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Regionalflughafen Hof-Plauen vor dem Aus

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Eine Linienmaschine der Cirrus-Airlines steht  auf dem Flughafen Hof-Plauen vor dem Tower.

Hof - Vor zehn Jahren träumten Hof und Plauen dank des gemeinsamen Regionalflughafens von einer grenzenlosen Zukunf. Doch jetzt steht dieser wegen sinkenden Passagierzahlen, Flugausfällen und hoher Kosten vor dem Aus.

Die Turbulenzen rund um den Regionalflughafen Hof-Plauen reißen nicht ab. Erst wurden die Urlaubsflüge wegen der zu kurzen Landebahn gestrichen. Dann scheiterten die Pläne für eine neue, ausreichend lange Piste. Im vergangenen Jahr fielen dann auch noch zahlreiche Linienflüge nach Frankfurt der Vulkanasche des Eyjafjallajökull und der mangelnden Zuverlässigkeit des Linienbetreibers zum Opfer. Mittlerweile ist die Saarbrücker Fluggesellschaft Cirrus-Airlines vorzeitig aus ihrem Drei-Jahres-Vertrag ausgestiegen. Noch ist offen, ob sich zum Start des Sommerflugplanes 30. April ein neuer Linienbetreiber findet.

In der kommenden Woche läuft die Ausschreibungsfrist ab. “Wir hoffen, dass wir verwertbare Angebote bekommen“, sagt Flughafengeschäftsführer Hans-Jochen Weidner. Wenn nicht, wird sich die Stadt Plauen aller Voraussicht nach nicht mehr an der Finanzierung des Gemeinschaftsprojektes beteiligen.

Die Passagierzahlen sind dramatisch gesunken. Vor der Wirtschaftskrise nutzen noch 25 000 Menschen die Linie. Im vergangenen Jahr waren es nur noch knapp 15 000. Der Bund Naturschutz in Bayern spricht schon von einem “Millionengrab“. Jeder Passagier muss mit 1360 Euro subventioniert werden, rechnet Landesgeschäftsführer Richard Mergner vor.

Das Bayerische Wirtschaftsministerium spricht dennoch von einer unverzichtbaren Infrastruktureinrichtung für den Wirtschaftsstandort Hochfranken und das benachbarte Vogtland. Etwa zwei Drittel der Fluggäste sind Geschäftsreisende. Für sie stellt der knapp einstündige Flug nach Frankfurt mit der 30-sitzigen Propellermaschine die schnellste Verbindung zu ihren Zielen in Europa und Übersee dar.

Ein Geschäftsmann aus Plauen ist einer von nur acht Passagieren an einem ganz normalen Werktag. Seine Maschine hebt um 9.40 Uhr in Hof-Pirk ab. “Um 13.00 Uhr lande ich in London“, sagt der 39-Jährige. “Ohne die Linie müsste ich mit dem Auto nach Nürnberg oder München fahren, denn von Leipzig aus gibt es nur wenige Direktflüge“, beschreibt er die deutlich zeitaufwendigeren Alternativen.

Am Schalter geht es familiär zu. Man kennt sich. Zwei ältere Frauen nutzen die Maschine für ihren Weiterflug nach Tel Aviv. “Der Flughafen und die Linie müssen bleiben“, sagen die beiden Vielflieger. Alles andere wäre nicht nur für sie ein großer Verlust.

Seit fast 40 Jahren fliegen montags bis freitags drei Maschinen nach Frankfurt und zurück. In den 80er und 90er Jahren gab es sogar Linienflüge nach Mallorca, Kreta, Rhodos und Tunesien. “Die Charterflüge bräuchten wir halt wieder“, erinnert die Dame hinter dem Schalter an die besten Zeiten des Flughafens. “Da hat es gebrummt.“ Die Urlaubsflüge wurden trotz guter Zahlen im Jahr 2002 eingestellt. Mit knapp 1500 Metern war die Landebahn für Maschinen wie die Boeing 737 zu kurz.

Der Neubau einer 2500 Meter langen Piste scheiterte trotz eines Zuschussangebots des Freistaat Bayerns von knapp 31,8 Millionen Euro. Die finanziell klammen Städte und Landkreise beiderseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze konnten die fehlenden 40 Millionen Euro nicht schultern. Angebote internationaler Investoren entpuppten sich als Luftnummern.

Im vergangenen Jahr musste die am stärksten frequentierte Verbindung nach Frankfurt/Main am Montagmorgen wiederholt abgesagt werden. Die Maschinen konnten nicht eingesetzt werden, weil die Piloten nach dem Wochenende ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht einhalten konnten.

Nun hat auch noch der Stadtrat von Plauen seine weitere Beteiligung am Flughafen infrage gestellt. Von den für 2011 eingeplanten 150.000 Euro werden nur knapp 43 000 Euro für die ersten vier Monate ausgezahlt, bestätigte Stadtsprecherin Silvia Weck. Der Restbetrag ist bis zur Entscheidung über die Zukunft der Linie gesperrt. “Wir können wegen des Flughafens nicht Steuern erhöhen und soziale Leistungen abbauen“, sagt Bernd Barth, der Fraktionsgeschäftsführer der Linken im Plauener Stadtrat.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) steht zur Fortführung der Linie. Im Interesse der Region, sei der Freistaat bereit, die Strecke Hof-Frankfurt auch mit einem neuen Partner zu den bisherigen Konditionen weiter zu fördern. Und das sind immerhin 2,3 Millionen Euro pro Jahr.

dpa

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