Rosenheimer engagieren sich für Flüchtlinge

Rosenheim - Viele Flüchtlinge aus Krisenregionen suchen Hilfe bei uns. Über 100 Rosenheimer engagieren sich im Projekt "Paten für Flüchtlinge" und geben ihnen Halt:

In der Stadt Rosenheim leben derzeit circa 250 Flüchtlinge, die hier bei uns Schutz und Zuflucht vor Verfolgung, Krieg und Hunger gefunden haben. Viele der Menschen kommen aus den Krisenregionen dieser Erde, wie Syrien, Afghanistan und dem Irak. Aber auch aus Afrika finden immer mehr Menschen den Weg nach Rosenheim um vor den anhaltenden religiösen Konflikten wie zum Beispiel in Mali und Nigeria zu fliehen.

In Rosenheim angekommen fehlt es meist an allem. Nach der beschwerlichen und gefährlichen Flucht, meist über das Mittelmeer, haben sie oft nicht mehr, als das was sie am Leibe tragen. In Rosenheim heißen dann die Paten für Flüchtlinge diese Menschen herzlich willkommen. Sie geben Ihnen Halt und Orientierung in ihrer neuen Umgebung, zeigen ihnen die Stadt, die Ämter, die Ärzte und helfen ihnen sich in der neuen Kultur zurechtzufinden. Als hundertste Patin konnte Projektleiter Christian Hlatky kürzlich Frau Daniela Aigner-Stelling begrüßen. Sie kümmert sich nun intensiv um einen 20-jährigen Jungen aus Afghanistan, der in der Flüchtlingsunterkunft Seehotel Hubertus am Happinger See sein neues Zuhause hat. Dort lebt er zusammen mit circa 30 weiteren Flüchtlingen.

Aber nicht nur „normale“ Paten engagieren sich ehrenamtlich in Rosenheim für Flüchtlinge, sondern auch Schüler, Deutschlehrer, Unterkunftsmanager und Sportlehrer. Im Seehotel Hubertus ist es Klaus Lorenz, der sich um alle möglichen Angelegenheiten in der Unterkunft kümmert und die Bewohner auf viele Weisen unterstützt. Gemeinsam mit den Flüchtlingen repariert er Fahrräder, organisiert Putzpläne für die Küche und unterstützt die Bewohner bei der Arbeitssuche. Mittlerweile hat er bereits drei Lehrer, die ehrenamtliche Deutschkurse in der Unterkunft geben, akquirieren können.

Dank der Bürgerstiftung Rosenheim und dem Netzwerk für Kleinunternehmer konnten im Seehotel auch alle Zimmer mit PC´s ausgestattet werden und ein Internetanschluss steht nun auch zur Verfügung. Herr Stürzl vom Netzwerk der Kleinunternehmer war besonders engagiert bei diesem Projekt: „Wir haben so viele PC´s und Laptops gespendet bekommen, das haben wir nicht erwartet“, freut er sich auf die positive Resonanz auf seinen Aufruf bei der Rosenheimer Bevölkerung.

Dank des Projekts Stadtoasen, welches vom 15. Mai bis zum 17. Mai am Happinger See gemeinsam mit einer 11. Klasse des Ignaz-Günther Gymnasiums und den Bewohnern des Seehotels geplant und durchgeführt wurde, konnte mit den Geldern aus dem Erlös ein Schwimmkurs für die Flüchtlinge organisiert werden, der diesen Sommer stattfinden soll.

Aber auch woanders sind ehrenamtliche sehr aktiv. Im Nordtreff, am Gern 10 gibt Frau Dorothee Schröder jeden Mittwoch und jeden Freitag einen Alphabetisierungskurs für Flüchtlinge, die nicht richtig lesen und schreiben gelernt haben. „Ich habe in meinem Kurs Frauen, die teilweise nie die Schule in ihren Heimatländern besucht haben und nie richtig lernen gelernt haben“ gibt Frau Schröder zu verstehen. „Hier in Deutschland wollen sie aber unbedingt die Chance nutzen und endlich Lesen und Schreiben lernen.“

Aber auch Flüchtlinge engagieren sich selber ehrenamtlich im Miniladen oder im Bürgerhaus. Miteinander trifft man immer wieder auf Asylbewerber, die dort dem Personal zu Hand gehen. Ali Reaza hilft seit 3 Monaten im Miniladen mit. Die langjährige Mitarbeiterin Hilde Wagner ist sehr begeistert von dem jungen Mann, der im Iran Physik studiert hat. „Er ist so hilfsbereit, höflich und zuverlässig. Er ist eine richtige Bereicherung für unser Miniladenteam.“

Sayed Mahdi Mohammadi aus Afghanistan hat bereits so gut Deutsch gelernt, dass er anderen Flüchtlingen im Bürgerhaus E-Werk-Stüberl ehrenamtlich Deutsch Kurse anbietet. An der VHS hat er eine Arbeit gefunden: Dort unterrichtet er umgekehrt Persisch für die Rosenheimer. Der Kurs wird sehr gut angenommen. Im Kraftraum auf dem ESV Gelände bietet der sportbegeisterte Sayed ebenfalls im Rahmen von Familien in Bewegung ehrenamtlich ein kostenloses Fitnesstraining für Alle an. Hier nehmen vor allem viele Flüchtlinge das Angebot war, und freuen sich über die Trainingsmöglichkeit.

Die freie evangelische Gemeinde „Brothaus“ im Aicherpark engagiert sich sehr für die neuen Bürger unserer Stadt. Sie sammeln seit diesem Februar Kleidung und geben Sie an Bedürftige kostenlos weiter. Sandra Hog, die viel Zeit für die Kleiderspendenaktion investiert, hat bereits weitere Ideen. Eine Homepage, über die die Hilfe in den Flüchtlingsunterkünften in Stadt und Landkreis koordiniert werden soll, ist geplant.

Falls auch Sie Flüchtlingen in Rosenheim helfen möchten, melden Sie sich bitte bei Christian Hlatky von der Sozialen Stadt in der Reichenbachstraße 8 oder unter c.hlatky@grws-rosenheim.de.

Pressemitteilung Soziale Stadt – Stadtteilentwicklung in Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Soziale Stadt - Stadtentwicklung in Rosenheim

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