Kampf gegen den Moschusbockkäfer 

Quarantänezonen für Rosenheim und Kolbermoor eingerichtet

Kolbermoor/Rosenheim - Eine kleine Sensation ist die Entdeckung des Moschusbockkäfers in unserer Region, allerdings hält sich die Freude darüber in Grenzen.

Bereits im Sommer 2016 hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim auf den Fund aufmerksam gemacht:  In Kolbermoor und in Rosenheim wurden mehrere Käfer des Asiatischen Moschusbockkäfers gefunden

Dies ist der erste amtlich bestätigte Befall in Deutschland. In Europa sind bisher nur zwei Befallsgebiete in Italien bekannt. Der in China vorkommende Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) gilt als Baumschädling und wird in Pflanzen oder in Holz, insbesondere in Verpackungsholz, eingeschleppt.

Quarantänezonen um Rosenheim und Kolbermoor

Hier melden Sie den Moschusbockkäfer

Institut für Pflanzenschutz Tel.: 08161 71-3111

pflanzenpass@lfl.bayern.de.

Nun hat die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zwei Quarantänezonen errichtet, wie das OVB berichtet. Die Zonen gelten jeweils in einem Umkreis von zwei Kilometern um Rosenheim und Kolbermoor

Wird ein Moschusbockkäfer innerhalb dieser Zonen gesichtet, muss dies an die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising gemeldet werden. Um der Plage Herr zu werden, hat die Landesanstalt extra drei neue Mitarbeiter eingestellt, die in Rosenheim eingesetzt werden sollen.

Besonders Fruchtbäume wie Aprikose, Kirsche, Zwetschge, Pflaume, kriecherl, Mirabelle und Pfirsich sind sind gefährdet. Es wird empfohlen, Bäume etwa alle zwei Monate zu kontrollieren.

Es wird sich diesen Sommer zeigen, wie stark sich der Schädling ausbreiten wird in der Region und Deutschland.

Infoabend zum Moschusbockkäfer

Morgen findet eine Informationsveranstaltung zum Moschusbockkäfer, am Dienstag, 14. Februar 2017, ab 19 Uhr, in den Mareissaal statt.

Verfügung zur Bekämpfung des Moschusbockkäfers

So sieht der Moschusbockkäfer aus

Der erwachsene Käfer ist ca. 2,5 - 4 cm lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, der rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken. Vorzugsweise nutzen die Käfer vorgeschädigte Bäume als Brutbäume, können aber auch gesunde Bäume besiedeln.

Nach der Eiablage am Baum erfolgt schnell der Schlupf der Larven, die sich für zwei bis drei Jahre unter der Rinde bis ins Splintholz hinein fressen und breite Gänge im Holz hinterlassen. Das letzte Larvenstadium nagt ein Ausbohrloch (ca. 12 mm Durchmesser). Bevor der Käfer schlüpft, schiebt er Kot und Genagsel aus dem Loch, die sich z.B. in Astgabeln anhäufen.

Schadpotential des Moschusbockkäfer

Der Asiatische Moschusbockkäfer ist schwer zu finden, da sich die Larve und die Puppe in der Wirtspflanze versteckt entwickeln. Das Julius Kühn-Institut hat im Jahr 2012 eine Risikoanalyse erstellt und kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Asiatische Moschusbockkäfer in Deutschland ansiedeln und nicht unerhebliche Schäden verursachen kann. Es sind daher Maßnahmen zur Bekämpfung und zur Abwehr der Gefahr der Verschleppung entsprechend § 4a Pflanzenbeschauverordnung zu ergreifen.

Quelle: mangfall24.de

Rubriklistenbild: © Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

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