15- und 21-Jährige sterben in Rosenheim

Ersthelfer des Horror-Unfalls: Der BMW-Fahrer schrie herum

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Rosenheim - Bei dem schweren Unfall am Sonntagabend in der Miesbacher Straße starben zwei junge Frauen im Alter von 21 und 15 Jahren. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe gebildet.  

UPDATE, 18.20 Uhr: Überlebende außer Lebensgefahr

Alle Überlebenden des Horror-Unfalls sind außer Lebensgefahr. Das erfuhr Radio Charivari von der Polizei. Man dürfe dem gesundheitlichen Verlauf aber nicht vorgreifen, sondern müsse abwarten, wie sich die Situation in den nächsten Tagen entwickle.

UPDATE, 17.40 Uhr: Ersthelfer schildert seine Eindrücke

Unsere Redaktion konnte nun mit einem Ersthelfer sprechen, der sich am Sonntagabend an der Unfallstelle befand. 

"Ich war unterwegs nach Kolbermoor, da sah ich 10-15 Autos mit Warnblinkern, dachte zuerst an einen Stau." Der 19-Jährige, der in diesem Artikel anonym bleibt, ist ehrenamtlich beim BRK engagiert. So schnappte er sich auch gleich seine Rettungsdienst-Jacke, als er den wahren Hintergrund erkannte. 

Interessant ist dann seine erste Beobachtung vor Ort: Einer der beiden BMW-Fahrer und - so vermutet der Ersthelfer - der Fahrer des VW Golf stritten heftig miteinander und beschimpften sich. Einige Leute hielten den BMW-Fahrer noch zurück. An den Satz "Lass den Scheiß!" kann sich der Ersthelfer noch erinnern, kann jedoch nicht einordnen, in welchem Zusammenhang das gemeint war. Der BMW-Fahrer sei jedenfalls so aufgebracht gewesen, dass sogar sein Kreislauf versagte und er zusammenbrach.

Wie berichtet (UPDATE 12.45 Uhr), schließt die Polizei derzeit nicht aus, dass es ein illegales Autorennen war. 

Zuerst wurde der Ersthelfer dann zu der Golf-Beifahrerin des mutmaßlichen Unfallverursachers gerufen, die über Schmerzen in der Magengegend klagte und alleine im Wagen saß. Dann aber rief man ihm zur Nissan-Fahrerin, die schwerer verletzt war. Er fühlte ihren schwachen Puls. Doch erst die Feuerwehr konnte die eingeklemmte junge Frau befreien, sie verstarb wenig später an der Unfallstelle. 

Es seien eigentlich genug Ersthelfer am Unfallort gewesen, doch "die meisten konnten nur mit Taschenlampen leuchten, kaum einer wusste, was zu tun ist", erzählt der Zeuge. Wobei man den Frauen im Nissan auch zunächst nicht hätte helfen können, weil sie zuerst aus dem Wrack befreit werden mussten.  

Die Eindrücke, die auf den jungen Mann an der Unfallstelle einprasselten, nehmen ihn auch einen Tag später noch sehr stark mit. Besonders das Ableben der 15-Jährigen, über das er in den Medien erfuhr, schockiert ihn, weil er die Jugendliche zwar schwerst verletzt, aber noch lebend sah. 

In der Nacht fand er keinen Schlaf. Er wird momentan vom Kriseninterventionsteam betreut. Bei der Polizei machte er am Montag eine Aussage. 

UPDATE, 14.30 Uhr:

Die Straße Panorama-Schwaig ist im Mai 2007 eröffnet worden. Bei der Planung hatte es im Vorfeld wiederholt Verzögerungen gegeben. Nur wenige Wochen später kam dann dort ein Mann bei einem schweren Motorradunfall ums Leben. An den Crash von damals erinnert seither eine Gedenktafel am Straßenrand. 

Seit Sonntagabend ist die Straße leider um ein trauriges Kapitel reicher: Der Horrorcrash passierte übrigens nur wenige Meter entfernt von der damaligen Unfallstelle.

Fotos von der Unfallstelle am Tag danach:

Die Unfallstelle am Tag danach 

UPDATE, Montag, 12.45 Uhr: War es ein illegales Autorennen?

Nach Veröffentlichung der jüngsten Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sowie des Zeugenaufrufs nach den beteiligten Fahrzeugen, stellt sich die Frage nach einem illegalen Autorennen. rosenheim24.de fragte deshalb bei Pressesprecher Stefan Sonntag nochmals genauer nach. Stefan Sonntag: "Solange die Ermittlungen laufen, können wir zum Unfallhergang derzeit nichts ausschließen." Die Polizei prüfe einen Zusammenhang zwischen den beiden BMW der 3er-Serie und dem roten VW Golf GTI mit Ulmer Kennzeichen.

Auch über die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit der beteiligten Fahrzeuge gibt es laut Sonntag noch keine Erkenntnisse, "das klärt der Sachverständige anhand der Schadensbilder". Auf der Miesbacher Straße gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h.

