Mehr Platz für Gartenschau

+
Noch führt die Brücke über die Mangfall auf Höhe des Schwimmbads ins Nichts. Erst nach der Landesgartenschau wird der Damm auf der Schwimmbadseite erhöht. Gut zu erkennen ist hier der Steg, der zur Brücke leitet. Landschaftsarchitektin Tina Heigel erläutert die Planung.

Rosenheim - Trotzt Plan für 2010 wird niemand daran gehindert, bessere Ideen zu haben und auf neue Entwicklungen flexibel einzugehen.

Zum Beispiel kann die Landesgartenschau nun überraschend über das Gelände an der Ecke Schönfeld-/Ellmaierstraße verfügen, wo eigentlich bis 2010 das Demenzzentrum der Rothenfußer-Stiftung hätte gebaut werden sollen. "Wir haben das zeitlich nicht hingekriegt", sagt Vorstand Paul Rothenfußer. Jetzt anzufangen, würde bedeuten, die Besucher der Landesgartenschau mit einer Baustelle zu empfangen, und das wollten weder die Stadt noch die Stiftung. Die ideale Lösung: Das Demenzzentrum wird später gebaut, und die Landesgartenschau kann in der Zwischenzeit das Grundstück mit einer Blumenhalle belegen.Diese war eigentlich für das ehemaligen Marox-Gelände vorgesehen, das jetzt Mühlbach-Bogen heißt. Mit diesem Namen tun sich die Rosenheimer aber noch schwer, weshalb Landschaftsarchitektin Tina Heigel bei der Führung über das Gelände dann doch noch einmal vom Marox-Gelände spricht. Zwischen dem Parkhaus "Altstadt Ost" und dem neuen Parkhaus an der Schönfeldstraße wird nun mehr Platz sein für die gärtnerischen Beiträge. Ein Teil der sogenannten "Themengärten" ist dort schon angelegt, robuste Rosen sind gepflanzt und Ahornbäume.


Der geöffnete Mühlbach bestimmt den Charakter des Geländes, ganz fremd wirkt der Bereich. Ist das Rosenheim? Ein "Flamingogarten" mit zarten Blüten wird den Mühlbach während der Landesgartenschau säumen. Bei den benachbarten Beiträgen der Friedhofsgärtner will sich Rosenheim weltoffen zeigen und nicht nur auf die christlichen Beerdigungen eingehen, sondern auch mit Beerdigungsriten der Buddhisten und anderer Religionen vertraut macht.


Ein Glashaus bietet nebenan Raum für Vorträge, in Pagodenzelten ist ein kleiner Gastronomiebereich geplant. Rund 60 Neugierige kamen zur ersten Führung nach dem Winter. Einige sind schon Stammgäste und erleben mit, wie sich das Gelände von Mal zum Mal verändert Für alle öffnete Landschaftsarchitektin Tina Heigl die Sperrzäune auf den Dämmen. Dass sie hier nicht mehr Radfahren und Spazierengehen dürfen, weil gebaut wird, ärgert viele Rosenheimer. "Wir bekommen das zu spüren, jeden Montag sind die Drähte der Sperrzäune durchgezwickt, so verschaffen sich die Leute am Wochenende Zugang", berichtet Heigel und vertröstet auf die Zeit nach der Landesgartenschau. Dann, so ist sie überzeugt, werden alle den Mangfallpark lieben.

Mit den neuen Brücken und Stegen deutet sich jetzt schon an, wie gut das Gelände in Zukunft erschlossen sein wird. Nicht im Plan enthalten war die Brücke über die Mangfall, die beim Schwimmbad endet. Ihre Funktion als Fuß- und Radwegeverbinderung wird sie erst nach der Landesgartenschau erhalten, wenn das Wasserwirtschaftsamt den Damm drüben erhöht hat. Dann wird auch ein Weg zwischen dem Schwimmbad und dem benachbarten, von einem hohen Maschendrahtzaun umgebenenen Sportplatz, gebaut. Solange führt die Brücke erst einmal ins Nichts, was manche bemängeln. Doch man wollte nicht, wenn alles schön bewachsen ist, noch einmal mit schwerem Baugerät in das Gelände einfahren.

Manchmal müssen die Beteililgten sich auch deshalb etwas Neues einfallen lassen, weil nicht alles nach Plan läuft. Stichwort dafür sind die Obstbäume, die genau dort standen, wo sich die Obst- und Gartenbauvereine päsentieren sollen, neben dem Haus der Malteser an der Rathausstraße. Jetzt sind sie leider weg. "Einmal kamen wir morgens hier an, und die Bäume waren nicht mehr da. Da wusste irgendjemand offenbar nicht Bescheid", bekennt Tina Heigel. Zwar seien die Obstbäume schon recht alt gewesen und in keinem sonderlich guten Zustand. Die Zeit der Landesgartenschau hätten sie sicher noch durchgehalten, aber nun sei ja nichts mehr zu machen.

Lieber spricht sie über all die schönen Dinge, die auf die Besucher warten, etwa den blauen Blütenfluss, der Inn und Mangfall symbolisiert und der mal wie ein wilder Strudel und dann wie ein stilles Wasser wirken soll. Schon jetzt sind Stauden gepflanzt, die Teil dieser phantasievollen Gestaltung sein werden.Am Innspitz wird der "Nabel der Welt" warten, ein Kunstwerk, das sich mit der Anzahl der Besucher verändert und Töne von sich gibt. Ansonsten sollen die Gäste am Zusammmenfluss von Inn und Mangfall Ruhe finden. Etwas weiter weg, wo noch die alte Salzhalle steht, wird die Hauptgastronomie mit einer Fläche von 1700 Quadratmetern platziert, daneben ein Aussichtsturm.

Noch eine Änderung: Nachdem sich der Bereich am Eisstadion für einen Skaterplatz als zu klein erwiesen hat, sollen Jugendliche woanders Spaß finden. Derzeit ist ein Sandstrand am Inn im Gespräch, mit Beachvolleyball-Feld, nördlich vom Anlegesteg für die Plätten. Die machen im Moment noch Sorgen, weil Genehmigungsklippen zu umschiffen sind. "Aber es stecken ganz engagierte, liebe Leute dahinter, das wird schon", sagt Heigel, was aber ein bisschen so klingt, als müsste sie sich selbst überzeugen.

Führungen und Baustellen

Weitere Führungen über das Gelände der Landesgartenschau sind am 19. und 26. Juni sowie am 17. Juli und 31. Juli. Sie beginnen jeweils um 15 Uhr in der Schönfeldstraße 17, telefonische Anmeldung unter der Nummer 90108810 ist erwünscht. Am Sonntag, 20. September, ist dann großes Baustellenfest.

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare