Ramsauer: "Höhepunkt zum Jahresauftakt"

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Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner (rechts) freute sich mit seinem Berchtesgadener Amtskollegen Franz Rasp auf den Neujahrsempfang im Alten Königlichen Kurhaus.

Bad Reichenhall - Die Bundeswehr hatte die Oberhand, beim Neujahrsempfang: Nur Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner wich ab - und holte zur Lobeshymne auf seine Stadt aus.

Das Kurhaus war mit gut gefüllt, über eine Stunde schüttelte Rathauschef Lackner mit seiner Gattin Anna sowie Brigadegeneral Michael Matz rund 450 Hände. Das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen ("Allerhöchste sinfonische Kunst", so Dr. Peter Ramsauer) unter der bewährten Leitung von Major Christian Prchal begann mit Johann Strauß, ehe Lackners selbst auferlegte, erfrischend kurzweilige acht Redeminuten folgten und er "seine" Stadt darin als sportlich aktiv, kulturell höchst anspruchsvoll und in Sachen Bildung auf dem neuesten Stand umschrieb. Zudem sei Bad Reichenhall die Stadt der Bundeswehr: Nach der Reform sollen 2.070 Soldaten in der Kurstadt stationiert sein, die Hochstaufen-Kaserne erfahre 2013 eine 50 Millionen Euro-schwere Modernisierung.

Fotos vom Reichenhaller Neujahrsempfang - Teil I:

Neujahrsempfang in Bad Reichenhall - Teil I

Ein Vorwurf ist schlichtweg falsch

Eins brannte dem Oberbürgermeister jedoch besonders im Herzen: Aufzuräumen mit dem immer wieder geäußerten Vorwurf, die Stadt tue zu wenig für Kinder, Jugendliche und Familien. "Das ist objektiv betrachtet schlichtweg falsch". Lackner wusste von sechs Kindergärten, zwölf Spiel- und Bolzplätzen, 13 Schulen, dem noch immer in der Sanierung befindlichen Haus der Jugend, der modernisierten Sporthalle daneben, dem Familienbad an der Rupertus Therme und einigem mehr zu berichten. "Und in diesem Jahr werden wir die neue Kingerkrippe am Leitererweg eröffnen", schob Lackner nach. Auch das Nonner Stadion soll moderner gestaltet und das neue Stadtmuseum der Öffentlichkeit wieder zugänglich werden - in gänzlich neuem Glanz.

Fotos vom Reichenhaller Neujahrsempfang - Teil II:

Neujahrsempfang in Bad Reichenhall - Teil II

Seit 17. September unter neuem Namen

In der Folge nahm die Bundeswehr einen breiten Rahmen des feierlichen Abends sein: Brigadegeneral Michael Matz, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 begrüßte Generalmajor Erhard Bühler, den Kommandeur der 10. Panzerdivision, und blickte schließlich stolz auf zahlreiche Ereignisse im abgelaufenen Jahr zurück. In deren Mittelpunkt stand am 17. September die Umbenennung der Reichenhaller Bundeswehranlagen in Hochstaufen-Kaserne mit Festredner Staatssekretär Christian Schmid aus dem Bundesverteidigungsministerium. Matz freute sich bilanzierend vor allem darüber, dass nur 15 Prozent der angehenden Gebirgsjägern von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen würden, Berufssoldat/-in zu werden - während dies beim Rest der Truppe immerhin 33 Prozent täten. "Das zeigt den außergewöhnlichen Zusammenhalt bei uns Jagern", so Matz.

Fotos vom Reichenhaller Neujahrsempfang - Teil III:

Neujahrsempfang in Bad Reichenhall - Teil III

Besonders war im Juni die deutschlandweit erstmalige Ernennung zweier Heeresbergführerinnen - eine aus Bad Reichenhall, eine aus Mittenwald. Auch sie werden am Mittwoch, 16. Januar, in der Hochstaufen-Kaserne in ihren ersten Auslandseinsatz von Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maiziére und Dr. Peter Ramsauer verabschiedet.

