Ein Traum wird wahr

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Katherina Pfaffinger (17) aus Neubeuern und Johannes Stuffer (18) vom Samerberg dürfen dank ihrer Tanztalente und ihrer Ausstrahlung auf dem weltbekannten Wiener Opernball debütieren.

Rosenheim/Wien - Die 17-Jährige Katherina Pfaffinger wird zusammen mit ihrem Tanzpartner zu den 180 Debütantenpaaren beim Wiener Opernball gehören.

Die Begeisterung ist der 17-jährigen Katherina Pfaffinger ins Gesicht geschrieben. "Ein Traum ging in Erfüllung", lacht sie. Zusammen mit ihrem Tanzpartner Johannes Stuffer (18) werden die beiden eines der 180 Debütantenpaare aus der ganzen Welt beim Wiener Opernball 2013 sein.

Möglich gemacht hat dies die Tanzschule Kesmarki aus Rosenheim, die aus den Debütantenpaaren des Rosenballs 2012 die zwei besten Paare nach Wien schicken durfte. "Eigentlich wollten wir alle zum Opernball. Als mein Tanzpartner und ich schließlich am Rosenball 2012 unsere Namen hörten, hatte ich ganz weiche Knie. Unsere Freude war riesengroß", sagt die Neubeurerin, die die elfte Klasse der Fachoberschule besucht. Ihr Tanzpartner Johannes Stuffer - übrigens ein Sohn des ehemaligen Weltklasse-Skirennläufers Hans Stuffer - macht eine landwirtschaftliche Ausbildung.

Die beiden, die kein Liebespaar, aber "beste Freunde" sind, kennen sich seit ihrer Brannenburger Realschulzeit. "Irgendwann habe ich ihn gefragt, ob er Lust hat, mit mir einen Tanzkurs zu machen. Da hat er gleich zugesagt", erinnert sich die 17-Jährige. Dann ging es Schlag auf Schlag. "Er kann total gut führen, das ist beim Tanzen enorm wichtig. Außerdem muss man sich blind vetrauen können, sonst geht es nicht. Sogar beim fetzigen Jive hat er noch nie losgelassen", sagt sie.

Seit zwei Jahren ist nun der Tanzsport ihr gemeinsames Hobby, das folgerichtig zum Rosenheimer Rosenball führte. Dafür übten sie fleißig, besonders den "Linkswalzer" mit dem berüchtigten Kreuzschritt, und gaben ihr Bestes. Schließlich durften sie sogar den Rosenball anführen. Nicht zuletzt dank ihres Tanztalents und der außergewöhnlichen sympathischen Ausstrahlung holte sich das junge Paar als i-Tüpfelchen die begehrten "Fahrkarten" für den Wiener Opernball. Als die Familie das hörte, sei sie ganz aus dem Häuschen gewesen: "Die Oma hat sogar geweint."

Auch Hannes sei wie sie von Kind an richtig tanzbegeistert gewesen. "Er kann es kaum erwarten bis zum kommenden Donnerstag in Wien", meint Katherina.

Heute geht das Unternehmen "Opernball" für die beiden los. Mit Frack, schwarzen Lackschuhen und weißen Handschuhen für den Herrn, mit einem reinweißen Traum von Ballkleid inklusive weißer Schuhe und über den Ellenbogen reichende weiße Handschuhe für sie macht sich das Paar auf den Weg nach Wien. "Mein Kleid ist mit Perlen bestickt, auch die Handschuhe glitzern", schwärmt die Debütantin. Krönchen und Blumen erhalten die "Jungdamen" vom Komitee. Überhaupt liebt sie die Atmosphäre rauschender Ballnächte mit seidenen Roben, dem Geruch von teurem Parfüm und eleganten Herren. "Da fühle ich mich wie eine Prinzessin", lacht sie vor lauter Vorfreude.

Doch bevor es am kommenden Donnerstagabend in der Wiener Staatsoper "Alles Walzer" heißt, steht den beiden noch ein ordentliches Programm bevor: Anmeldung im Komitee, Training der Eröffnungszeremonie, Friseurbesuch, Maniküre und wieder Training. Schließlich sollte niemand "aus der Reihe tanzen", wenn vor einem Millionenpublikum die Debütanten 2013 auftreten. "Noch bin ich nicht sonderlich aufgeregt, aber das kommt noch", sagt die 17-Jährige, die altersmäßig gerade das untere Alterslimit knackte. Zwischen 17 und 24 Jahren müssen die Teilnehmer jung sein.

Dass die Eltern meist über das nötige Kleingeld verfügen und oft zur Hautevolee zählen, ist bekannt. Schließlich beginnen die Eintrittskarten für Gäste bei rund 300 Euro (ohne Tischplatz) und steigern sich bis rund 18500 Euro in einer Loge.

"Ich und mein Partner Hannes gehören allerdings nicht zur High Society. Wir können einfach gut tanzen. Außerdem habe ich gespart, meine Eltern und die Omi haben mir etwas dazugegeben. Zudem haben wir mit dem Wirtschaftlichen Verband Rosenheim einen Sponsor an unserer Seite", erzählt sie.

Doch Euro hin oder her: Am 7. Februar heißt es in der Wiener Staatsoper nach dem Einzug der 180 internationalen Debütantenpaare traditionsgemäß wieder: "Alles Walzer."

Sigrid Knothe (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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