27-Jähriger kaut Schmerzpflaster und stirbt

Rosenheim - Ein schrecklicher Trend: Drogenkonsumenten missbrauchen immer öfter Schmerzpflaster - und bezahlen immer öfter mit ihrem Leben! Der jüngste Fall: ein 27-jähriger Rosenheimer.

Angehörige hatten den 27-Jährigen am 23. Oktober gegen 19.30 Uhr leblos am Boden in der elterlichen Wohnung liegend gefunden. Der alarmierte Notarzt konnte den Mann, bei dem ein Herzstillstand festgestellt wurde, reanimieren und zur weiteren Behandlung ins Rosenheimer Klinikum bringen. Dort verstarb der junge Mann aber am vergangenen Dienstag, den 29. Oktober.

Die Rosenheimer Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen zur Klärung der Todesumstände. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass der Verstorbene am 23. Oktober Medikamente für seine Großmutter in einer Apotheke abgeholt hatte, darunter auch eine Packung rezeptpflichtiger Schmerzpflaster. Der 27-Jährige, der als langjähriger Konsument auch harter Drogen bekannt war, „zweigte“ sich daraus offenbar ein Fentanylpflaster ab und kaute dieses. Dieses Pflaster war von den Ärzten im Klinikum Rosenheim im Mund des leblosen Patienten gefunden worden.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde der Leichnam vergangene Woche am 31. Oktober im Münchner Institut für Rechtsmedizin obduziert. Auch wenn das endgültige Ergebnis der toxikologischen Untersuchungen noch aussteht, so bestätigte ein Vortest schon die Aufnahme von Opiaten aus dem Schmerzpflaster.

Kriminalhauptkommissar Gerold Kreuzinger, stellvertretender Leiter des Kommissariats Rauschgiftkriminalität der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim, warnt vor den Risiken: „Fentanyl ist ein starkes Schmerzmittel, das vom Betäubungsmittelgesetz erfasst wird. In seiner Wirkung wird es als 80- bis 100-mal stärker als entsprechende Morphinpräparate beschrieben. Fentanyl hat sich in den letzten Jahren als gängiges Ersatzmittel bei Drogenabhängigen etabliert. Der Wirkstoff ist in vor allem in Schmerzpflastern enthalten.

Die Pflaster werden unter den Drogenabhängigen gehandelt, der Wirkstoff wird auf unterschiedliche Art und Weise konsumiert. Die große Gefahr für den Konsumenten liegt vor allem darin, dass die Dosis nur schwer abzuschätzen ist und es daher immer wieder zu Überdosierungen kommt. Das traurige Ergebnis dieser Entwicklung ist, dass heuer bei 9 von 12 Rauschgifttodesfällen im Zuständigkeitsbereich der Rosenheimer Kripo der Konsum von Fentanyl zumindest mitursächlich für den Tod war.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

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