilfe eintrifft, erinnert die Bergwacht Chiemgau an ihre Warnung vom Freitag: Winterbergsteiger sollten immer so ausgerüstet sein, dass sie im Notfall auch einige Zeit biwakieren können und die Kälte nicht lebensgefährlich wird.

Pressemeldung des BRK Kreisverband Berchtesgadener Land

Quelle: BGland24.de

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