Wohnungen von der Polizei durchsucht 

Razzien in Tuntenhausen: Zwei Reichsbürger im Visier

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Tuntenhausen - Wie mangfall24.de nun erfahren hat, kam es auch im Landkreis Rosenheim zu zwei Wohnungsdurchsuchungen bei mutmaßlichen Reichsbürgern. 

Auf Anfrage von mangfall24.de bestätigte die in diesem Fall zuständige Pressestelle des Polizeipräsidiums Nord die Razzien in Tuntenhausen. Im Rahmen der bundesweiten Aktionen wurden am Montag auch in der kleinen Gemeinde im Landkreis Rosenheim zwei Wohnungen durchsucht. 

Wie bereits von uns berichtet, wurden in drei Bundesländern fünf Wohn- und Geschäftsadressen von insgesamt 16 Tatverdächtigen aus der Reichsbürger-Szene wegen des dringenden Verdachtes der banden- und gewerbsmäßig begangenen Urkundenfälschung und Amtsanmaßung durchsucht. 

Tuntenhausener Verdächtige nicht im Polizeidienst

In Tuntenhausen wurden hierbei die Wohnungen von einem 63-Jährigen sowie einem 40-Jährigen von der Polizei aufgesucht. 

Ob ein verwandschaftliches Verhältnis zwischen den beiden Männern besteht, wollte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer gegenüber mangfall24.de nicht kommentieren. Dementiert wurde von Kammerer jedoch, dass einer oder beide Männer im Polizeidienst sind oder waren. 

Der 40-Jährige wurde bei der Durchsuchung angetroffen und vorübergehend festgenommen. Bei der Vernehmung machte er von seinem Recht auf Aussagenverweigerung Gebrauch.

Schriftstücke und ein Schlagstock konfisziert 

Zu näheren Untersuchungen nahmen die Beamten bei ihm einen Notebook, mehrere Datenträger, einen Drucker und Schriftstücke mit, die der Reichsbürger-Szene zuzuordnen sind

Eine Waffe wurde bei dem jüngeren Verdächtigen ebenfalls gefunden. Es handelt sich um einen Schlagstock. Polizeisprecher Kammerer bezeichnete dies als "Zufallsfund". Es werde nun geprüft, inwiefern der Schlagstock als "Totschläger" gegebenenfalls einen Verstoß gegen das Waffengesetz darstellt.

Die Untersuchung bei dem 63-Jährigen verlief ohne Komplikationen, teilte Kammerer mit.

Das sagt Tuntenhausens Bürgermeister

Tuntenhausens Erster Bürgermeister Georg Weigl zeigt sich über die Razzien in seiner Gemeinde überrascht: "Wir hatten darüber keine Informationen. Wir wissen, dass es gewisse Sympathisanten für diese Gruppierungen in unserer Gemeinde gibt, aber wir haben da mit nichts gerechnet. Das sind eben die, die mit dem Haufen mitlaufen."

Reichsbürger-Aktivitäten in der Region 

Die Reichsbürger-Bewegung hat in unserer oberbayerischen Region eine Hochburg.

So wurden insbesondere im Chiemgau "Mensch"-Autokennzeichen aus dem Verkehr gezogen. Wir berichteten ebenfalls über die Disziplinarverfahren gegen drei Beamte durch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Hierzu zählt auch die Suspendierung des hochrangigen Polizeibeamten Harald Schreyer, der vor der "Heimatgemeinde Chiemgau" einen Vortrag hielt.

Im November wurde bekannt, dass das Landratsamt Rosenheim 31 Waffenbesitzer zu einer Stellungnahme aufrief, weil diese im Verdacht stehen, sich der Reichsbürger-Bewegung zugehörig zu fühlen

Zudem berichteten wir im Dezember von einer "Reichsbürger-Regierung" im Landkreis Ebersberg, die sich in der Gemeinde Pliening gegründet hat. Dort fand am Montag ebenfalls eine Razzia statt. 

Grundsätzliche Fragen zur Reichsbürger-Bewegung haben wir in diesem Artikel beantwortet

Quelle: mangfall24.de

Rubriklistenbild: © pa

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