Arbeitsreiche Freinacht für die Polizei:

Förmlich um Übernachtung in Zelle gebettelt

Rosenheim - Ruhestörungen, Schlägereien, Alkoholsünder und ein durchdrehender Asylbewerber - über mangelnde Arbeit brauchte sich die Polizei in der Freinacht nicht zu beschweren:

Die Nacht auf den 1. Mai bescherte den Beamten der Rosenheimer Inspektion viel Arbeit. Dabei war bei den über 25 Einsätzen fast die gesamte Bandbreite geboten. Besonders beschäftigte ein junger Asylbewerber die Streifen, der mehrmals am Landratsamt auffiel. Dort versuchte er, obwohl schon lange niemand mehr dort arbeitete, Einlass zu bekommen. Von dort erhoffte er sich eine Zuweisung einer Unterkunft. Warum er dies nicht zu den Öffnungszeiten machte, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Letztlich wurde er dann in Gewahrsam genommen und hatte somit für diese nasskalte Nacht ein Dach über dem Kopf.

Ebenfalls in jeweils einer Zelle durften zwei Rosenheimer übernachten, die schon um 19 Uhr auffielen und mit der Aussage, „wenn ihr uns nicht mitnehmt, habt ihr keine Ruhe“ förmlich darum bettelten, in Gewahrsam genommen zu werden.

Vor einer Diskothek im Aicherpark wurde um 1 Uhr eine Schlägerei zwischen einem Türsteher und einem Gast gemeldet. Auch hier nahmen die Beamten die Anzeigen wegen Körperverletzung auf. Zu einer weiteren Körperverletzung kam es um kurz vor 3 Uhr in der Frühlingsstraße, wo ein junger Mann aus dem Landkreis Rosenheim von einem Rosenheimer von hinten mit einem Schlag in den Nacken niedergestreckt wurde. Der Geschädigte kam ins Klinikum zur Behandlung und den Beschuldigten erwartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Bei insgesamt drei Ruhestörungen über das gesamte Stadtgebiet konnten die Streifen wieder für die nötige Ruhe sorgen. Glück im Unglück hatte 44-jähriger Rosenheimer, der mit seinem Auto von der Merianstraße eigentlich nach links abbiegen wollte, jedoch geradeaus in eine Hecke fuhr. Ein vorbeikommender Autofahrer, den er um die Verständigung eines Abschleppdienstes gebeten hatte, verständigte jedoch die Polizei. Als die Streife vor Ort eintraf, war das Auto jedoch nicht mehr vor Ort, sondern in einer Seitenstraße abgestellt. Im Fahrzeug saß jedoch noch der Fahrer. 

Den Grund, warum er nicht selbst die Polizei gerufen hatte, rochen die Beamten sofort. Ein Alkotest ergab einen Wert von über 1,5 Promille. Daher musste der 44-Jährige noch eine Blutentnahme über sich ergehen lassen. Sein Führerschein wurde an Ort und Stelle noch einbehalten. Auf ihn kommen nun mehrere Anzeigen zu, unter anderem Gefährdung des Straßenverkehrs in Folge Alkoholgenuss und unerlaubtem Entfernen vom Unfallort ermittelt. Dabei erwartet ihn neben einem längeren Fahrerlaubnisentzug auch eine empfindliche Geldstrafe.

Erfreulich ist hingegen, dass im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Rosenheim keine Straftaten mit einem Bezug zur Freinacht gemeldet wurden.

Pressemeldung Polizei Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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