Ratgeber soll Senioren Überblick verschaffen

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Die Oma aus Beton war auf der Landesgartenschau im letzten Jahr ständig umschwärmt. In der Realität sieht es oft anders aus. Mit ihrem aktualisierten "Wegweiser für ältere Menschen" will die Stadt Senioren ermutigen, am gesellschaftlichen Leben weiterhin teilzunehmen.

Rosenheim - Die Stadt hat erneut den "Wegweiser für ältere Mitbürger" herausgegeben. Der Ratgeber soll älteren Menschen einen Überblick über Hilfsangebote und rechtliche Leistungen geben.

Konkret soll er helfen, sich bei der Vielzahl von Verbänden, Institutionen und Gruppen zurechtzufinden.

Viele ältere Menschen finden sich in der modernen Welt nicht mehr zurecht. Manche sind schon mit dem Alltag überfordert. Für sie ist der Wegweiser gedacht, aber gleichfalls für alle anderen, die auch in höherem Alter noch aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchten. "Die Stadt möchte dazu beitragen, dass die Grundvoraussetzungen für ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben für alle, also auch für unsere Senioren gegeben sind", sagt Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer im Vorwort.

Die Broschüre gibt viele Hinweise, beispielsweise auf den Seniorenbeirat der Stadt. Dieser funktioniert als Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung. Ehrenamtliche Senioren halten wöchentlich Sprechstunden ab: Wer selber alt ist, weiß am besten, wie sich ältere Menschen fühlen, welche Sorgen sie haben und warum sie möglicherweise nicht in der Lage sind, ihre Probleme selbst direkt in der Verwaltung vorzutragen.

Eine wichtige Stütze stellt der Besuchsdienst für Senioren dar. Nachbarschaftshilfe, die Rosenheimer Wohnbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt (GRWS), Diakonisches Werk, der Verein Pro Senioren und der Seniorenbeirat haben sich zusammengetan, damit ehrenamtliche Helfer alleinstehende Senioren für ein paar Stunden besuchen. Für manche, die im Alter einsam sind, ist der Spaziergang mit einem Menschen, der zuhört, ein Höhepunkt in der sonst gleichförmigen Woche.

Nach dem Krankenhaus, wie geht es weiter? Diese Frage stellen sich vor allem alleinstehende Senioren. Der Sozialdienst im Romed-Klinikum kümmert sich nicht nur um die Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen, sondern klärt auch die häusliche Versorgung, hilft bei der Anmeldung im Senioren- oder Pflegeheim, informiert über das Betreuungsrecht und nimmt sich älterer Patienten in Krisensituationen an.

Mit dem Alter nimmt die Sorge zu, Opfer einer Straftat zu werden. Zwar sind nach polizeilichen Erkenntnissen ältere Menschen weniger gefährdet als junge. Doch ein Merkblatt, zu beziehen über die Kriminalpolizei Beratungsstelle, gibt manchem vielleicht mehr Sicherheit.

Alter schützt nicht vor rechtlichen Problemen. Viele Senioren trauen sich nicht, etwa gegenüber einer Behörde auf ihr Recht zu pochen, weil sie nicht wissen, wie sie vorgehen sollen und weil sie keinen Rechtsbeistand bezahlen können. Die Rechtsambulanz im Beratungszentrum des Diakonischen Werks gewährt kostenfreie Rechtsberatung bei sozialrechtlichen Problemen für einkommensschwache Personen.

Auch wer alt ist, kann noch fit sein und will sich bewegen. Die Vereine in Rosenheim bieten mehr und mehr Seniorensport. Dies ist in der Broschüre zu finden, genauso wie das Angebot für ältere Menschen, die sich selbst engagieren wollen, etwa als Qualipaten oder Ämterlotsen.

Die Stichworte reichen von "Ambulante Dienste" über "Hausnotruf" oder "Tagespflege" bis zum "Zentrum Bayern Familie und Soziales".

Der "Wegweiser für ältere Mitbürger" ist ab sofort kostenlos im Sozialrathaus der Stadt Rosenheim, Reichenbachstraße 8, erhältlich. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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