Ohne Führerschein Eigenbedarf geschmuggelt - Bewährungsstrafe

Reiseproviant war illegal

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Rosenheim - 100 Gram Haschisch im Auto und im eigenen After versteckt: Ein 24-Jähriger musste sich deshalb vor Gericht verantworten. Das Urteil: Dreieinhalb Monate Gefängnis.

Ein in Deutschland aufgewachsener Grieche mit amerikanischer Staatsangehörigkeit war Mitte August auf der Autobahn angehalten worden. Darüber hätte er sich nicht zu wundern brauchen: Wenn zwei Autos hintereinander mit roten Überführungskennzeichen in Richtung Süden fahren, dann werden alle Beamten der Schleierfahndung hellwach. Unterhalb des Irschenbergs war die Fahrt für den 24-Jährigen dann zu Ende. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der 24-Jährige nicht nur keinen Führerschein besaß, er hatte darüber hinaus noch gut 100 Gramm Haschisch im Auto und im eigenen After versteckt. Deshalb musste er sich nun vor dem Rosenheimer Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Jacqueline Aßbichler verantworten.

Die Eltern des Angeklagten betreiben im Raum Aachen ein Restaurant, in dem der junge Mann auch arbeitet. Gemeinsam hatte die Familie in der griechischen Heimat Urlaub gemacht, jedoch fehlte dem Angeklagten dort der gewohnte Joint. Als ein Bekannter ihm vorschlug, er solle ihm - wegen seiner Deutschkenntnisse - behilflich sein, in Deutschland zwei Autos zu kaufen, um diese nach Griechenland zu bringen, war der 24-Jährige gleich dabei. So bot sich doch die Gelegenheit, im benachbarten Holland "Stoff" zu kaufen und in den Urlaubsort mitzunehmen. Dass er gar keinen Führerschein hatte, schien ihm wohl nicht so wichtig.

Kontrolle durch Schleierfahnder

Nach der Kontrolle durch die Schleierfahnder musste der Angeklagte nun diesen Urlaub verlängern - und zwar um dreieinhalb Monate hinter schwedischen Gardinen.

Das Gericht stellte fest, dass der 24-Jährige tatsächlich nicht professionell zu Werke gegangen war. "Ich war ein ausgemachter Idiot", räumte der Angeklagte auch selber ein. Wenig begeistert waren auch seine Eltern, als sie vom Urlaub zurückkamen und die Polizei sie bereits zwecks einer Hausdurchsuchung erwartete. Nach seinen Zukunftsplänen befragt erklärte der junge Grieche, dass er später das Lokal seiner Eltern übernehmen wolle. "Da werden sie - egal wie das Verfahren ausgeht - Probleme mit der Gewerbeaufsicht bekommen, wenn sie als Drogenkonsument bekannt sind", belehrte ihn die Vorsitzende Richterin.

Weil er von Anfang an geständig war, die Drogen wohl in der Tat nur zum Eigenkonsum vorgesehen waren und seine Sozialprognose als gesichert angesehen werden konnte, wollte sich die Vertreterin der Staatsanwaltschaft mit einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren zufrieden geben, die unter den gegebenen Umständen auch zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Alexander Hirsch aus Eschweiler, stimmte der Staatsanwaltschaft weitgehend zu und erbat für seinen Mandanten eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.

Das Gericht befand, dass der Angeklagte durch die erlittene Untersuchungshaft wohl so sehr beeindruckt sei, dass er künftig nicht mehr straffällig werden würde, zumal er in der Familie - seine Eltern waren beim Prozess im Zuschauerraum - so eingebunden sei, dass ein Rückfall nicht zu erwarten wäre.

Urteil: 22 Monate zur Bewährung

22 Monate Haft, so lautete das Urteil, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Weil aber Kontrolle besser ist als Vertrauen, wurde dem Angeklagten eine permanente Drogenkontrolle während der Bewährungszeit zur Auflage gemacht.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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