Video: Hoeneß wünscht CSU 50 Prozent

  • schließen

Rosenheim - Deutliche Worte und ein klares Bekenntnis zur CSU gab's von Uli Hoeneß bei seinem Podiumsgespräch mit Ilse Aigner in der Inntalhalle.

Mit reichlich Analogien aus dem Sport haben am Sonntagabend Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß auf der Veranstaltung "Menschen bewegen Bayern" einen Streifzug duch Politik, Bildung und Bayerns Wirtschaft unternommen. Doch Hoeneß äußerte sich in der Inntalhalle auch über die sportliche Situation des FC Bayern und die Zukunft von Jupp Heynckes.

Aigner: "Dahoam is dahoam."

Zunächst stand jedoch die Bundesministerin im Blickpunkt. Sie kandidiert am 15. September für den Bayerischen Landtag. "Ich möchte meinen Beitrag ganz persönlich leisten bei dieser Wahl", erklärte Aigner. Doch die Rückkehr in die Heimat hat auch persönliche Gründe. "Dahoam is dahoam, ganz schlicht und ergreifend", so die Verbraucherministerin. Berlin könne man damit nicht vergleichen.

Hoeneß wünscht Aigner starke Gegner

Für Hoeneß hängt der Wahlerfolg von Aigner und ihren Parteikollegen auch von der Stärke ihrer Gegner ab: "Ich wünsche Ihnen, liebe Frau Aigner, dass sie irgendwann in diesem Jahr einen richtigen Gegner bekommen." Auch der FC Bayern sei durch die Erfolge von Borussia Dortmund noch besser geworden. Überhaupt seien Niederlagen ab und an nicht verkehrt. So habe die Niederlage im Champions League-Finale 1999 gegen Manchester United "bewiesen, dass die Niederlage manchmal ein Sieg sein kann". Dem Verhältnis zwischen England und Deutschland habe dieses Spiel jedenfalls gut getan. "Dass die Deutschen so verlieren können, hätte ich nicht gedacht", soll laut Hoeneß der Trainer von Manchester United, Alex Ferguson, gesagt haben.

Hoeneß will sich nicht politisch engagieren

In der Inntalhalle wurde jedoch mehr als deutlich, dass sich der FC Bayern-Präsident für die bayerische Landtagswahl nur einen Sieger wünscht: die CSU. Aktiv in der Poltik engagieren möchte sich Hoeneß allerdings auch weiterhin nicht. "Ich kann für unser Land hier in Bayern aus der Beobachterposition mehr tun." Genau diese Form des Engagements gefällt Ilse Aigner. "Gut, dass es politisch denkende Menschen gibt, die nicht in der Politik sind." Diese könnten beispielswiese "einiges eher sagen als Politiker".

Auch die aktuelle politische Diskussion war am Sonntagabend Thema. Für Hoeneß steht die Abschaffung der Schulnoten und des Sitzenbleibens nicht zu Debatte. "Das ganze Leben ist doch ein Wettbewerb", sagte der Weltmeister von 1974. Wenn man den Umgang mit Wettbewerb in der Schule nicht lerne, sei man später ohne Chance. "Man muss sich immer wieder überprüfen: Wo stehe ich eigentlich?", so Hoeneß. "Lamentiererei" gehe ihm schon länger auf die Nerven.

"Schwarze Schafe attackieren, aussortieren, isolieren"

In Sachen Lebensmittelskandale sprang Hoeneß der Bundesverbraucherministerin bei. "Ich behaupte, nie zuvor sind Lebensmittel so sauber produziert worden wie jetzt." Betrug sei schlicht immer möglich. Wenn es um die Lebensmittelqualität geht, sieht der FC Bayern-Präsident, der selbst in Nürnberg den Würstl-Produzenten "HoWe" aufgebaut hat, vor allem die Unternehmen und weniger den Staat in der Pflicht. "Die Unternehmen müssen die schwarzen Schafe attackieren, aussortieren, isolieren", forderte Hoeneß.

Das Rückgrat von Bayerns Wirtschaft sieht der ehemalige Manager des FC Bayern im Mittelstand. Unternehmen seien im Freistaat oft noch familien- oder inhabergeführt. Genau diese Firmen gelte es zu fördern. "Was hier hereinspielt, ist die Schulpolitik, die Bildungspolitik", lobte Hoeneß. Die Unternehmen könnten in Bayern einfach auf besser ausgebildete Mitarbeiter zurückgreifen als anderswo. "Wir haben in der Breite dieses Riesenangebot", pflichtete ihm Aigner bei. Es gebe in Bayern nicht nur genug Ingenieure, sondern eben auch ausreichend Fachkräfte, "die die Maschinen zusammenbauen".

"Nicht nach oben buckeln und nach unten treten, sondern umgekehrt"

Ellbogenmentalität kommt für Hoeneß, der für sein soziales Engagement bekannt ist, inzwischen nicht mehr in Frage. "Wenn du ein junger Manager bist, musst du hochkommen, die Ellbogen einsetzen", schilderte der FC Bayern-Präsident seine Anfangsjahre als Fußballmanager. Konkurrenten wie Willi Lemke, lange Jahre Manager von Werder Bremen, hätten nur auf Fehler vom ihm gewartet. Mit der Zeit sei jedoch sein Bewusstsein für die soziale Verantwortung des FC Bayern gewachsen. "Als mächtiger Verein hat man eine ungeheure soziale Verantwortung für kleinere Vereine", so Hoeneß. Es müsse nicht heißen, "nach oben buckeln, nach unten treten, sondern umgekehrt".

Uli Hoeneß trifft Ilse Aigner in der Inntalhalle

Deutsche Meisterschaft ist für Hoeneß sicher

Freilich ließ es sich Nicolas Foltin, Moderator der Veranstaltung, nicht nehmen, Hoeneß ein paar Fragen zum FC Bayern zu stellen. Mit nun 20 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten sieht Hoeneß die deutsche Meisterschaft nicht mehr in Gefahr. "Ich nehme den Titel jetzt an", sagte Hoeneß. In der Champions League hingegen, wo der FC Bayern vor dem Einzug ins Viertelfinale steht, hofft er erst einmal auf Losglück. So wünscht sich Hoeneß einen deutschen Gegner "erst im Endspiel, nicht vorher".

Heynckes soll dem FC Bayern erhalten bleiben

Bayern-Trainer Jupp Heynckes, der im Sommer vom Spanier Pep Guardiola abgelöst wird, möchte der Präsident im Verein halten. "Wir sind extrem zufrieden mit Jupp Heynckes." Die Entscheidung zugunsten des Spaniers sei daher eine harte Entscheidung gewesen. Trotz allem soll es für Heynckes eine Zukunft beim FC Bayern geben. "Wir werden uns nach der Saison zusammensetzen und überlegen, wie wir diesen großartigen Menschen im Verein halten können", kündigte Hoeneß an. Was die Personalie Robert Lewandowski angeht, hielt sich der FC Bayern-Präsident hingegen bedeckt. Der Verein soll sich mit dem Stürmer von Borussia Dortmund Medienberichten zufolge bereits handelseinig sein. Lediglich wann der Wechsel über die Bühne geht, wäre demnach noch fraglich. "Wir haben drei exzellente Stürmer und fühlen uns nicht unter Zeitdruck", erklärte Hoeneß. Die nächsten Wochen werde es daher keine Stellungnahme geben.

Alexander Belyamna

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © bla

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser