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FH-Präsident für Studiengebühren

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Professor Heinrich Köster verteidigte mit Nachruck die Studiengebühren, da sie seiner Ansicht nach die hohe Qualität der Lehre in Rosenheim sichern.
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Rosenheim - In Bayern beginnt heute das Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren. Gegner und Befürworter diskutierten am Mittwoch in der FH.

Wie stehen die Rosenheimer Studierenden zur möglichen Abschaffung der Studiengebühren? Dieser Frage nahm sich eine Podiumsdiskussion an, zu der das Studierenden-Parlament der FH Rosenheim eingeladen hatte. Das erste Wort hatten die rund 70 Studierenden, die den inhaltlichen Schlagabtausch im Hörsaal verfolgten.

Geteiltes Stimmungsbild unter den Studierenden

Bei einer kurzen Befragung zeigten die Zuhörer per Handzeichen, dass ungefähr gleich viele von ihnen für beziehungsweise gegen die Beibehaltung von Studiengebühren sind. Ein Stimmungsbild, das sich auch durch den weiteren Verlauf des Abends zog.

Eine Gruppe der Studierenden lobte die hohe Qualität der Lehre in Rosenheim und zeigte sich besorgt darüber, dass ein Wegfall der Studiengebühren die Lehre beeinträchtigen könnte. Der andere Teil der Studierenden betonte, dass Studiengebühren eine große finanzielle Belastung darstellen. Ihre Sorge ist es, mit hohen Schulden ins Berufsleben zu starten.

Ates Gürpinar sprach sich aus sozialen Gründen vehement gegen die Beibehaltung der Studiengebühren aus.

Für die Befürworter der Studiengebühren waren Professor Heinrich Köster, Präsident der Hochschule, und der FDP-Landtagsabgeordnete Tobias Thalhammer angetreten. Ihnen standen Ates Gürpinar von der Partei DIE LINKE und Stefan Erhardt, Sprecher der Landes-ASten-Konferenz Bayern, gegenüber.

Köster pro Studiengebühren

Professor Köster betonte schon zu Beginn, dass die Studiengebühren viel Gutes bewirkt hätten. Er zog den Vergleich zu Hochschulen an anderen Bundesländern und zog für den Standort Rosenheim das Fazit: "Die Rahmenbedingungen sind gut." Ohne die zusätzlichen Beiträge drohe es bergab zu gehen, so wie - seiner Ansicht nach -in Nordrhein-Westfalen geschehe. Außerdem sollen Umfragen an der Hochschule zeigen, dass die Studierenden kein Problem mit der Gebühr von 330 Euro pro Semester haben.

Stefan Erhardt vertrat die Ansicht, dass Studiengebühren nicht die richtige Lösung für die Finanzierung der Hochschulen seien.

Der These, dass die Finanzierung der Hochschulen ohne Studiengebühren gefährdet sei, wollte Stefan Erhardt nicht folgen. Er wies darauf hin, das die erzielten Einnahmen recht gering seien. "Es sind 0,3 Prozent des Landeshaushalts", sagte er. Diese Summe sei auch auf anderem Wege finanzierbar.

"Ich glaube, es ist durch ein gescheites Steuersystem zu finanzieren", sagte auch Ates Gürpinar. Seiner Ansicht nach bergen Studiengebühren die Gefahr, dass junge Menschen auf ein Studium verzichten, weil ihnen der notwendige finanzielle Background fehlt. Die Finanzierung anders zu sichern sei nur "eine Frage des politischen Willens".

Tobias Thalhammer (FDP) sprach von einer "Scheindebatte", da viele Studierende kein Problem mit den Gebühren hätten.

Nach Ansicht von Tobias Thalhammer handelt es sich bei der Diskussion um Studiengebühren weitgehend um eine Scheindebatte: "Ich habe das Gefühl, da sprechen mehr Funktionäre als Studierende selbst". Er schloss sich der Ansicht von Professor Köster an, dass sich die Lehre an bayerischen Hochschulen durch die zusätzlichen finanziellen Mittel deutlich verbessert habe.

Eine nicht immer ganz faire Diskussion

Der rege Schlagabtausch beider Seiten wurde nur durch die Diskussionsleitung gehemmt. Viele Anwesende nahmen diese als parteiisch wahr und machten das auch lautstark deutlich. Tatsächlich kamen die beiden Gebühren-Befürworter wesentlich ausführlicher zu Wort, ohne unterbrochen zu werden.

Am Ende einer offen geführten Diskussion, bei der das Plenum viele kritische Fragen hatte, stand noch eine abschließende Abstimmung auf der Tagesordnung. Nach einer über zweistündigen Debatte gingen mehr Hände für Studiengebühren nach oben als dagegen. Ob das tatsächlich an den Argumenten lag, ist jedoch schwer zu sagen. Denn nicht alle Zuhörer hatten auch wirklich bis zum Ende durchgehalten.

Robert Märländer

Wie funktioniert das Volksbegehren?

Bayern ist neben Niedersachsen das einzige Bundesland, in dem noch Studiengebühren für ein Erststudium erhoben werden. Seit heute läuft die Eintragung für das Volksbegehren gegen Studiengebühren. Maria Noichl, MdL, geht mit gutem Beispiel voran. Eintragen kann man sich noch bis 30. Januar im jeweiligen Rathaus.

Unter dem Motto: „JA zur Bildung NEIN zu Studiengebühren“ können sich Befürworter ab heute in den Rathäusern der Kommunen in Listen eintragen. Unterstützt wird die Aktion von zahlreichen Gruppierungen, Verbänden und Parteien in der Region. Zwei Wochen haben die Gegner der Studiengebühren jetzt Zeit um 940.000 Unterschriften zu sammeln. Sollten sogar 10 Prozent der Wahlberechtigten unterschreiben, könnte der Landtag das Begehren direkt umsetzten und die Gebühren abschaffen. Ansonsten käme es im Sommer zum Volksentscheid.

Quelle: rosenheim24.de

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