Ausstellung: Blumenpracht im Landratsamt

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Zur Ausstellungseröffnung im Landratsamt gab es eine kleine Exkursion in die Welt der heimischen Orchideen: (von links) Georg Vogl, Leiter des Sachgebiets Naturschutz, Anna Lösch, Abteilungsleiterin für Bau- und Umweltrecht, Landrat Josef Neiderhell und Franz Rotter vom Arbeitskreis Heimische Orchideen.

Rosenheim - Sie duften, tricksen, schmarotzen und sehen auch noch gut aus. Orchideen sind als Blumenschmuck beliebter denn je. Eine Ausstellung im Landratsamt befasst sich jetzt damit.

Sie begeistern den Betrachter mit wunderschönen, oft eigens gezüchteten Farbkombinationen. Übersehen wird dabei, dass diese Pflanzenfamilie in vielfältigen Formen auch in der heimischen Natur vorkommt. Eine Ausstellung im Landratsamt informiert ab sofort über die Pracht der Orchideen in unserer Region.

„Wildwachsende Orchideen – bedrohte Vielfalt in den Landkreisen Miesbach, Rosenheim und Traunstein“, so lautet der Titel der Ausstellung. Sie informiert unter anderem darüber, dass der Mensch durch sein Wirken in der Natur zur großen Vielfalt der Orchideen beitrug. Ein Beispiel sind Almwiesen, die der Mensch durch Rodung und Beweidung schuf. Die sensiblen Pflanzen können dort nur existieren, wenn die traditionelle Almwirtschaft fortgeführt wird.

Ein anderes Beispiel sind Streuwiesen. Flächen also, die landwirtschaftlich sehr zurückhaltend, das heißt, extensiv genutzt werden. Weitere Lebensräume in unserer Region sind Moore und Wälder. Besonders artenreich sind Misch- und Buchenwälder. Das Licht am Boden ist so gering, dass einige Orchideen auf Photosynthese verzichten und sich stattdessen, schmarotzend, von Pilzen ernähren lassen.

Zu den am weitesten verbreiteten Orchideenarten gehören die Händelwurzen. Sie verdanken ihren Namen der Wurzelknolle, die an die Form von Händen erinnert. Die vermutlich interessanteste Bestäubungsstrategie aller heimischen Orchideen verfolgt die Fliegenragwurz. Obwohl sie keinen Nektar bieten kann, gelingt es der Pflanze Bienenmännchen anzulocken, indem sie mit ihrem Duft, ihrer Form und ihrer Farbe ein Bienenweibchen vortäuscht. Einen Hoffnungsschimmer gibt es für die in ganz Deutschland stark gefährdete Sommerwendelähre. Diese Art hat am Chiemsee noch gute Bestände.

Bis zum 23. August sind die rund 30 Schautafeln zu den üblichen Öffnungszeiten im Foyer des Rosenheimer Landratsamtes ausgestellt. Interessierte Besucher können eine vom Arbeitskreis heimische Orchideen herausgegebenen Flyer mitnehmen. Dieser gemeinnützige Verein kümmert sich seit mehreren Jahrzehnten um diese Pflanzenfamilie.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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