Mozart im Kontext mit seinen Zeitgenossen

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Die Bad Reichenhaller Philharmonie

Bad Reichenhall - Die traditionelle Mozartwoche der Bad Reichenhaller Philharmonie (23. - 30. März) läutet den Frühling ein. Hier ist ein Überblick über Werke und Solisten.

Mozart-Woche:

Konzert-Termine im Überblick (pdf)

Intendant Stephan Hüfner nennt den Zeitpunkt im März vor Ostern als „Gelegenheit, aus dem Winter zu erwachen, wenn die Hotels aufmachen und die Gäste kommen“. Musik soll die sich regenden Frühlingsgefühle wecken und begleiten. „Mozart ist wie immer der Programmschwerpunkt, wird aber diesmal begleitet von anderen Komponisten seiner Zeit“, erklärt Hüfner die Charakteristik der diesjährigen Ausrichtung. „Mozart und....“ ist der rote Faden der acht Konzertprogramme: „Mozart und die Macht“, „Mozart und die Mannheimer Schule“, „Mozart und der Vater der italienischen Oper“, „Mozart und das Streichtrio“, Mozart und der Salzburger Domchor“, „Mozart und der offizielle Komponist der Französischen Republik“, „Mozart und der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs“, „Mozart und der Superstar seiner Zeit“.

Am Anfang steht die Oper „La clemenza di Tito“,  halbszenisch von jungen Solisten der Münchner Musikhochschule aus der Klasse von Fenna Kügel-Seifried gestaltet. Die komplizierte Handlung soll Moderator Wolfgang Lackner für die Zuhörer verständlich und schmackhaft darlegen. Die Zuhörer erleben dabei vielversprechende junge Sängerinnen und Sänger auf dem Sprung in die Karriere. „Diese Verbindung ermöglicht ein künstlerisches Niveau, das wir in anderer Konstellation nicht leisten könnten“ so Hüfner, der es auch als interessante Nische für die Konzertbesucher bezeichnet, „rising stars“ erleben zu können, die in ein paar Jahren auf internationalen Bühnen anzutreffen sind.

Als Instrumentalsolisten bringen hingegen vorwiegend Professoren und arrivierte Musiker ihr Können ein. Eberhard Marschall, der Solofagottist des BR-Symphonieorchesters, wird das Konzert für Fagott und Orchester B-Dur KV191 spielen. In Kombination dazu kommt Christian Cannabichs Symphonie Nr.63 zu Gehör sowie Mozarts Linzer Symphonie. Cannabich repräsentierte die Mannheimer Schule, zu Mozarts Zeiten die große Orchesterschule, bei der auch Mozart viel gelernt hat und von Cannabich geprägt wurde, erläutert Hüfner. Das Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 314 wird der Solo-Oboist des Bayerischen Staatsopernorchesters Giorgi Gvantseladze gestalten. In Kombination dazu erklingt Johann Simon Mayrs "Ouvertüre zu Raúl de Crequi“ und die Mozart Symphonie Nr.39. Mayr gilt als der Vater der italienischen Oper, dessen berühmtester Schüler der Komponist Gaetano Donizetti wurde. Die Geigerin Mi-Kyung Lee, Bratschist Hariolf Schlichtig und Cellist Wen-Sinn Yang walten als Kammermusiker und gestalten das Streichtrio c-Moll Nr.3 op.9 von Ludwig van Beethoven.

Alljährliche Tradition ist auch das Konzert mit dem Salzburger Domchor. János Czifra dirigiert diesmal Mozarts Adagio und Fuge, das Requiem c-Moll von Johann Michael Haydn und Mozarts Missa Solemnis C-Dur KV 337 mit der Kirchensonate 278. Das Haydn-Requiem ist ein seltener gespieltes Werk. Czifra führte es auf, als der Sarg von Hieronymus Coloredo vom Wiener Stephansdom in den Salzburger Dom überführt wurde. Die Totenmesse von Michael Haydn entstand 1771, 20 Jahre vor dem Mozart-Requiem, erzählte Czifra und ergänzte, es sei bemerkenswert, dass Vater und Sohn Mozart, der damals 15 Jahre alt war, bei der Aufführung mitspielten. Die Motive in den beiden Requiem-Kompositionen machen es nachvollziehbar, dass Mozart das Haydn-Opus im Kopf hatte, die Tonfolgen bei „Quam olim Abrahae“ sind genau umgekehrt, so Czifra. Haydn hat aber im Gegensatz zu Mozart vom „Dies irae“ an das Werk in einem Satz durchkomponiert. Für die Missa Solemnis erwähnt Czifra besonders das schöne Sopransolo im „Agnus Dei“, das mit Fagott, Oboe und Orgel konzertiert, sowie die Chorfuge im „Benedictus“. In Simone Vierlinger, Bernadette Furch, Maximilian Kiener und Martin Cook steht Czifra ein kirchenmusikalisch versiertes Sängerensemble zur Verfügung.

Weitere Solisten in den drei folgenden Konzerten sind der erst dreizehnjährige Schweizer Hornist Matthijs Heugen mit Mozarts 3. Hornkonzert, außerdem Frank Stadler, der Konzertmeister des Mozarteumorchesters mit dem Mozart-Violinkonzert Nr.4 KV 218 sowie Christoph Hammer , der renommierte Hammerklavier-Spezialist mit Mozarts „Jeunehomme“-Konzert.

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Quelle: BGland24.de

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