Reichenhaller Neujahrsempfang der Höhepunkt

Zum 18. gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Bad Reichenhall mit der Gebirgsjägerbrigade reiste Bundesverkehrs- und bauminister Dr. Peter Ramsauer mit seiner Gattin Susanne aus Berlin an. Gerade hatte er die Neujahrsessen bei der Bundeskanzlerin und auch beim Bundespräsidenten hinter sich. Doch: "Dieser Empfang hier in der Heimat ist der schönste, mein absoluter Höhepunkt zum Jahresauftakt".

Ramsauer verbreitete mit Nachdruck seinen ganzen Stolz auf Bayern im geschichtsträchtigen Saal des Alten Königlichen Kurhauses: "Wir können froh sein, hier leben zu dürfen und müssen uns das immer wieder vergegenwärtigen". Der Minister spielte auf die vielen und immer zahlreicher werdenden Brennpunkte in aller Welt an, die "mir ehrlich gesagt viele Sorgenfalten auf die Stirn treiben". Von einer weitreichenden und positiven Entwicklung für die vielen krisengebeutelten Völker sei man - auch an jenen Stellen, an denen die Bundeswehr vor Ort ist - noch weit entfernt. Und es würden ständig mehr.

Die Heimatverbundenheit, die für die Tratkraft Bad Reichenhalls sorge, unterstrich Ramsauer in seiner gut halbstündigen Festrede mehrfach: "An keinem Ort in Deutschland ist die Bundeswehr bei der heimischen Bevölkerung derart anerkannt, beliebt und freundschaftlich verbunden - darauf können Sie hier ganz besonders stolz sein".

Über den Flughafen in Berlin wollte Ramsauer nichts sagen, nur kurz schmunzeln, seine beim Amtsantritt geäußerte Exitstrategie für den Abzug der Bundeswehr aus diversen Krisengebieten bezeichnet er heute als "fast schon frevelhaft".

Zeitung erkennt es richtig

"Stimmung schlecht - Lage gut", zitierte der CSU-Mann einen Titel der FAZ: "Darüber bin ich gar nicht mal so unglücklich, denn andersrum wäre es weit besorgniserregender". Das würde an Realitätsverlust grenzen. Selbst der BILD gibt er recht - die titelte kürzlich: "Ramsauer baut die meisten Straßen in Bayern". "Stimmt", so der bald 59-Jährige, "wir bauen dort Straßen, wo sie am dringlichsten gebraucht werden. Und das ist - nachdem nach der Wende zwei Jahrzente lang vor allem die Neuen Bundesländer dran waren - jetzt nun mal der Freistaat". 

Über Heeresbergführer Wiedenmann vom Gebirgsjägerbataillon 231 in Bad Reichenhall wurde ein Bundeswehr-Werbefilm gezeigt.

Ramsauer informierte, dass Irlands Ministerpräsident Enda Kenny Bayern als Vorbild habe: "Wir sind schon da, das ist doch was", freut sich der Ehrenredner und ergänzt: "Die anderen sehen uns als 'Mittelmacht mit besonderen Anforderungen', als wirtschaftliches Zugpferd. Lassen Sie uns weiter daran arbeiten, die soziale und wirtschaftliche Sicherheit auszubauen".

Nur ein Wunsch Ramsauers neben Frieden in der Welt, der Energiewende, dem Erhalt vor dem Neubau (zum Beispiel der Straßen) - doch eines steht auf seiner Liste 2013 ganz oben: "Wir sollten endlich eine Dafür-Mentalität entwickeln, und nicht bei jedem Vorschlag grundsätzlich erst mal dagegen sein".

Alle Spenden des Abends kommen dem Sozialwerk der Bundeswehr zugute: Dieses hilft beispielsweise verletzten oder traumatisierten Soldaten, wenn der Dienstherr noch nicht eingreift.

Nach stimmgewaltig intonierter Bayern- und Deutschlandhymne klang der Reichenhaller Abend im Kurhaus schließlich bei gutem Essen und reichhaltiger Getränkeauswahl langsam aus. Der Freilassinger Unternehmer Max Aicher nützte die Gelegenheit und unterbreitete dem Minister unter vier Augen seine Pumpspeicherwerk-Pläne für den Poschberg in Jettenberg.

Hans-Joachim Bittner

Quelle: BGland24.de

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