Unterbringung der Asylbewerber in der Stadt

Flüchtlinge: Dezentral statt Massenunterkunft

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Rosenheim - Aktuell muss die Stadt 284 Asyl-Suchende aufnehmen, im Jahr 2015 könnten es dann schon um die 400 Personen sein. Wie die Verwaltung künftig diesen Zahlen Herr werden will:

Auf die Unterbringung von insgesamt 74 Flüchtlingen in der Notunterkunft "Luitpoldhalle" in den vergangenen Wochen blicken die Verantwortlichen der Rosenheimer Stadtverwaltung durchwegs positiv zurück. "Die Unterbringung hat gut geklappt, es kam zu keinen Reibereien", erklärte Christian Meixner bei einer Pressekonferenz, wir berichteten. Für die Zukunft fokussierte der Sozialamtsleiter jedoch eine andere Taktik, wenn es an die kommende Unterbringung der Flüchtlinge in Rosenheim geht. Statt einer erneuten Not-Erstaufnahme-Einrichtung in der Luitpoldhalle, sollen vermehrt dezentrale Unterkünfte entstehen.

Logistische Herausforderung für die Stadtverwaltung

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Wie der Pressesprecher der Stadt Rosenheim, Christian Schwalm, erklärt, biete eine dezentrale Unterkunft einige Vorteile im Vergleich zu einer zentralen Stelle. Im Gegensatz zu den von der Regierung von Oberbayern betriebenen Stellen, die für 70 bis 120 Personen ausgelegt würden, ziele das Rosenheimer Modell auf eine Größenordnung von höchstens 30 bis 60 Asyl-Suchenden ab. Dezentral bedeute dabei auch, dass die Asylbewerber in einfachen Wohnungen lebten, sich den Wohnraum aber mit anderen Flüchtlingen teilen müssten. "Mit diesem Konzept der dezentralen Unterbringung wollen wir erreichen, dass die Menschen im üblichen städtischen Umfeld leben und so Konfrontationen vermieden werden", so Christina Schwalm weiter.

Ein weiterer Grund, die Flüchtlinge in normalen Wohnungen statt in großen Sammelunterkünften zu beherbergen, sei ein positiveres nachbarschaftliches Miteinander. Ein Effekt, der durch große, zentrale Unterkunftsanlagen nur schwer verwirklicht werden könnte, so Schwalm. Die Betreuung und Koordination der dezentralen Wohnungen erfordere jedoch ein höheres Maß an Aufwand. Die zusätzlichen Wohnlagen müssten so beispielsweise von mehr Personal instand gehalten werden.

Flüchtlinge unterbringen, aber wo?

"Die Stadt mietet Wohnungen an, nutzt das Potential der GRWS Rosenheim als Vermieterin und begleitet potentielle Vermieter, die geeignete Immobilien zu vorübergehendem Wohnraum umbauen wollen", beschreibt Christian Schwalm die Bemühungen der Stadt, ausreichenden Wohnraum für Asylbewerber zu gewährleisten. Der enge Rosenheimer Immobilienmarkt sei diesem Vorhaben jedoch nicht gerade zuträglich. Planungen der Stadt sähen vor, eine neue Unterkunftsanlage in der Leonhardstraße zu bauen. Ab Februar 2015 soll dann auch eine Unterbringungsmöglichkeit für knapp 30 Personen in der Kufsteiner Straße eröffnet werden. Ein weiteres Objekt ist in der Chiemseestraße vorgesehen. Aktuelle Planungen gäbe es zudem in der Äußeren Oberaustraße, der Karlsbader Straße und in der Tannenbergstraße. "Andere Unterbringungsmöglichkeiten, zum Beispiel in Pensionen oder Gaststätten sind nicht zielführend", erklärt Christian Schwalm.

Bis Ende 2015 rechnet die Verwaltung mit einer Quote von knapp 400 Personen, die im Stadtgebiet untergebracht werden sollen. Trotz dem Fokus auf die dezentrale Unterbringung, könnten diese Zahlen eine andere Maßnahmen nötig machen: Christian Schwalm dazu: "Sollte der Zugang von Asylbewerbern weiter steigen und die Prognosen der Regierung von Oberbayern so eintreten, muss allerdings neben den dezentralen Unterkünften auch auf zentrale Unterkünfte gesetzt werden."

Oberster Grundsatz: Bürgerbeteiligung

"Die Stadt Rosenheim versucht, jeweils in enger Abstimmung mit den Vermietern auf die Nachbarschaft zuzugehen", so Christian Schwalm weiter. Alle Betroffenen und auch die Anwohner sollen so umfassend über die aktuelle Problemlage aus Sicht der Stadt informiert werden. Etwaiger Skepsis, Angst vor Gefahren und der Furcht vor dem Wertverlust der eigenen Immobilie, trete die Stadt dabei bereits frühzeitig mit Informationen und den überwiegend guten Erfahrungen aus der Vergangenheit entgegen, bekräftigt der Pressesprecher der Stadt Rosenheim. "Wir wollen die Anwohner einbeziehen und aufzeigen, dass ein Miteinander möglich ist."

Sozialpädagogische Unterstützung und vor allem der Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer soll dabei zu einem geregelten Ablauf in den Unterkünften beitragen. Des weiteren sichere die enge Zusammenarbeit mit der Polizei und der Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten zum Schutz der Einrichtung und der Umgebung die reibungslosen Abläufe vor Ort.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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