Neue Hilfe für Suchtkranke

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Rosenheim - Im gesamten Landkreis leben circa 18.000 Bürger mit abhängigem oder schädlichem Alkoholkonsum. Allerdings werden weniger als zehn Prozent der Betroffenen vom Hilfesystem erreicht.

Dazu kommen nochmals geschätzte 3500 Konsumenten alleine der illegalen Droge Cannabis. Im Inn-Salzach-Bezirksklinikum werden jährlich etwa 2000 Entgiftungen durchgeführt. Diese Zahlen belegen eindrücklich die hohe Relevanz die dieses Thema für unsere Gesellschaft birgt – beachtet man neben dem persönlichen Leid der Betroffenen und deren Angehörigen auch noch den Umstand, dass bereits jetzt jeder zehnte Euro der Gesundheitsausgaben für die Folgen des Konsums von Suchtmitteln ausgegeben wird. Ein völlig neues Phänomen stellt zudem die Abhängigkeit von Glückspielen oder PC-Spielen sowie dem Surfen im Internet dar.

Jedoch werden derzeit nicht einmal zehn Prozent der Betroffenen vom Hilfesystem erreicht. Um diese gravierende Versorgungslücke zu schließen gibt es seit Beginn dieses Jahres zwei neue Suchthilfeträger in Rosenheim. Die Ambulante Hilfen Anthojo versorgen abhängige Menschen ab dem 21. Lebensjahr an ihrem Lebensmittelpunkt – der eigenen Wohnung. Die gemeinnützige Einrichtung neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim ist dagegen auf ein frühes Eingreifen durch Präventionsangebote und Beratung besonders für Betroffen bis zum 30. Lebensjahr und deren Angehörige spezialisiert. Gemeinsam ist beiden Angeboten dabei das zieloffene Arbeiten mit allen Beteiligten beim Suchen nach individuell passenden Lösungen für den jeweiligen Einzelfall. Um die vorhandenen Angebote und Hilfestrukturen der Region zu bündeln und die Stigmatisierung Betroffener nach dem Motto „aus ganz normalen Familien kommen ganz normale Süchtige“ zu durchbrechen helfen, initiieren beide Träger im Rahmen zur Eröffnungsfeier der gemeinsamen Beratungsräume in der Luitpoldstraße 9 den 1. Rosenheimer Suchthilfetag 2010. Unter der Schirmherrschaft der Bundestagsabgeordneten für Rosenheim, Fr. Angelika Graf, finden ab 12:00 Uhr verschiedene Vortragsreihen, Seminare und Workshops statt. Fr. Graf ist das Thema ein besonderes Anliegen: „Gerade im ambulanten Bereich, der für eine gute Versorgung von suchtkranken Menschen immer wichtiger wird, ist eine gute Koordination und eine verbesserte Vernetzung der Anbieter vonnöten. Daher habe ich gern die Schirmherrschaft für diesen 1. Suchthilfetag in Rosenheim übernommen!“ So referiert der Chefarzt des Fachbereichs Suchtmedizin im Inn-Salzach-Klinikum, Hr. Dr. Paul, über den derzeit stattfindenden Paradigmenwechsel in der Suchthilfe, sein Kollege, Hr. Dr. Schmidmeier, Chefarzt des Fachbereichs Klinische Sozialpsychiatrie, wird der Frage nach Gesundheit bei chronischer Erkrankung nachgehen.

Darüber hinaus finden Vorträge zu aktuellen Entwicklungen der suchtbezogenen Hilfen statt, es können Workshops u.a. zum ambulant kontrollierten Trinken oder zur Vorbereitung auf die MPU beim Verlust des Führerscheins besucht werden, und es werden neue Präventionsprojekte wie etwa das Gruppenprogramm „Trampolin“ für Kinder aus suchtbelasteten Familien vorgestellt. Nach dem informativen Teil sind die Besucher beim Grillen auf der Terrasse zum gegenseitigen Austausch und Gespräch eingeladen. Neben den geladenen Gästen aus Politik und den sozialen Einrichtungen der Region sind Interessierte Bürger und Kollegen selbstverständlich gerne willkommen, die Veranstaltung ist kostenlos und findet in zentraler Lage in den Räumen von AHA und neon in der Luitpoldstraße 9, direkt gegenüber vom Rosenheimer Bahnhof statt. Nähere Infos zum Programm unter www.neon-rosenheim.de oder telefonisch unter 08031-989514.

Quelle: rosenheim24.de

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