Veranstaltungsreihe

"Asyl ist Menschenrecht" fand großen Anklang

Rosenheim - Die Veranstaltungsreihe  "Asyl ist Menschenrecht" fand großen Anklang in der Bevölkerung. Mit zahlreichen Angeboten wurde versucht, den Besuchern das Thema näher zu bringen.

Am vergangenen Sonntag endete eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Asyl ist Menschenrecht“, die der Initiativkreis Migration Rosenheim organisierte. In diesem Rahmen fanden rund zehn Veranstaltungen um die Themen, Flucht, Migration und Asyl statt. Der Initiativkreis wertet die Veranstaltungsreihe als sehr erfolgreich, da u.a. insgesamt mehrere hundert Personen die Veranstaltungen besuchten.

Großes Interesse am Thema Asyl

Flucht, Migration und Asyl, das sind Themen, die überall in Deutschland und zur Zeit besonders in Rosenheim viel diskutiert werden. Die Katastrophen im Mittelmeer, die politischen Diskussionen um die Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Deutschlands und in Europa, die zahlreichen Aufgriffe von Flüchtlingen unter anderem am Rosenheimer Bahnhof sowie das große Engagement von ehrenamtlichen Helferkreisen vor Ort demonstrieren die Bedeutung auf allen Ebenen. Doch warum genau fliehen Menschen, was geschieht auf einer Flucht, wo und unter welchen Umständen finden Menschen Schutz? Um diese Fragen kreiste die zweiwöchige Veranstaltungsreihe, die am letzten Sonntag endete.

Eröffnet wurde die Reihe im Foyer der VHS mit der Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ von Pro Asyl. Sie schilderte die Lage in Kriegs- und Krisengebieten sowie in den Nachbarregionen und informierte über Fluchtursachen und Fluchtwege. An der Eröffnung nahmen etwa 50 Interessierte teil. Neben einem Grußwort des 2. Bürgermeisters von Rosenheim (Anton Heindl), referierte Hamun Tanin für den Initiativkreis. Er betonte dabei: „Die Gesamtgesellschaft sollte an dem Ideal festhalten, dass allen Schutzsuchenden und Geflüchteten der Anspruch auf Asyl gewährt wird. Sollte dies in Frage gestellt werden, werden die Menschenrechte in Frage gestellt und die Grundfesten der Demokratie stehen in Gefahr wegzubrechen. Wenn wir uns für Flüchtlinge einsetzen, dann verteidigen wir somit auch das Zusammenleben in unsere Gesellschaft.“

Persönliche Einblicke in das Flüchtlingsleben

Besondere Aufmerksamkeit innerhalb der gesamten Veranstaltungsreihe verdiente sicherlich das Flüchtlingszelt von UNHCR. Es wurde sowohl am Salzstadel, als auch in der Fußgängerzone präsentiert. Interessierte konnten hier einen Einblick bekommen, wie es wohl sein mag, auf nicht mal 23 Quadratmetern mit vier bis sieben weiteren Menschen zu leben. Die Besucher*innen wussten es sehr zu schätzen, auch mal selbst sehen zu können worüber ansonsten nur in den Nachrichten und im Fernsehen berichtet wird. Ein Passant berichtete sogar, dass es sich bei dem dargestellten Zelt um eine Luxusvariante handelte, da viele Zelte in Flüchtlingslagern in deutlich schlechterem Zustand seien und beispielsweise nicht mal einen Schutz vor Mücken böten.

Betroffene erzählen ihre Geschichten

Etwa 150 Besucher*innen nahmen an einem Gespräch im Lokschuppen teil: Flüchtlinge aus Pakistan, Afghanistan, Syrien, Senegal und Nigeria berichteten hier über ihre Erlebnisse in ihren Herkunftsländern, auf der Flucht und in Deutschland. Einer der Teilnehmer, Ibraima K. erzählte in einem fesselnden Bericht von seiner Flucht aus Senegal aufgrund des hierzulande weitgehend unbekannten Casamance-Konflikt, der bereits weit über 5000 Opfer forderte. Ungläubiges Kopfschütteln war im Publikum bei Ibraimas Beschreibung der Mittelmeer-Überfahrt zu sehen. Diese unternahm er in einem kleinen Boot mit über 100 weiteren Menschen, die auf eine bessere Zukunft in Europa hofften. Für einige von Ibraimas Mitreisenden gingen diese Hoffnungen mit ihren Leben zwischen den Wellen des Mittelmeers verloren.

Rita Braaz von der Lesbenberatungsstelle LeTRa in München, schilderte die besonderen Probleme von lesbischen und LGBT Geflüchteten. So werde deren Lage von den deutschen Behörden teilweise völlig verkannt, stünden sie doch immer wieder vor dem Problem, ihre sexuelle Orientierung beweisen zu müssen. „Wie genau soll das gehen, ohne dass es demütigend wird?“ fragt sich Stephan Geuenich, vom Initiativkreis Migration, dazu im Nachhinein.

Theater zum Mitwirken

Bei der vorletzten Veranstaltung trat das ueTheater aus Regensburg in der Vetternwirtschaft mit seinem Stück „Asyl – Menschen wie Menschen behandeln“ auf. In 10 Szenen wurde die Situation von Flüchtlingen und der Asylverlauf nach der Ankunft in Deutschland dargestellt. Nach einer kurzen Pause folgte der eigentliche Programmpunkt, das Forumtheater. Dabei konnten und sollten die Zuschauer*innen mitspielen und eingreifen. „Gerade die Darstellung des Asylverlaufs hat mich tief bewegt“, meint eine Besucherin. „Das Theater war nicht nur informativ, sondern ermöglichte es auch sich selbst auszuprobieren. Gerade bei dem Thema Flucht und Asyl ist das von großer Bedeutung, da viele Menschen nicht so recht wissen, wie sie sich zum Beispiel gegenüber Flüchtlingen verhalten sollen“, so die Besucherin weiter.

Veranstaltungsreihe großer Erfolg

„Insgesamt ist es uns gelungen mehrere hundert Menschen mit unsere Veranstaltungsreihe anzusprechen“, so Geuenich. „Auch wenn ich nun froh bin, dass wir die Veranstaltungsreihe erfolgreich hinter uns gebracht haben, war es auch eine gute Zeit, mit vielen spannenden Beiträgen und Diskussionen“, resümiert er.

Die Veranstaltungsreihe wurde in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung organisiert. Weitere Infos zur gesamten Reihe, den einzelnen Veranstaltungen und den Kooperationspartner/innen finden sich unter: http://migrationrosenheim.blogsport.de/asyl-ist-menschenrecht/

Initiativkreis Migration Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance /dpa

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