Dicke Luft in Bad Reichenhall

Zu viel Verkehr in Bad Reichenhall - Kommt der Auentunnel oder der Kirchholztunnel?

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Dicke Luft in Bad Reichenhall - Auen- oder Kirchholztunnel?
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Bad Reichenhall - Kirchholztunnel oder Auentunnel? Zu dieser Frage lag für die vergangene Stadtratssitzung eine Bürgeranfrage vor. Auf Wunsch der Bürgerinitiative "Auentunnel-Saalach-Bad Reichenhall". Daraus wurde nichts:

"Oberbürgermeister stoppt Bürger-Anfrage!", so lautete der Wortlaut einer Presseinfo, die in unser Redaktion in dieser Woche einging. Und weiter hieß: "Der Oberbürgermeister von Bad Reichenhall, Dr. Herbert Lackner, stoppt Bürgeranfrage. Er will sie im Stadtrat nicht behandeln, weil die Wochenfrist nicht eingehalten sei. Abgegeben wurde sie am Dienstag, den 11. Juli. Die Sitzung ist heute am Dienstag, 18. Juli. Er hat ein persönliches Gespräch mit schriftlicher Stellungnahme für den 25. Juli fixiert."

Die Nachfrage bei der Stadt Bad Reichenhall bestätigt wie folgt: "Die Stadt Bad Reichenhall hat eine Bürgerfrage zum Auentunnel erhalten. Die Bürgerfrage ging leider nicht innerhalb der vorgeschriebenen Wochenfrist ein. Lediglich aus diesem Grund steht die Bürgerfrage nicht auf der Stadtratssitzung vom 18. Juli 2017 auf der Tagesordnung, sondern wird in der nächstmöglichen Sitzung behandelt. Etwaige Pressemeldungen, dass die Bürgerfrage nicht zulässig sei, stimmen deshalb nicht. Die Bürgerfrage ist zulässig, ging jedoch nicht fristgerecht ein.

Worum geht es eigentlich in der Diskussion?

"Der AuenTunnel wäre die ökologische Katastrophe für die Stad Bad Reichenhall. Nicht 200 Bäume wie häufig zitiert, sondern über 4000 Bäume würden geopfert und ein einzigartiges Ökosystem zerstört", so kritisiert Gerd Spranger, der Vorsitzende des Vereines Reichenhall Pro Kirchholztunnel das Vorhaben Auentunnel. 

Und fährt fort: "Wenn der Wald der Saalach-Auen auf einer Fläche von rund 8 Hektar gefällt wird, dann wäre das ein absoluter Kahlschlag.Bis auf wenige 100 Meter flussabwärts, würde die Au dann am rechten Saalachufer einfach nicht mehr existieren. Außerdem würden bestehende Retentionsflächen zum Schutz vor Hochwasser vernichtet werden  und auch die Erhaltung des Naturraumes Saalach nachhaltig und naturnah zu gestalten würde schwierig werden. 

Neben dem Imageverlust für die Stadt Bad Reichenhall aufgrund von Negativpresse, würde auch viele Urlauber von dem Umweltfrevel geschockt werden".

Auch die Verkehrsentlastung, die durch den Tunnelbau erreicht werden soll, sieht Spranger nicht wirklich: "Ein AuenTunnel zerstört die Saalach-Auen und die Nonner Auenlandschaft. Diese sind ein ökologischer Schatz für die Stadt Bad Reichenhall. Die Saalach-Auen sind die grüne Lunge für Bad Reichenhall und die ungestörte Verbindung hinüber zu den Nonner-Auen ist unverzichtbar. Außerdem bringt der AuenTunnel nicht die verkehrstechnisch notwendige Entlastung, denn ein AuenTunnel belässt den ganzen überregionalen Berufs-, Urlauber und Schwerverkehr im Talbecken von Bad Reichenhall

Durch seine Situierung ändert er nichts an den Problemen am Gabler-Knoten, am Knoten Saline, in der Innenstadt, am Stachus, in Karlstein, am Thumsee, auf BGL 4 Leopoldstal etc. Schwerverkehr und überregionaler Verkehr mischen sich weiterhin mit lokalem Verkehr - Behinderungen und Staus sind die Ergebnisse.

BGLand24.de hat den Autor und Journalist Gerd Spranger zu einem Interview getroffen. Lesen Sie dieses sowie weitere Statements der beteiligten Parteien in einem anderen Artikel auf BGLand24.de

Quelle: BGland24.de

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