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Nach Aktionen am Jodl-Grab auf der Fraueninsel

Aktionskünstler Kastner am Dienstag in Rosenheim vor Gericht

Mit verschiedenen Aktionen hatte Kastner das Grab des NS-Generals beschmiert und beschädigt
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Mit verschiedenen Aktionen hatte Kastner das Grab des NS-Generals beschmiert und beschädigt

Rosenheim - Nötigung, Diebstahl, Sachbeschädigung einer Gedenkstätte: Wegen dieser Delikte muss sich Aktionskünstler Wolfram Kastner am Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten:

In der Vergangenheit hatte der Künstler Wolfram Kastner mit verschiedenen Aktionen das Grab des verurteilten NS-Kriegsverbrechers Alfred Jodl auf der Fraueninsel am Chiemsee verändert, beschmiert und beschädigt. Vor dem Landgericht München I hatte daraufhin ein Nachfahre des ehemaligen Nazi-Generals eine Unterlassungsverfügung gegen Kastner erwirkt. Der Künstler klagte, verlor aber den Prozess um die Gedenkstätte. Jetzt steht der Aktionskünstler erneut vor dem Richter: Er muss sich wegen Nötigung, Diebstahl und Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht in Rosenheim verantworten.

Öffentlicher Prozess am Dienstag ab 9 Uhr in Rosenheim

Das Scheingrab von Jodl auf der Fraueninsel stand bisher immer wieder im Mittelpunkt scharfer Kritik. 2018 soll die Stätte schließlich aufgelöst werden. Im dritten Reich ist Jodl an führender Stelle an der Planung von deutschen Militäroperationen beteiligt gewesen. 1946 ist er nach dem Nürnberger Prozess von den Alliierten hingerichtet worden.

Die Grabstätte von Alfred Jodl und dessen Familie auf der Fraueninsel

Mit seinen Aktionen wollte Wolfram Kastner nach eigenen Angaben eine "Wiederaufstellung einer Ehrung für einen NS-Kriegsverbrecher" verhindern und erreichen, dass der Name und das Eiserne Kreuz Jodls von der Gedenkstätte auf dem Friedhof der Fraueninsel entfernt werden. In Bezug auf das Urteil des Landgerichts kündigte Kastner bereits Berufung an: "Die einstweilige Verfügung ist unsinnig. Ich denke, dass wir das so nicht stehen lassen können", so der Künstler kurz nach der Verhandlung.

Der Aktionskünstler musste sich im März bereits zusätzlich vor dem Amtsgericht München verantworten, weil er ein anderes Kriegerdenkmal in München beschädigt hatte. An der Inschrift des Denkmals, das an die Gefallenen der Bayerischen Eisenbahntruppe im 1. Weltkrieg erinnert, hatte er aus den Wörtern "Ruhm" und "Ehre" das Wort "Unehre" gemacht und die entnommenen Buchstaben an Verteidigungsministerin von der Leyen geschickt.

Die Verhandlung gegen Wolfram Kastner beginnt am Dienstag um 9 Uhr am Amtsgericht in Rosenheim. Der Prozess ist öffentlich.

***rosenheim24.de berichtet im Nachgang der Verhandlung***

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