Stellenabbau bei Kathrein in Rosenheim

Bugl: "Digitalisierung der Wirtschaft offensiv angehen"

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Rosenheim - Rund 280 Stellen werden bis zum Sommer beim Antennenhersteller Kathrein gestrichen. Wie die Rosenheimer Stadtverwaltung diese Maßnahmen bewertet:

Lange haben sich Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft beraten, jetzt wurde das weitere Vorgehen des Rosenheimer Antennen- und Elektronik-Herstellers Kathrein öffentlich: Bis zum Sommer sollen in Rosenheim und Thansau insgesamt rund 280 Stellen abgebaut werden. "Wir bedauern die schmerzhaften Einschnitte, aber sie sind für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zwingend erforderlich", erklärte Anton Kathrein, CEO der Kathrein-Gruppe, am Mittwoch. Wir haben beim Wirtschaftsdezernenten der Stadt Rosenheim, Thomas Bugl, nachgefragt, welche Auswirkungen der Stellenabbau auf den heimischen Standort nun bedeuten könnten.

Einstellen auf veränderte Marktverhältnisse

Thomas Bugl ist Pressesprecher und Wirtschaftsdezernent der Stadt Rosenheim

Überrascht habe die Verwaltung der aktuelle Prozess und der Wegfall eines Teils der Belegschaft nicht: "Der Stellenabbau war angekündigt. Dass das Volumen solcher Maßnahmen im Lauf des Prozesses nachjustiert wird, ist gängige betriebswirtschaftliche Praxis", so Thomas Bugl auf Nachfrage von rosenheim24.de.

Bereits im Jahr 2015 schloss das Unternehmern den Standort in Nördlingen und baute somit rund 700 Stellen ab. "In einem so dynamischen Wirtschaftszweig wie der Kommunikationstechnik ist es unablässig erforderlich, sich auf veränderte Marktverhältnisse einzustellen und gegebenenfalls auch strukturelle Anpassungen vorzunehmen", so Thomas Bugl weiter. So könne ein Unternehmen schließlich im Kern wettbewerbsfähig bleiben, ergänzt der Wirtschaftsdezernent.

Zukunftssorgen und Weiterbeschäftigung

Thomas Bugl geht sogar noch einen Schritt weiter: "Sorgen müsste man sich machen, wenn das Unternehmen in einer "Weiter so"-Mentalität an nicht mehr marktfähigen Strukturen festhalten würde. Dann stünde langfristig alles auf dem Spiel", ein Schicksal, dass in der Vergangenheit unter anderem bereits dem Bergbau im Ruhrgebiet zu Teil geworden sei.

Doch gibt es nun für die rund 280 betroffenen Mitarbeiter eine alternative Perspektive auf dem Arbeitsmarkt der Stadt Rosenheim? Thomas Bugl ist sich sicher: "Kathrein hat sich mit dem Betriebsrat auf sozial verträgliche Abbaumaßnahmen verständigt. Hinzu kommt, dass der regionale Arbeitsmarkt nach wie vor sehr aufnahmefähig ist", so der Wirtschaftsdezernent. Alle Voraussetzungen seien für scheidenden Mitarbeiter also erfüllt worden, um sich neue zukunftsfähige Arbeitsplätze, auch in der Region, suchen zu können. Zudem würden einige Mitarbeiter nun gleitend in den Ruhestand übergehen.

Zusammenfassend zieht Thomas Bugl abschließend noch eine Lehre aus den Vorgängen bei Kathrein. Mit Blick auf den digitalen Wandel summiert der Wirtschaftsdezernent: "Jetzt zeigt sich, wie wichtig es für die ganze Region ist, die Digitalisierung der Wirtschaft offensiv anzugehen."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Fotomontage pa/Kathrein Werke/St adt Rosenheim

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