Migranten am Rosenheimer Bahnhof aufgegriffen

Nach gefährlicher Fahrt auf Güterzug: Ghanaer muss in JVA

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Rosenheim – Mehrere Migranten sind am Montag unter lebensgefährlichen Bedingungen mit einem Güterzug nach Deutschland gefahren. Die Bundespolizei hat die Afrikaner am Rosenheimer Bahnhof in Gewahrsam genommen. Der Zugverkehr wurde während des Polizeieinsatzes eingestellt. Zahlreiche Züge kamen deshalb verspätet an.

UPDATE, 16.10 Uhr: Nachtrag der Polizei

Bei den Migranten, die am Montag mit dem Güterzug von Italien nach Deutschland gefahren waren, handelt es sich um drei Guineer und einen Ghanaer. Sie gaben an, den Auflieger des Güterzugs in Italien nahe der italienisch-österreichischen Grenze bestiegen zu haben. 

Der 26-Jährige aus Ghana, bei dem die Bundespolizisten die gefälschten italienischen Papiere in der Unterhose gefunden hatten, wurde aufgrund der klaren Sachlage in einem sogenannten beschleunigten Verfahren am Rosenheimer Amtsgericht wegen Verschaffens falscher amtlicher Ausweise zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 350 Euro verurteilt. Da er die geforderte Summe nicht zahlen konnte, wurde er zum Verbüßen einer 70-tägigen Freiheitsstrafe in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. 

Drei der vier Guineer, 18, 25 und 18 Jahre alt, werden voraussichtlich noch am Dienstag einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet. Der vierte Guineer ist erst 16 Jahre alt. Er wurde der Obhut des Rosenheimer Jugendamtes anvertraut.

Pressemeldung Bundespolizei Rosenheim

UPDATE, 9.53 Uhr: Polizeimeldung

Am Montag gegen 21.20 Uhr informierte die Notfallleitstelle der Bahn die Bundespolizei, dass sich auf einem Güterzug auf der Strecke von Kufstein nach München einige Personen befänden. Der Lokführer eines entgegenkommenden Zuges hätte diese gesehen. Sogleich wurde der Halt des betreffenden Güterzuges in Rosenheim veranlasst. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die "blinden Passagiere" sich beim Zughalt über die Gleise entfernen, wurde der Zugverkehr am Rosenheimer Bahnhof eingestellt. Aus Sicherheitsgründen mussten die Oberleitungen geerdet werden.

Die Bundespolizisten trafen vier Afrikaner unmittelbar am Güterzug an. Schnell stellte sich heraus, dass die Migrantengruppe ursprünglich aus fünf Personen bestanden hatte. Bei der Absuche des Bahnhofsbereichs konnte der flüchtige Mann in einem abgestellten Regionalzug angetroffen werden.

Die Bundespolizei wurde bei diesem Einsatz von der örtlichen Polizeiinspektion und dem Notfallmanager der Bahn unterstützt. Um 23.25 Uhr konnten die Gleise am Rosenheimer Bahnhof wieder freigegeben werden. Der Zugverkehr war durch die Sperrung der Gleise erheblich beeinträchtigt. Etwa 50 Züge hatten hierdurch insgesamt rund 2.600 Minuten Verspätung.

Alle fünf Migranten wurden in Gewahrsam genommen und zur Bundespolizeiinspektion Rosenheim gebracht. Dort fanden die Beamten bei einem der unerlaubt Eingereisten gefälschte italienische Papiere, die er in seiner Unterhose versteckt hatte. Nach ersten Erkenntnissen dürften die fünf bereits in Italien den Zug bestiegen haben. Die Afrikaner stammen aus Ghana und Guinea. Der Gefährlichkeit ihrer Fahrt mit dem Güterzug waren sie sich offenbar nicht bewusst.

Pressemeldung Bundespolizei Rosenheim

Erstmeldung:

Am Montag gegen 21.30 Uhr konnte ein Lokführer fünf Personen im Wagen eines entgegenkommenden Güterzuges erkennen. Der Güterzug hielt daraufhin in Rosenheim. Das erklärte Rainer Scharf, Sprecher der Rosenheimer Bundespolizei, gegenüber rosenheim24.de.

Die Bundespolizei kontrollierte daraufhin den Zug und machte die fünf Personen, vermutlich aus Afrika, ausfindig. Die Männer wurden in Gewahrsam genommen und als Migranten in die Dienststelle gebracht.

Aus Sicherheitsgründen kam es am Rosenheimer Bahnhof mindestens eineinhalb Stunden lang zu massiven Beeinträchtigungen. Rund 50 Züge waren laut Scharf betroffen.

Die Bundespolizei hat eine Pressemitteilung angekündigt.

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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