Aus drei mach eins: Drei Pfarreien, eine "Stadtteilkirche"

"Stadtteilkirche Rosenheim-Inn" nennen sich (von links) derzeit St. Nikolaus, Heilige Familie in der Kastenau und St. Hedwig in der Erlenau.

Rosenheim - Es gibt immer weniger Priester, das merkt nun auch Rosenheim. Aufgrund des Mangels an Priestern sollen je drei Pfarreien zu einer sogenannten "Stadtteilkirche" zusammengefasst werden.

Die neun Pfarreien behalten zwar ihre Eigenständigkeit, je drei werden aber zu einer "Stadtteilkirche" (gelb, grün und ocker) verbunden und seelsorgerisch von einem gemeinsamen Pfarrer betreut. Langenpfunzen und Westerndorf St. Peter gehören zum Pfarrverband Pfaffenhofen-Hochstätt.

Lesen Sie hier den Originalbericht aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Dreimal drei Pfarreien

Der Priestermangel geht auch an den Katholiken in Rosenheim nicht spurlos vorüber. Je drei Pfarreien sollen ab dem kommenden Jahr zu einer sogenannten "Stadtteilkirche" verbunden werden. Ein Geistlicher steht dann an der Spitze von jeweils drei Pfarreien. So sieht es das "Zukunftsforum" des Erzbistums München-Freising vor.


Ein Mitglied dieses Forums ist Pfarrer Georg Rieger aus Vogtareuth, der für das Dekanat Rosenheim zuständig ist. Er versichert, dass jede einzelne Pfarrei auch in Zukunft rechtlich und finanziell eigenständig bleibt. Ausnahme: "Die Pfarreien selbst wollen sich zusammenschließen".

Die ersten Schritte bereits gegangen

Die ersten Schritte auf dem Weg zu den Stadtteilkirchen sind die Katholiken bereits gegangen. Benno Biehler, Pfarrer von Heilig Blut, betreut seit rund einem Jahr die Pafrrei Mariä Himmelfahrt in Pang mit. "Stadtteilkirche Am Wasen" nennen sich jetzt die Pfarreien im Süden der Stadt. Andreas Maria Zach ist für die "Stadtteilkirche Rosenheim-Inn" und somit die drei Pfarreien Heilige Familie Kastenau, St. Nikolaus und St. Hedwig zuständig und Dekan Rieger ist Administrator der Pfarreien St. Michael und Christkönig. Einen "eigenen" Priester haben demnach nur noch St. Quirinus mit Alois Fuchs und St. Josef der Arbeiter in Oberwöhr mit Dr. Josef Franik.

An Ostern: Ende der Planungsphase

Dreimal drei Pfarreien sollen in Rosenheim zu Pfarreiengemeinschaften verbunden werden. "Stadtteilkirche Am Wasen" lautet (von links) der Name von Mariä Himmelfahrt in Pang, Heilig Blut und St. Josef der Arbeiter in Oberwöhr.

Zu Ostern will das "Zukunftsforum" seine Planungen endgültig abschließen. Dann soll feststehen, wie die drei Stadtteilkirchen heißen. Die jetzigen Namen sind laut Rieger nur Arbeitstitel und müssen vom Erzbischof noch abgesegnet werden. Ebenfalls geklärt werden soll bis zum Frühjahr, welcher Priester welche Stadtteilkirche hauptamtlich betreut und ob gegebenenfalls weitere Geistliche den "Chef" unterstützen.

Benno Biehler, Pfarrer von Pang und Heilig Blut, tritt im August aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Ob dann Pfarerr Franik aus Oberwöhr die Leitung der Kirche "Am Wasen" übernimmt, steht laut Rieger noch nicht fest. Franik müsse sich noch um die Stelle bewerben.

Ebenfalls noch nicht geklärt ist, wo die drei Stadtteilkirchen ihren Sitz haben werden und welche Pfarrämter bestehen bleiben. Vorgesehen ist laut Rieger jeweils eine zentrale Anlaufstelle. Dass einzelne Gemeinden ihr Pfarramt allerdings in Zukunft als Nebenstelle betreiben, sei nicht auszuschließen. Zudem soll in jeder Pfarrei weiterhin eine Sonntagsmesse stattfinden.

Insgesamt leben im Gebiet der drei Rosenheimer Stadtteilkirchen rund 29900 Katholiken (Stand 02/2009).

29900 Katholiken

Stadtteilkirche Rosenheim-Inn

Pfarrei Hl. Familie

836

Pfarrei St. Hedwig

3553

Pfarrei St. Nikolaus 4209

Gesamt 8598

Stadtteilkirche Am Wasen

Pfarrei Mariä Himmelf. 3763

Pfarrei Hl. Blut 4739

Pfarrei St. Josef 2065

Gesamt 10.567

Geplante

Pfarreiengemeinschaft

Pfarrei Christkönig 5577

Pfarrei St. Michael

2514

Pfarrei St. Quirinus 2644

Gesamt 10.735

3544 Kirchgänger

3544 Katholiken besuchten im Jahr 2008 wöchentlich die Sonntagsmessen der neun Rosenheimer Pfarreien.

Stadtteilkirche Rosenheim-Inn

Hl. Familie647,9%

St. Hedwig2747,7%

St. Nikolaus1222*29,9 %

Stadtteilkirche Am Wasen

M.Himmelf. 39410,6 %

Hl.Blut3928,4 %

St.Josef23411,6 %

Gepl. Pfarreiengemeinschaft

Christkönig5389,7 %

St.Michael2088,5 %

St.Quirinus2188,6 %

* Laut Ordinariat München besuchen viele Katholiken aus dem Umland die Messen in der Stadtpfarrkirche. Zudem zählen die Besucher der Klosterkirche zu St. Nikolaus, so dass sich ein relativ hoher Prozentsatz ergibt.

Martin Aerzbäck/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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