Es gibt noch viel zu tun

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Das Luftbild des Romed-Klinikgeländes zeigt, wo der Neubau von Haus 2 entsteht. Über ihn wird das Krankenhaus ab 2018 neu erschlossen.

Rosenheim - Sieben Bauabschnitte hat das Romed-Klinikum Rosenheim bereits bewältigt, wenn Mitte 2013 das neue Bettenhaus fertiggestellt sein wird.

Doch damit endet die Baustellenzeit noch lange nicht. Denn es geht weiter - mit Abriss und Neubau von Haus 2. Diese Maßnahmen stellen eine besondere logistische Herausforderung dar: Für drei Jahre muss auch die chirurgische Intensivstation umziehen.

Der Haupteingang des Romed-Klinikums Rosenheim liegt - für Auswärtige etwas versteckt - an der Pettenkoferstraße. Das wird sich ändern: Zum Jahreswechsel 2017/2018 soll das Krankenhaus, das für die Schwerpunktversorgung der Region zuständig ist und jährlich 25000 Patienten stationär sowie 35000 ambulant betreut, von der Südseite angefahren werden. Vom Parkhaus P9 in der Schönfeldstraße, das bereits heute den Namen "Am Klinikum" trägt, wird dann der Eingang direkt sichtbar und zu erreichen sein. Optisch noch prägnanter wird das Romed-Klinikum auf diese Weise mit der Innenstadt verbunden, betonen der Kaufmännische Direktor Christian Mauritz und Romed-Geschäftsführer Günther Pfaffeneder.

Auch im Innern ermöglicht der Neubau nach ihren Angaben eine optimale Funktionalität der medizinischen und therapeutischen Abläufe: Die neue Eingangshalle werde an eine neutrale horizontale Erschließungsebene und darüber an alle Klinikbauteile angeschlossen. Die Überwachungsstationen würden räumlich mit den internistischen und chirurgischen Intensivstationen zusammengefasst. Letztere erhalten Ein-Bett-Zimmer. Die Optimierung der Abteilungsanordnungen auf den einzelnen Ebenen garantiert, so Pfaffeneder und Mauritz, "dass die neuesten hygienischen und funktionellen Anforderungen zur Patientenversorgung sichergestellt werden".

Die Bauarbeiten erfordern jedoch den Abbruch des jetzigen Hauses 2, geplant für den Jahreswechsel 2014/ 2015. Mitte 2013, wenn das neue Bettenhaus bezogen ist, beginnt eine einjährige Phase der Vorbereitung. Denn für die Baustellenzeit benötigen die Krankenhauskirche, die chirurgische Intensivstation und der Aufwachraum sowie die Bettenzentrale eine Übergangslösung. Die Pflegestationen im Erd- und ersten Obergeschoss des abzureißenden Hauses 2 ziehen bereits endgültig in die anderen Pflegegebäude um, teilt die Klinikleitung weiter mit.

Im Neubau, der laut derzeitiger Terminplanung zum Jahreswechsel 2017/2018 fertig gestellt sein soll, integriert das Romed-Klinikum unter anderem die neue Eingangshalle mit Patientenaufnahme sowie auf den Ebenen 1 und 2 die internistische und chirurgische Intensiv- und Überwachungsstationen mit insgesamt 42 Betten. Außerdem ist eine weitere Ebene für Gemeinschaftsräume mit Kapelle, Seelsorgebüros und Personalspeisebereich mit Terrasse, eine Ebene 4 für Bereitschaftsdiensträume und zentrale Gebäudetechnik vorgesehen, so die Bauleitung.

Neubau kostet fast 30 Millionen Euro

Stellungnahme der Regierung von Oberbayern vom 22. Januar 2012:

"Entgegen dieser Darstellung fördert die Regierung von Oberbayern im Hinblick auf den geplanten Neubau auch die Abbruchkosten in Höhe von insgesamt 340.000 Euro.

Entgegen der Darstellung nimmt die Regierung von Oberbayern als Maßstab stets den üblichen Stand der Technik. Dabei werden nur die Maßnahmen anerkannt, die für den Bedarf des Krankenhauses notwendig sind; darüber kann es im Einzelfall zu Meinungsverschiedenheiten kommen."

Die Gesamtkosten für den Neubau belaufen sich nach den derzeitigen Schätzungen auf 29,84 Millionen Euro, teilen Pfaffeneder und Mauritz mit. Förderfähig sind nach dem Bayerischen Krankenhausgesetz 23,05 Millionen. Der Prüfbericht der Regierung von Oberbayern sieht jedoch nur einen Förderbetrag von 19,75 Millionen Euro vor. Die Differenz erklärt die Geschäftsführung mit "unterschiedlichen Kostenermittlungsmethoden zwischen Architekt und Regierung". Sie ergäben sich durch die Tatsache, dass im Bestand abgebrochen und neu gebaut werde. Die Abrisskosten seien grundsätzlich nicht förderfähig - ebenso wenig wie die in Rosenheim notwendigen Übergangsmaßnahmen in Form von Auslagerungen. Auch die Nebenkosten würden in der Regel mit einem pauschalen, erfahrungsgemäß zu geringen Satz von der Förderbehörde berücksichtigt. Bei der technischen Gebäudeausrüstung komme es ebenfalls vereinzelt zu Differenzen zwischen dem, was die Förderstelle als bedarfsnotwendig ansehe und zwischen dem, was die Fachplaner als Stand der Technik für notwendig erachten würden. Da es sich bei beiden Berechnungsarten "um grobe Schätzungen" handele, erhofft sich das Kommunalunternehmen der Kliniken der Stadt und des Landkreises nach detaillierten Kostenermittlungen eine Annäherung der Summen.

Ein weiteres Thema, das die Planer beschäftigt, stellt die Frage dar, ob die monumentalen Glasfenster der Krankenhauskirche St. Kassian, die der Rosenheimer Künstler Karl Prokop geschaffen hat, im Neubau verwendet werden können. Aufgrund ihrer Höhe von 2,5 Metern und ihrer Breite von 13 Metern gestaltet sich die Wiederverwendung schwierig. "Sollte dies nicht gelingen, wird in Absprache mit dem Ordinariat und dem Kulturamt der Stadt über die weitere Verwendung der Glasfenster beraten", verspricht die Klinik.

Sie wird übrigens auch nach 2018 weiter bauen - bis zum elften Bauabschnitt, dessen Fertigstellung je nach Förderzusagen und Finanzierungssicherungen für 2026 bis 2028 erwartet wird.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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