Momo: Erste Etappe geschafft

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Rosenheim/München – Der Bayerische Landtag sollte am Mittwoch über das Schicksal von Mohamed "Momo" Kamara entscheiden. Eine gute Nachricht: Vorerst darf Momo bleiben. ** NEUE INFOS **

Seit Wochen erhält Momo (18) von den Menschen aus der Region, Unterstützung gegen seine geplante Abschiebung (wir berichteten). Bereits über 4000 Unterschriften wurden innerhalb einer Petition gegen seine Abschiebung in seine Heimat Sierra Leone gesammelt.

In München kam es am Mittwoch, 24. Oktober 2012, allerdings auf die Politik anstelle der Bürger an. Der Fall "Momo" wurde zum Thema im Bayerischen Landtag. Dieser sollte entscheiden, was mit Momo passiert. Da der 18-Jährige in der Region fest integriert ist – mit einer Ausbildung zum Buchbinder in Prien und vielen Freunden in der Region – hofften seine Unterstützer auf ein positives Signal aus dem Landtag.

Und sie können weiter hoffen: Momo darf erst einmal bleiben. Allerdings nur, weil der Landtag die Sache an die Härtefallkommission weitergegeben hat, die dann - zumindest wurde dies dem jungen Mann parteiübergreifend signalisiert - beim Bayerischen Innenminister für einen Verbleib Momos in Bayern werben wird.

UPDATE: Neben Momo selbst erschienen zahlreiche Freunde, Unterstützer und Medienvertreter im Maximilianeum, um den Fortgang des mittlerweile deutschlandweit bekannt gewordenen Falles zu verfolgen. Der 18-Jährige, dem die Strapazen der vergangenen Tage und Wochen deutlich anzumerken waren, bat die Politiker in bewegenden Worten darum, im Landkreis Rosenheim eine Zukunft haben zu dürfen. Die Ausschussmitglieder bezeichneten ihn als "toll integrierten Menschen", der eine "wahnsinnige Leistung" vollbracht habe. Dass er in der Region, auch aufgrund der Unterstützung aller regionalen Medien, voran die OVB-Heimatzeitungen, so viele Unterstützer gefunden habe, sei "ein Beispiel für Demokratie" und gar "ein Stück Liberalitas Bavariae". Momo selbst meinte am Ende der Sitzung nur: "Ich möchte jetzt einfach nur noch schlafen. Und morgen wieder in die Berufsschule gehen."

"Das Ergebnis dafür war einstimmig", erklärt auch Abuzar Erdogan, Unterstützer von Momo und SPD-Bundestagskandidat. Der Ausschussvorsitzende Hans-Joachim Werner habe während der Sitzung geäußert, dass ihm in seinen 14 Jahren im Ausschuss kein Fall untergekommen sei, der ihn so stark berührt habe wie der Fall Momo. "Es ist ein Zeichen von gelebter Demokratie, dass sich so viele Menschen für ihn einsetzen", so Werner. Außerdem habe es aus jeder Fraktion Befürworter für das Bleiben von Momo gegeben. Er sei eine Bereicherung für die Gesellschaft und sei sehr gut in sein neues Umfeld integriert, hieß es.

Bis der Fall Momo jetzt Thema in der Härtefallkommission wird, kann ein Jahr vergehen. Allerdings wolle sich laut Erdogan der Ausschussvorsitzende dafür stark machen, die Sitzung vorzuziehen. Bis dahin kann der 18-Jährige erst einmal in Rosenheim bleiben.

Einen ausführlichen Bericht über Momos Weg zu einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis lesen Sie morgen auch in den OVB-Heimatzeitungen.

kmr/zip

Quelle: rosenheim24.de

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