Ehrfurcht vor dem Leben

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Der Rosenhof in Neubeuern: Er soll Sozialwaisenkindern ein neues Zuhause geben. Der Tropenarzt und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer wird der Namenspatron der Einrichtung sein.

Rosenheim/Neubeuern - Die OVB-Weihnachtsaktion 2012: Jeder Cent der Weihnachtsaktion "Ein Zuhause für Kinder in Not" der fließt in das Rosenhof-Projekt für Sozialwaisenkinder in Neubeuern.

Weihnachtsaktion der OVB-Heimatzeitungen:

  • Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Spendenkonto 19521, BLZ 71150000
  • VR Bank Rosenheim-Chiemsee eG, Spendenkonto 9090266, BLZ 71160161

Der Name ist Programm. In den Kinderdorfhäusern des Albert-Schweitzer-Familienwerks leben die Ideen des weltberühmten Tropenarztes weiter: Mitmenschlichkeit, Respekt, Ehrfurcht vor dem Leben. Für die Buben und Mädchen, die 2014 in den Rosenhof bei Neubeuern ziehen dürfen, sind das Begriffe wie aus einer anderen Welt. Wo sie herkommen, ging es eher unmenschlich zu. Deshalb fließt jeder Cent der Weihnachtsaktion "Ein Zuhause für Kinder in Not" der OVB-Heimatzeitungen in das Rosenhof-Projekt für Sozialwaisenkinder.

Albert-Schweitzer-Familienwerke und -Kinderdörfer gibt es in Deutschland schon seit den 50er-Jahren. Die Patenschaft für das erste Kinderdorf hatte der Friedensnobelpreisträger von 1953 noch zu Lebzeiten übernommen.

So wie Albert Schweitzers Urwaldklinik in Lambaréné im heutigen Gabun weltbekannt wurde, so machte sich das nach ihm benannte Familienwerk einen Namen. Heute werden bundesweit 600 Kinder und Jugendliche in Kinderdorfhäusern und 9500 Menschen in weiteren Einrichtungen des Verbandes betreut. In Bayern sind es 50 Buben und Mädchen in Kinderdorfhäusern beziehungsweise 1800 Menschen in den weiteren Abteilungen.

Im Raum Rosenheim betreibt das Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern seit 2004 das Kinderhaus Kerb in Pinswang bei Neubeuern. Sechs Kinder mit erschütternden Biografien haben dort ein neues Zuhause gefunden. Direkt daneben befindet sich der Rosenhof, der sogar neun Buben und Mädchen Platz bieten soll. Beide Häuser sind Vermächtnisse von Dr. Ruth Kerb, die bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 eine große Gönnerin der Kinderdorfhäuser war.

"Die meisten Kinder, die zu uns kommen, sind missbraucht, vernachlässigt oder geschlagen worden - manche davon in einer unglaublichen Art und Weise. Diese Schicksale gehen mir, obwohl ich die Arbeit schon viele Jahre mache, immer noch sehr nah", sagt Heiner Koch, Geschäftsführender Vorstand des Albert-Schweitzer-Familienwerks.

Trotzdem muss er selbst in dramatischen Fällen immer wieder abwinken. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist viel größer als das Angebot - und diese Schere klafft immer weiter auseinander, weil der Bedarf beständig steigt. 2011 drückte sich das so aus: In 44 Fällen fragten Jugendämter an, aber nur vier Kinder konnten aufgenommen werden.

So ist der Rosenhof speziell für benachteiligte Kinder in der Region eine Chance. In das idyllische Bauernhaus sollen nach dem Umbau vorwiegend Buben und Mädchen aus dem Raum Rosenheim, Traunstein und Mühldorf einziehen. "Wir hoffen, durch das Rosenhof-Projekt künftig mehr Kinder aus dem Raum Rosenheim heimatnah in diesen sehr gut geführten Einrichtungen in Pinswang unterbringen zu können", sagt deshalb Johannes Fischer, Leiter des Kreisjugendamtes Rosenheim.

Albert Schweitzer hat sich einst als Glückspilz gefühlt, weil er in seiner westafrikanischen Wahlheimat Lambaréné alles fand, was er suchte: Liebe, Vertrauen, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Die Leserinnen und Leser der OVB-Heimatzeitungen können dazu beitragen, dass traumatisierte Kinder schon bald im Rosenhof ähnliche Erfahrungen machen. Sie haben bereits über 35.000 Euro auf die zwei Konten der Weihnachtsaktion "Ein Zuhause für Kinder in Not" eingezahlt.

Die Listen mit den Namen der Spender finden Sie in den Ausgaben der OVB-Heimatzeitungen.

Ludwig Simeth (OVB-Heimatzeitungen)

Quelle: rosenheim24.de

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