Flüchtlinge und die Not-Erstaufnahmestelle Luitpoldhalle

Schließung der Unterkunft bis Weihnachten

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Die Runde im Bürgerhaus Miteinander beantwortete zahlreiche Fragen rund um das Thema "Flüchtlinge"
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Rosenheim - Noch vor Weihnachten soll die Not-Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in der Luitpoldhalle geschlossen werden. Wie es danach mit der Unterbringung von Asylbewerbern weitergeht:

Um über die aktuelle Situation in der Luitpoldhalle in Rosenheim zu berichten und ein Fazit über die ersten Wochen der Not-Erstaufnahme-Einrichtung zu ziehen, trafen sich am Freitag Verantwortliche der Stadtverwaltung im Bürgerhaus "Miteinander". Neben dem Sozialamtsleiter Christian Meixner und Christian Hlatky von der "Sozialen Stadt" waren Vertreter von BRK und Malteser aber auch einige Flüchtlinge selbst gekommen, um über die Umstände in der Halle und ihre ersten Erfahrungen in Deutschland zu berichten.

Schließung der Unterkunft bis Weihnachten

"Die Unterbringung hat gut geklappt, es kam zu keinen Reibereien", berichtet Christian Meixner. Zum 14. November waren insgesamt 74 Flüchtlinge aus München in die Unterkunft nach Rosenheim gekommen. Am ersten Wochenende und dem Anfang der darauffolgenden Woche wurden zuerst die ärztlichen Untersuchungen durchgeführt, erklärt der Sozialamtsleiter. Auch dort sei es zu keinen Auffälligkeiten gekommen.

Aktuell befänden sich noch 50 Personen in der Halle, die in nächster Zeit durch die Regierung von Oberbayern umverteilt würden. Oberstes Ziel sei es dann, bis Weihnachten die Luitpoldhalle als Erstaufnahmeeinrichtung zu schließen, so Meixner. Die Umstände in der Halle seien der Privatsphäre nicht sonderlich zuträglich, zukünftig wolle man sich eher auf eine dezentrale Unterbringung konzentrieren, ohne eine Not-Erstaufnahme-Einrichtung parallel zu betreiben. Für das kommende Jahr rechnet Christian Meixner mit ungefähr 400 Bewerbern, die die Stadt dann zu jeder Zeit unterbringen muss. Die aktuelle Quote liegt bei 284 Personen, wobei auch die unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlinge und die Menschen in der Luitpoldhalle mit angerechnet würden, so Meixner. Diese Quote überschreite Rosenheim zur Zeit, nach der Schließung der Erstaufnahme-Einrichtung, liege man dann jedoch darunter.

Freiwilliges Engagement enorm

"Wir haben eine sehr hohe, überwältigende Solidarität in Rosenheim nach unseren Aufrufen erlebt", freut sich Christian Hlatky von der "Sozialen Stadt". Um die 130 Freiwillige hätten sich gemeldet, um ehrenamtlich bei der Betreuung der Flüchtlinge zu unterstützen. Dabei finde eine Begleitung sowohl zu offiziellen Terminen als auch zu Freizeitaktivitäten statt. Ein besonderen Wert werde dabei auf das Vermitteln der deutschen Sprache gelegt. So gäbe es insgesamt zehn ehrenamtliche Lehrer, die in kleinen Gruppen jeden Tag Unterrichte abhielten, um den Flüchtlingen vor den offiziellen Deutschkursen schon grundlegende Wendungen beibringen, so Hlatky. "Die Motivation ist durchgängig sehr hoch, es gibt keinerlei Vorbehalte, beispielsweise wegen der unterschiedlichen Geschlechter", berichte Henny Stoll, eine der freiwilligen Deutschlehrer.

Sehr dankbar zeigte sich Christian Hlatky auch über die zahlreichen Spenden. Neben einer umfangreichen Sachspende der Fa. Gabor hätten zahlreiche Firmen und Privatpersonen hier ihre Hilfe angeboten.

"Wir wollen ein normales Leben"

Auch die Flüchtlinge selbst berichteten in der Runde im Bürgerhaus "Miteinander" am Freitag von den Erfahrungen, die sie seit ihrer Ankunft in Rosenheim gesammelt haben. Der Empfang in Rosenheim sei sehr freundlich und warmherzig gewesen, berichten drei Flüchtlinge aus Syrien, zwei Männer und eine Frau. Ihr Weg habe die drei aus ihrem Heimatland über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Ungarn, Österreich bis nach Deutschland geführt. Besonders für die junge Dame, die mehr als zwei Monate unterwegs war, sei der Weg sehr beschwerlich gewesen. Mit ihren zwei kleinen Kinder fühle sie sich in Deutschland aber endlich sicher. Sicher vor der Verfolgung in ihrer Heimat. Zurück nach Syrien wollen die drei auf keinen Fall mehr. "Wir wollen ein normales Leben haben", sind sich die Flüchtlinge einig.

Besonders das freiwillige, ehrenamtliche Engagement vieler Deutscher habe die drei Syrer und einen Nigerianer sehr stark beeindruckt. "Ich bin sehr stolz, hier sein zu dürfen", erklärt der junge Afrikaner.

Quelle: rosenheim24.de

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