UPDATE, Montag, 12.25: Pressemeldung Polizeiinspektion Rosenheim 

Wie berichtet, waren am Sonntagabend, 20. November 2016, beim Frontalzusammenstoß zweier Autos im Gemeindebereich von Rosenheim zwei junge Frauen getötet und drei weitere Menschen schwer verletzt worden. Jetzt ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei zum genauen Hergang des folgenschweren Unfallgeschehens, dazu wurde bei der Polizeiinspektion Rosenheim eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Außerdem sucht die Polizei nach Zeugen, die sachdienliche Angaben machen können.

Zur Unfallzeit um 21.06 Uhr waren auf der Miesbacher Straße ein VW Golf und ein Nissan Micra frontal zusammengestoßen. Der Golf war vor der Kollision auf der Miesbacher Straße in westlicher Richtung gefahren, der Nissan in der Gegenrichtung. Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich der VW Golf zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes auf dem Fahrstreifen des Gegenverkehrs.

Die Nissan-Fahrerin (21) verstarb noch an der Unfallstelle. Die 19-jährige Beifahrerin kam mit einem Rettungshubschrauber schwerstverletzt in ein Münchner Klinikum, dürfte aber nach Auskunft der Ärzte zwischenzeitlich außer Lebensgefahr sein. Die 15 Jahre alte Mitfahrerin kam mit schwersten Verletzungen in ein Klinikum in der Region, verstarb dort aber wenig später. Die drei jungen Frauen stammen aus dem südlichen Landkreis Rosenheim.

Der 23-jährige Fahrer des VW, der aus Baden-Württemberg stammt, und eine 40-jährige Frau, die mit im Fahrzeug saß, wurden beide schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Die 40-Jährige stammt aus Oberösterreich.

Bei der Polizeiinspektion Rosenheim wurde eine Ermittlungsgruppe zur Klärung des tragischen Unfallgeschehens eingerichtet. Unterstützt werden die Beamten von einem Sachverständigen, der auf Weisung der Staatsanwaltschaft bereits am Unfallort seine gutachterliche Tätigkeit aufnahm. 

Neben dem unfallbeteiligten VW Golf waren vor dem Zusammenstoß noch zwei BMW auf der Miesbacher Straße in westlicher Richtung unterwegs. Die Polizei sucht nach Verkehrsteilnehmern bzw. Zeugen, welchen die drei Fahrzeuge vor dem Unfallgeschehen möglicherweise bereits auf der Strecke von der B15, über die sogenannten „Panoramakreuzung“, bis hin zur Unfallstelle in der Miesbacher Straße aufgefallen sind:

  • Wem fielen am Sonntagabend folgende Fahrzeuge vor dem späteren Unfall um 21.06 Uhr auf: 2 schwarze BMW der 3er-Serie und der rote VW Golf GTI mit Ulmer Kennzeichen (UL- )? 
  • Wer kann sonst Angaben in dieser Sache machen?

Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Rosenheim unter der Telefonnummer (08031)/2000.

Pressemeldung Polizeiinspektion Rosenheim

UPDATE, Montag, 9.45 Uhr - Video:

Die Meldung vom Montagmorgen:

Am Sonntagabend ging um 21.07 Uhr über Notruf die Mitteilung über einen schweren Verkehrsunfall auf der Miesbacher Straße in Fahrtrichtung Schwaiger Kreisel ein.

Der bereits um 21.12 Uhr eintreffenden Streife und dem Rettungsdienst bot sich ein schreckliches Bild: Offensichtlich war ein aus Richtung Panorama-Kreuzung kommender VW Golf mit einen aus der Gegenrichtung kommenden Nissan Micra frontal kollidiert

Im Nissan befanden sich drei junge Frauen aus dem südlichen Landkreis, der aus Baden- Württemberg stammende Golf war mit dem Fahrer und einer Beifahrerin besetzt. 

Sowohl im Nissan und im Golf waren jeweils die Beifahrerinnen eingeklemmt, sie wurden von der Feuerwehr Rosenheim befreit. Die Verbindungsstraße wurde für den Verkehr durch die Feuerwehr gesperrt, die Unfallstelle ausgeleuchtet. 

Der Notarzt konnte trotz sofortiger Reanimation bei der Fahrerin des Nissan nur noch den Tod feststellen, die Beifahrerin wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum Großhadern geflogen, eine Mitfahrerin verstarb kurze Zeit später im Klinikum Rosenheim

Der den Unfall verursachende Golf-Fahrer und seine Beifahrerin sind ebenfalls schwer verletzt und wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

Schwerer Unfall in der Miesbacher Straße

Der diensthabende Staatsanwalt war bei der Unfallaufnahme vor Ort und ordnete ein unfallanalytisches Gutachten zum Hergang des Unfalls an. Die Angehörigenverständigung wurde durch die Polizeiinspektion Brannenburg unter Beteiligung des Kriseninterventionsteams durchgeführt.

Nach bisherigen Erkenntnissen überholte der unfallverursachende Fahrer des Golf zwei in Fahrtrichtung Schwaiger Kreisel fahrende BMW und stieß dabei mit dem entgegenkommenden Nissan frontal zusammen. Die Miesbacher Straße war bis etwa 1.30 Uhr gesperrt.

Pressemeldung Polizeiinspektion Rosenheim 

Quelle: rosenheim24.de

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