Regelung der Schulsozialarbeit: kein Beschluss

Rosenheim - Auf seiner Sitzung fasste der Jugendhilfeausschuss keinen Beschluss für eine Regelung der Schulsozialarbeit an den Grundschulen. Auf Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wurde das Thema dort behandelt.

Im Rahmen seiner Begründung zum Antrag, die Stadt möge eine halbe Stelle für einen Schulsozialarbeiter an der Grundschule an der Prinzregentenstraße schaffen, schilderte Stadtrat Karl-Heinz Brauner (GRÜNE) die Situation an dieser Schule drastisch: Rosenheims mit ca. 400 Schülerinnen und Schülern größte Grundschule läge mitten in einem Sozialen Brennpunkt, habe einen Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien von über 60%, habe jedoch seit Februar 2010 keinen Schulsozialarbeiter mehr. Diese Situation versuchten die Lehrerinnen und Lehrer der Schule mit hohem Engagement aufzufangen, das sei jedoch keine Dauerlösung. Brauner befürchtet eine Überlastung der Lehrer, worunter dann alle zu leiden hätten.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer entgegnete, der Stadt sei die schwierige Situation an dieser Schule durchaus bewusst, die Stadt habe jedoch keinen Cent mehr im Sozialhaushalt. Im Übrigen bekomme diese Schule ab Oktober einen Sozialarbeiter im Umfang von 5-10 Stunden im Rahmen eines Projektes von ‚Pro Arbeit Rosenheim’. „Muss der Staat sich denn wirklich um jeden Einzelfall kümmern? Er kann es doch gar nicht! Wir haben hier auch noch wichtigere Entscheidungen zu treffen“, versuchte Bauer die Aussprache zu beenden.

Stadträtin Barbara Thum (WIR) gab zu bedenken, dass viel Geld für Schulsozialarbeit und ‚Qualipaten’ an den Hauptschulen investiert werde. Es sei jedoch viel effektiver, den Problemen bereits an den Grundschulen zu begegnen, das könne langfristig sogar Geld einsparen.

Stadträtin Ursula Meishammer (CSU) erläuterte, die Stadt verfolge weiterhin, über das Programm ‚Jugendsozialarbeit an Schulen’ (JAS) mit Landeszuschüssen eine halbe Stelle (20 Wochenstunden) an der Prinzregentenschule installieren zu können, der diesjährige Antrag sei abgelehnt worden, ein Antrag für das Schuljahr 2011/12 sei jedoch bereits gestellt. Voraussetzung sei nun, dass bis zur Entscheidung über diesen Antrag im Juli 2011 die Stadt an dieser Schule keine Schulsozialarbeit einrichte.

Auf Nachfrage der Stadträtin Elisabeth Jordan (SPD) wurde bekannt, dass die derzeit an den Grundschulen Astrid-Lindgren und Happing eingerichteten halben Stellen eines Schulsozialarbeiters zum Schuljahresende auslaufen würden. Die Stadt befinde sich aber bereits in Verhandlungen mit Sponsoren, um diese beiden Stellen weiter finanzieren zu können. Für die Prinzregentenschule sei hingegen die Einrichtung einer solchen Stelle ausschließlich über das JAS-Programm beabsichtigt. Für weitere Beratungen wurde der Antrag der Grünen an den Finanzausschuss verwiesen.

Elternbeiratsvorsitzender Martin Löwe zeigte sich nach der Sitzung dankbar, dass nun wenigstens eine ‚Notlösung’ geschaffen sei. „Offensichtlich hat erst der Druck der Elternvertreter bewirkt, dass eine seit 8 Monaten zugesagte Stelle nun plötzlich besetzt werden konnte“, so Löwe. Löwe stellte jedoch fest, dass man in der Sache keinen Schritt weiter sei: „5 bis 10 Stunden für einen Sozialarbeiter ist an unserer Schule höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein.

Dass der JAS-Antrag genehmigt wird, ist eher unwahrscheinlich, da Anträge von Hauptschulen Vorrang haben. Wir werden also weiter mit Nachdruck und allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln kämpfen müssen!“

Pressemitteilung Elternbeirat GSP

Quelle: rosenheim24.de

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