Drei Tatverdächtige festgenommen

Falsche Polizisten betrügen 89-Jährige um 18.000 Euro

Bad Reichenhall - Betrüger gaben sich als Polizeibeamte aus - kein Einzelfall bei der Masche. Der Polizei gelang es inzwischen drei Tatverdächtige festzunehmen.

Bereits am 26. Juli meldete sich bei der Polizei in Bad Reichenhall eine Frau (89) und schilderte den Polizisten einen dreisten Betrugsfall. Tags zuvor war die Seniorin von Unbekannten angerufen worden, die sich als Polizeibeamte ausgegeben und der Frau erzählt hatten, ihre Daten stünden auf dem Notizzettel einer rumänischen Einbrecherbande.

Stundenlang setzten die Betrüger die Frau am Telefon unter Druck und erreichten schließlich, dass die 89-Jährige am nächsten Morgen 18.000 Euro von ihren Konten abhob und an zwei "Polizeibeamte" übergab. Die Bad Reichenhaller Polizei musste der Frau mitteilen, dass sie Betrügern aufgesessen war.

Umgehend wurde die Sachbearbeitung an die für organisierte Kriminalität zuständige Kripo-Dienststelle übergeben. Und bereits am 27. Juli konnte in München ein 29-jähriger Deutscher festgenommen werden, der unter dringendem Tatverdacht steht, einer der Betrüger zu sein. Der Mann sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Hintermänner im Ausland

Bei zwei weiteren Tatverdächtigen - einem Deutschen (30) und einer Ungarin (27) - klickten am vergangenen Freitag die Handschellen. Beide wurden ebenfalls in München festgenommen und auch gegen sie erließ ein Richter Haftbefehle.

Nach einer vierten Person, die an der Tat beteiligt gewesen sein dürfte, wird derzeit noch gefahndet.

Bei der Masche der Betrüger handelt sich um ein bundesweites Kriminalitätsphänomen. Die Ermittler der Kripo wissen, dass die Hintermänner solcher Taten meist im Ausland - in diesem Fall wohl in der Türkei - sitzen und dort Callcenter betreiben, von denen die Täter aus die betrügerischen Anrufe tätigen.

Mit verhältnismäßig geringem technischen Auswand schaffen sie es, dass im Telefondisplay des Opfers die jeweilige Ortsvorwahl zusammen mit der "110" angezeigt wird ("Spoofing").

Das erbeutete Geld, auch das ist in diesem Fall geschehen und typisch für die "Arbeitsweise" der Täter, wird noch am Abholtag größtenteils ins Ausland transferiert.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa/red (Montage)

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