Zehn Jahre Citydome: 4,5 Millionen Besucher

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Die Rosenheimer lieben deutsche Filme: Drei der beliebtesten vier Kinostreifen sind heimische Produktionen.

Rosenheim - Seit zehn Jahren begleitet nun der Rosenheimer Citydome die Kinogeschichte. 4,5 Millionen Besucher verfolgten in über 100.000 Vorstellungen die Vorgänge auf der Leinwand.

Paris im Dezember 1895: Im "Grand Café" veranstalten die Gebrüder Lumière die erste bezahlte öffentliche Vorführung von Filmen. Die Besucher leiden Todesangst, als eine Dampflokomotive auf sie zurast. Dabei zeigen die Vorführer nur die gemächliche Ankunft eines Zuges am Bahnhof. Der Zauber des Kinos war entdeckt.

Seit zehn Jahren begleitet nun auch der Rosenheimer Citydome die Kinogeschichte. Das Multiplexkino feiert runden Geburtstag. 4,5 Millionen Besucher verfolgten in über 100.000 Vorstellungen die Vorgänge auf der Leinwand. 15.6000 Kilogramm Mais wurden im Laufe eines Jahrzehnts zu Popcorn verarbeitet, 78.000 Kilogramm Nachos verspeist. Dazu tranken die Kinogänger über 1,5 Millionen Liter an Softdrinks. "Popcorn und Cola sind für viele nach wie vor der Klassiker beim Filmvergnügen", sagt Janet Breucker, Betriebsleiterin des Citydome.

Am besten traf die Komödie "Der Schuh des Manitu" den Geschmack des Rosenheimer Publikums. 77.000 - mehr als Rosenheim Einwohner hat - strömten für Bully Herbigs Film in den Citydome. Darunter waren laut Breucker auch "sehr viele Wiederholungstäter". Der Film habe von einer neuen Kombination gelebt. "Ein Western mit Humor und viel rosarot, so etwas gab es zuvor noch nicht." Immer, wenn etwas anders sei, funktioniere das.

Zudem kommen Horrorstreifen beim Rosenheimer Publikum im Vergleich zu anderen Kinos dieser Größenordnung enorm gut an. Warum das so ist? "Keine Ahnung", wundert sich die Betriebsleiterin. Schwierig seien dagegen anspruchsvolle Filme oder Streifen mit Lehrauftrag. Breucker meint, man solle das Kino einfach als das nehmen, was es ist: "Reine Unterhaltung."

Auch sie schaut sich in ihrer Freizeit gerne mal einen Film an. Am liebsten aber bei der Konkurrenz. Im Citydome kann die Chefin nicht abschalten: "Statt den Film zu genießen, schaue ich darauf, ob der Ton passt oder ob Popcorn auf dem Boden herumliegt."

So sah es früher an der Kufsteiner Straße aus, wo heute der Citydome steht.

Acht Kinosäle umfasst der Citydome, in denen 1422 Besucher gleichzeitig in die bunte Welt der bewegten Bilder eintauchen können. Hammerhalle, Alte Gießerei und Viperroom ergänzen den Veranstaltungsbereich. Sie bieten Raum, um sich über die Filme auszutauschen. Enorme Arbeit steckt hinter der Instandhaltung des Eventbereichs, Arbeit, die dem Besucher größtenteils verborgen bleibt. "Kino ist wesentlich mehr als nur den Startknopf des Projektors zu drücken", erklärt die Betriebsleiterin.

Zudem muss die Technik auf dem neuesten Stand bleiben, will man anderen großen Kinos nicht hinterherhinken. Derzeit werden im Citydome, der seit 2008 zur Kinopolis-Gruppe gehört, alle Säle auf die digitale Technik umgerüstet. Bis Ende 2011 soll das Projekt abgeschlossen sein. Dabei kommen pro Saal Kosten im sechsstelligen Bereich auf die Kinogruppe zu. Zwei Säle sind bereits digitalisiert. "Jeder Besucher wird den Qualitätsunterschied merken", ist sich Breucker sicher. Zudem ist diese Technik Voraussetzung für 3-D-Vorführungen. Eine Neuerung, die nach Meinung der Betreiberin die zweidimensionalen Vorführungen zwar nicht verdrängen, aber ein fester Bestandteil des Kinos werden wird: "Kinogänger wollen immer wieder aufs Neue überrascht werden." So wie es schon den Gebrüdern Lumière vor 115 Jahren gelang, als sie einen Zug gemächlich auf eine Kamera zufahren ließen.

Der Citydome feiert das zehnjährige Bestehen mit einigen Veranstaltungen. Ein Überblick ist im Kulturteil auf Seite 11 zu finden.

von Rober Feiner/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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