BFV zeigt Prügelspielern Rot: Urteil gerecht?

Rosenheim/München - Der BFV hat jetzt im Fall des Skandalspiels bei Iliria mit zwei Schwerverletzten ein Urteil gefällt und dabei (teilweise) hart durchgegriffen. *NEU: Umfrage*

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Stellungnahme des BFV

Wie rosenheim24 am Mittwoch Mittag exklusiv auf Anfrage vom Bezirksvorsitzenden Horst Winkler erfahren hat, wurden die beiden Spieler kürzlich vom BFV-Verbandssportgericht auf Lebenszeit aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen und dürfen somit in Bayern nie mehr Fußball spielen. "Das Sportgericht sieht es als erwiesen an, dass der eine der beiden Spieler den Schiedsrichter durch zwei gezielte und massive Faustschläge ins Gesicht schwer verletzt hat und die Verletzungen des Gäste-Trainers durch einen gezielten Tritt des anderen Spielers in den Brust- und Bauchbereich verursacht wurden. Das Verhalten beider Spieler stellt nach der Rechts- und Verfahrensordnung des BFV eine Tätlichkeit in einem besonders schweren Fall dar", erklärte der Bayerische Fußball-Verband am Nachmittag in einer Pressemitteilung.

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Wie berichtet, hatte die beiden Spieler am 3. Oktober 2012 beim A-Klassen-Spiel zwischen dem FC Iliria Rosenheim und dem ESV Rosenheim unmittelbar nach dem Schlusspfiff Schiedsrichter Thomas K. und den ESV-Trainer Talip S. brutal niedergeschlagen und dabei massiv verletzt. Der Referee erlitt dabei sogar bleibende Schäden an einem Auge. Der Fall hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt.

Während der ESV-Trainer danach schon rasch wieder das Krankenhaus verlassen konnte, wurde der Unparteiische erheblich verletzt und hat dabei bleibende Schäden erlitten. Nach einem wahren „Ärzte-Marathon“ und etlichen Operationen am verletzten Auge – außerdem wurden Thomas K. Verletzungen am Jochbein zugefügt und drei Zähne ausgeschlagen – steht nun offenbar fest, dass er nur noch maximal 70 Prozent der Sehkraft auf dem verletzten Auge wiedererlangen und somit zukünftig auf eine Sehhilfe angewiesen sein wird. Außerdem muss er sich wohl noch zwei weitere Male einer Operation unterziehen und wurde jetzt darüber hinaus bis mindestens Ende des Jahres von den Ärzten für arbeitsunfähig erklärt.

Es ist deswegen nur allzu verständlich, dass Schiedsrichter-Obmann Josef Kurzmeier (Ramerberg) das Urteil begrüßt: "Ich denke, das ist die richtige Antwort des Sportgerichtes auf das, was vorgefallen ist." Nach Angaben von Kurzmeier hat der verletzte Referee mittlerweile den Vorfall nicht nur bei der Polizei zur Anzeige gebracht, sondern sich auch einen Anwalt genommen, um seine Forderungen zivilrechtlich geltend zu machen.

Der Verband begründet die vergleichsweise milde Bestrafung für den Verein wie folgt: "Der FC Iliria Rosenheim hatte beide Spieler nach dem Vorfall mit sofortiger Wirkung vom Verein suspendiert, sich bei den Geschädigten entschuldigt und erarbeitet seitdem mit einem Konfliktmanager des BFV Maßnahmen (zum Beispiel vernünftiger Platzordnungsdienst, Verhaltensregeln für Spieler, Trainer und Verantwortliche), um solche Dinge zukünftig zu verhindern." Auch die Schiedsrichter haben inzwischen reagiert: Kurzmeier hat seine Leute angewiesen, in Zukunft vor Spielen im Herrenbereich immer Kontakt mit dem Leiter des Ordnungsdienstes aufzunehmen, um somit etwaige aufkommende Konflikte vielleicht schon im Keim ersticken zu können.

mw/redro24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa/bfv

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