Zu viele jugendliche Trinker auf der Wiesn

Rosenheim - "Aus polizeilicher Sicht ein ruhiger Tag. Nur die vielen alkoholisierten Kinder und Jugendlichen bereiten uns Sorgen", so das Fazit der Wiesnwache zum Sonntag.

Bereits 14 Mal wurden am ersten Festwochenende Verstöße oder Beanstandungen bei den Jugendschutzkontrollen festgestellt – das sind acht Fälle mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres!

So konnte ein 16-Jähriger am Sonntagabend im Shop einer Tankstelle in der Ebersberger Strasse Bier kaufen und an seine Freunde, einen weiteren 16-Jährigen und drei 15-Jährige, verteilt, obwohl das nach dem Ladenschlussgesetz nicht gestattet ist. Die Gruppe wurde dann bei einer Jugendschutzkontrolle auf dem Parkplatz eines Supermarktes beim Biertrinken und Zigarettenrauchen angetroffen. Die Tabakwaren wurden sichergestellt, das Bier wurde den 15-Jährigen abgenommen und gegen den Angestellten der Tankstelle wurde eine Ordnungswidrigkeitenanzeige erstellt.

Mitarbeiter der Security hielten gegen 20.30 Uhr eine Dreiergruppe Jugendlicher in einem Festzelt an, weil der 14-Jährige, der 15-Jährige und die 16-Jährige jeder eine Maß Bier dabei hatten. Weil die beiden Burschen dafür noch zu jung waren, mussten sie die Maßkrüge hergeben und wurden zur Wiesnwache gebracht, von wo aus die Eltern zur Abholung ihrer Sprösslinge gebeten wurden. In der Zwischenzeit musste sich der 15-Jährige auf dem Gäste-WC der Polizeiinspektion übergeben – kaum verwunderlich bei gut 1,4 Promille.

Kurz darauf wurde von den Beamten der Wiesnwache ein anderer 16-Jähriger vor einem Bierzelt angetroffen, der sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Der Alkotest ergab hier sogar einen Wert von gut 1,6 Promille! Auch er musste von seinen Eltern abgeholt werden. Und wie in solchen Fällen üblich, werden auch noch das zuständige Jugendamt und die Führerscheinbehörde über den Vorfall informiert.

Die Polizei weist nochmals darauf hin, dass sich Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in den Biergärten und Bierzelten auf dem Herbstfest nur in Begleitung eines Personensorgeberechtigten oder Erziehungsbeauftragten aufhalten dürfen. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen ohne Begleitung lediglich bis 24.00 Uhr auf der Wiesn sein.

Ausschank, Verkauf und Abgabe von Alkohol an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind verboten. Branntweinhaltige Getränke, wie beispielsweise Schnaps, Cocktails und dergleichen, dürfen an Personen unter 18 Jahren nicht ausgeschenkt werden.

Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist das Rauchen in der Öffentlichkeit untersagt. An sie dürfen auch keine Tabakwaren verkauft werden.

Tankstellen dürfen außerhalb der Ladenöffnungszeiten und an Sonn- und Feiertagen nur an „Reisende“, das sind Autofahrer und deren Mitfahrer, Waren verkaufen – und dann auch nur Reisebedarf. Dass auch Frauen bisweilen handgreiflich werden, bewiesen eine 18- jährige Miesbacherin und eine 19-jährige Rosenheimerin. Bereits um 16.00 Uhr gerieten sie vor einem Fahrgeschäft wegen eines jungen Mannes in Streit, der schließlich in einer körperlichen Auseinandersetzung endete. Die Jüngere der beiden würgte ihre Kontrahentin - eigentlich eine gute Bekannte - bis diese schließlich zu Boden ging. In dieser Sache sind noch weitere Ermittlungen notwendig, um den genauen Hergang abzuklären.

Gegen insgesamt 18 Herbstfestbesucher wurde am ersten Wochenende ein Wiesnverbot ausgesprochen, das sind zwei Verbote weniger als im Vorjahr.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: Herbstfest Rosenheim

Rubriklistenbild: © re

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