Rosenheimer Antennenhersteller zur neuen Mobilfunkgeneration

1.000 Mal schneller als LTE: Die Bedeutung von 5G für Kathrein

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Kathrein stellt bereits 5G-fähige Antennen her. 
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Rosenheim - 5G führt den klassischen Mobilfunk fort. Es birgt für die Zukunft der Technologie viele Chancen - aber auch Risiken. Der regionale Antennenhersteller Kathrein sieht viele Vorteile in 5G und legt seine Sicht der Dinge dazu dar. 

5G, die fünfte Mobilfunk-Generation, sie wird kommen, auch wenn sie noch geraume Zeit parallel zu 4G, dem aktuellen LTE-Standard, bestehen wird. 5G soll Geschwindigkeiten bis zu 100 Gigabit pro Sekunde erreichen und ist damit bis zu 1000 Mal schneller als LTE

Noch wichtiger als die Höchstgeschwindigkeit sei aber die Antwort-Zeit des Netzes auf Daten-Anfragen. Bei LTE liege diese "Ping" genannte Zeit bei mindestens 10 Millisekunden, 5G wird Werte unter einer Millisekunde erreichen können, das sei quasi Echtzeit. So erklärt es Kathrein schriftlich auf Nachfrage der Redaktion. Darüber hinaus könnten 5G-Netze viel mehr Geräte im Netz halten.

Erste 5G-Testsendunge auf dem Wendelstein

Selbstverständlich sei das Rosenheimer Unternehmen schon auf den Zug der neuen Mobilfunkgeneration aufgesprungen: "Wir entwickeln bereits 5G-fähige Antennen", betont Kahtreins Pressesprecher Anton Maier. "Zusammen mit dem französischen Telekommunikationskonzern 'Orange' und dem Netzwerkspezialisten 'Nokia' haben wir 2018 ein neuartiges Antennensystem gebaut, das 5G-fähige MIMO-Technologie mit den Standards für bestehende Mobiltechnologien wie zum Beispiel LTE (4G) kombiniert." 

Ein weiteres Beispiel sei das Projekt "5G TODAY": In diesem Forschungsprojekt werde im bayerischen Oberland die TV-Übertragung zu mobilen Teilnehmern erprobt

Maier dazu: "Hinter '5G TODAY' steht die Idee, einen Teil des Internet-Datenverkehrs über die Rundfunkinfrastruktur laufen zu lassen und so das kleinzellige Mobilfunknetz zu entlasten. Für die effiziente Verbreitung von Medieninhalten, aber auch für Software-Updates, bietet dieser Verbreitungsweg ein großes Potenzial. Vom Sender Wendelstein aus werden seit Dezember 2018 5G-Testsendungen ausgestrahlt. Unter der Leitung des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) untersuchen Kathrein und der Elektronikkonzern 'Rohde & Schwarz' die großflächige TV-Übertragung im Rundfunkmodus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) in 5G. Mit an Bord sind 'Telefónica Deutschland' und der Bayerische Rundfunk. Seit März 2019 wird auch vom Sendestandort in Ismaning gesendet." 

Mit 5G ändert sich einiges 

Weiter heißt es: "Mit 5G stößt der Mobilfunk in neue Dimensionen vor, etwa bei Schnelligkeit und Datenvolumen: 5G bietet eine 10-fach höhere Datenrate, eine 1000-fach höhere Kapazität und ultrakurze Reaktionszeiten."

Beispiele aus dem Alltag, die 5G künftig ermöglicht, wären... 

  • ... um ein Vielfaches schnellere und störungsfreie Übertragung und Download von Videos
  • ... "Internet of Things", also die Vernetzung elektronischer Geräte untereinander
  • ... Verkehrssteuerung durch vernetzte Fahrzeuge bzw. autonomes Fahren 
  • ... Telemedizin, wie etwa Telechirurgie in Echtzeit
  • ... Katastrophenschutz – stabile Netze auch bei Naturkatastrophen
  • ... "Smart Farming" 
  • ... Industrie 4.0

Gerade beim Autofahren sieht Maier Vorteile durch die neue Mobilfunkgeneration: "5G sorgt beim Reisen für stabile Datenverbindungen, was auch die Sicherheit erhöht. Fahrzeuge können untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur vernetzt werden. Der Fachbegriff dazu lautet 'DSRC - Dedicated Short Range Communication'. So werden Fahrer frühzeitig gewarnt, wenn beispielsweise ein Pannenfahrzeug die Fahrbahn blockiert. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA rechnet damit, die Zahl der Unfälle dadurch langfristig um bis zu 80 Prozent zu reduzieren. Außerdem lässt sich durch bessere Vernetzung der Verkehr effizienter lenken – dies macht das Reisen komfortabler und entlastet die Umwelt."

Doch auch in punkto Social Media, Live-TV oder Mediatheken werde sich wohl einiges ändern. Maier dazu: "Gerade öffentlich-rechtliche Sender wollen den 5G-Mobilfunk für die Verbreitung ihrer Inhalte nutzen. Millionen 5G-Smartphones und Tablet-PC's können so zu Rundfunkempfängern werden. Live-TV-Dienste, Mediatheken, soziale Netzwerke und viele weitere Dienste werden dann nahtlos kombiniert – inklusive neuer Medienformate wie Augmented und Virtual Reality." 

Keine "totalitäre Überwachung" durch 5G? 

In erster Linie aber profitiere die Industrie 4.0: "Die Fabriken der Zukunft werden komplett vernetzt sein und benötigen dazu eine stabile, kabellose Internet-Verbindung", ist sich Maier sicher. 

Das Risiko der "totalitären Überwachung", das beispielsweise auch beim jüngsten Mitgliedertreffen des Umweltverbands Alztal (UVA) in Trostberg angesprochen wurde, ist für Maier hingegen kein Thema: "Die Nachverfolgung von Daten ist im 5G-Netz nicht anders als heute und auch nicht Sinn und Zweck von 5G. Es geht hierbei lediglich um eine schnellere Datenübertragung bzw. ein höheres Datenvolumen." 

mb

Quelle: rosenheim24.de

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