Eine Zukunft ohne Freunde, Familie und Job

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Rosenheim/Sierra Leone – Vor vier Jahren flüchtete Mohamed Kamara, auch Momo genannt, aus Sierra Leone. Jetzt droht ihm die Abschiebung aus Deutschland.

Momo lebte in der westafrikanischen Republik Sierra Leone, seit er vier Jahre alt war, auf der Straße. Sein Vater war Rebelle, in dem von Bürgerkrieg gebeutelten Land, deshalb wurde auch er von der Regierung gejagt. „Die Regierung wollte mich umbringen“, erzählt der heute 18-Jährige in einem Interview mit rosenheim24.de. Mit 14 beschloss er dann nach Deutschland zu flüchten.

Unterschriftenaktion für Momo:

Die Unterschriftenliste als pdf-Datei

Die Flucht war anstrengend. Nachdem er über einen Monat lang mit dem Schiff unterwegs war, kam er in Deutschland an. Dort lebte er zwei Tage lang in München auf der Straße. „Es war so kalt, also habe ich an einer Türe geklopft. Die Frau, die die Türe öffnete, brachte mich dann zum Jugendamt. Danach kam ich in ein Heim in Bad Aibling, das es heute nicht mehr gibt“, erzählt Momo. Dort besuchte Momo nach einem Sprachkurs die Grund- und Teilhauptschule in Bad Aibling, wo er 2011 seinen Qualifizierten Hauptschulabschluss machte.

Nach diesen Strapazen steht der 18-Jährige jetzt mitten im Leben. Er hat Freunde gefunden, seine Vergangenheit hinter sich gelassen, spielt Fußball beim Sportbund Rosenheim und er hat eine Ausbildungsstelle. „Ich mache seit August 2011 eine Lehre zum Buchbinder in Prien“, unterstreicht Momo. Und doch soll der fröhlich wirkende, junge Mann, noch im Oktober, in seine Heimat Sierra Leone, abgeschoben werden – vor Vollendung der Ausbildung.

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Sein Unterstützer, der SPD-Bundestagskandidat Abuzar Erdogan, kennt den Grund dafür: „Momos Asylantrag (gestellt 2009) ist jetzt abgelehnt worden. Momo ist volljährig und in Sierra Leone herrscht offiziell kein Krieg mehr. Deshalb sei die Angst vor Flucht und Verfolgung nicht mehr gegeben und deshalb soll er zurück in seine Heimat“, erklärt Erdogan. „Allerdings erwartet Momo in Sierra Leone nichts, keine Familie, keine Freunde – lediglich ein Leben auf der Straße.“

Bis zur Abschiebung wird Momo in Deutschland noch geduldet. Eine Chance besteht aber noch, bis die Botschaft von Sierra Leone seine Unterlagen für die Abschiebung zusammen hat: am Mittwoch, 24. Oktober wird sich der Bayerische Landtag mit dem Fall „Momo“ beschäftigen. „Sollte der Landtag keine Maßnahmen treffen können, um die Abschiebung Momos zu verhindern, besteht außerdem noch die Chance über die Härtefallkommission zu gehen“, erklärt Erdogan.

Bis dahin können sich Unterstützer der Initiative von Abuzar Erdogan anschließen.Mit einer Unterschriftenaktion versucht der junge Politiker, die Abschiebung von Momo zu verhindern! „Asyl für Momo“ ist der Name der Initiative und richtet sich an Vereine als auch an Einzelpersonen. Rückmeldungen dazu gehen an: info@abuzar-erdogan.de. Ausgefüllte Unterschriftenlisten können auch zu Händen von Abuzar Erdogang per Post an die SPD Geschäftsstelle, Färberstraße 23, 83022 Rosenheim, geschickt werden.

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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