Kuko weiter in der Innenstadt

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Das Kultur- und Kongresszentrum mit seinem auffälligen Dach im oberen Bereich des Bildes soll ein Herzstück der Innenstadt bleiben.

Rosenheim - Mit rund zehn Millionen Euro soll das Kultur- und Kongresszentrum im Salingarten generalsaniert und für die nächsten 30 Jahre fit gemacht werden.

Diesen Grundsatzbeschluss hat der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats gefasst. Optische Veränderungen, eine Modernisierung nach heutigem Geschmack, stehen auf einem anderen Blatt. Sie sind in den zehn Millionen Euro nicht enthalten, auch nicht die notwendige Sanierung der Tiefgarage. Diese kostet weitere knapp drei Millionen Euro.

Den gesamten Stadtrat beschäftigt das Thema am Mittwoch nächster Woche. Eine andere Weichenstellung ist nicht zu erwarten, nachdem sich die Mitglieder im elfköpfigen Haupt- und Finanzausschuss einig waren. Die Entscheidung fiel zwischen zwei Möglichkeiten: 7,7 Millionen Euro investieren, das Haus nach zehn Jahren abreißen, zuvor nach einem neuen Standort suchen und neu bauen oder zehn Millionen Euro für die Generalsanierung ausgeben und den Bestand für weitere 30 Jahre sichern. Das Votum im Ausschuss für Sanierung war einstimmig.

2006 gab es erste größere Reparaturen mit Kosten von 1,44 Millionen Euro. Dann aber wollte der Stadtrat einen Überblick über die weiteren unabwendbaren Kosten, um nicht in ein Fass ohne Boden zu investieren.

Drei Jahrzehnte nach der Eröffnung zeigt der Bau kaum Mängel. Es sind die neuen Brandschutzvorschriften und ein kompletter Austausch der veralteten Technik, die vor allem Kosten verursachen. Das Innere der Halle ist mit dunklem Palisanderholz verkleidet. Dies entspricht dem Geschmack der 70er-Jahre. Man müsse die Halle als "Zeichen der damaligen Zeit" sehen, sagte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Wenn das Holz heute ein wenig altmodisch wirke, ist Bauer doch froh, dass die Rosenheimer Halle nicht später gebaut wurde. Da waren in solchen Gebäuden radikal nackte Betonwände modern. Sie bedauert aber, dass Tagungsteilnehmer "kein bisschen Blick nach außen haben und doch sehr abgeschieden ihre Sitzungen absolvieren."

Wichtig ist aus ihrer Sicht zunächst einmal die grundsätzliche Entscheidung, das Kuko an dieser Stelle zu belassen. Ein nächster Schritt sei, die Rahmenbedingungen zu klären, etwa die Engpässe im Hotelbereich auszuräumen, über zusätzliche Tagungsräume und die Optik nachzudenken, vielleicht den Hauptraum Richtung Foyer zu öffnen.

"Mehr Helligkeit und Freundlichkeit"

Dr. Beate Burkl erinnerte als Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/UP an die in einem vorausgegangenen Workshop entwickelte Idee, das Kuko Richtung Salinstraße zu erweitern. Es soll jetzt Aufgabe der Stadtplaner sein, sich darüber weitere Gedanken zu machen.

In letzter Zeit war immer wieder auch ein Standort am Bahnhof diskutiert worden. Dagegen hob für die CSU ihr Fraktionsvorsitzender Herbert Borrmann die gute Lage in der Innenstadt hevor. Neben einer zeitgemäßen Technik brauche aber der große Saal auch eine neue Optik. Borrmann vermisst dort wie die Oberbürgermeisterin "Helligkeit und Freundlichkeit".

Gabriele Leicht nannte das Kuko "ein Herzstück der Innenstadt". Diese Oase zu erhalten, war nach den Worten der Fraktionsvorsitzenden auch Ziel der SPD. Für falsch hielte sie es, parallel zur Generalsanierung in den nächsten Jahren weiter nach einem Grundstück für einen möglichen neuen Standort zu suchen. Dafür sei in zehn oder 15 Jahren immer noch Zeit. "Wissen wir, ob die Teilnehmer bei Kongressen in Zukunft noch persönlich anwesend sein müssen? Wissen wir, ob wir überhaupt noch ein Tagungszentrum brauchen?"

Franz Lukas, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erinnerte daran, das Kuko sei vor 30 Jahren als "Halle für alle" gebaut worden, nicht als Kongresszentrum. Mehr Licht lasse sich möglicherweise über verspiegelte Lichtschächte in den großen Saal leiten. "Aber nicht auf Kosten der Akustik", warnte Gabriele Leicht. Gerade als Konzerthalle sei das Kuko ausgezeichnet, hob CSU-Stadtrat Dr. Wolfgang Bergmüller hervor.

CSU-Stadträtin Eleonore Dambach schätzte, ein Neubau würde 60 Millionen Euro kosten. Das könne sich die Stadt mit Blick auf den Haushalt gar nicht leisten. Besser sei eine Sanierung, die nicht nur eine Haushaltskonsolidierung, im besten Fall auch Schuldenabbau zulasse.

Man solle den Blick nicht nur auf das Gebäude werfen, sondern auch auf das hervorragende kulturelle Geschehen darin, betonte Franz Weiland als Sprecher der Wählerinitiative Rosenheim und lobte: "Weiter so".

red/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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