Lift fahren auf höchstem Niveau

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Der neu gestaltete Bereich an der Talstation der Hocheck-Bahn in Oberaudorf.

Rosenheim/Traunstein - Schon Ende November wollen die ersten Skigebiete der Region in die Wintersaison starten. Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Die heimischen Liftbetreiber wollen die Skifahrer und Snowboarder mit mehr Komfort runter von der Autobahn nach Tirol holen und wieder vermehrt auf die Pisten diesseits der Grenze locken. Das Skigebiet Winklmoosalm-Steinplatte investiert dafür heuer 6,9 Millionen Euro. Dort entsteht Deutschlands modernste Sesselbahn.

Das Konzept des grenzüberschreitenden Skigebiets im Drei-Länder-Eck Bayern-Tirol-Salzburg scheint aufzugehen. Im österreichischen Teil bestimmen schon lange moderne Sesselbahnen und perfekt gewalzte Pistenautobahnen das Bild. Jetzt hat auch das deutsche Teilgebiet in kurzer Zeit mächtig aufgeholt. 2010 entstand dort Deutschlands längste Achtergondelbahn, die Winklmoosalmbahn. Heuer freuen sich Skifahrer auf "Deutschlands modernste Sesselbahn", so der Südtiroler Seilbahn-Hersteller Leitner. Sie entsteht als Ersatz für einen über 35 Jahre alten Schlepplift am Scheibelberg.

Winklmoosalm-Steinplatte: Maximaler Komfort

Neben einer Sitzheizung verfügt die 1150 Meter lange Hochleistungsbahn über Wetterschutzhauben und ein Förderband mit Hebebühne für Kinder. Der automatische Schließbügel verriegelt sich während der Fahrt selbst. Beim Ein- und Aussteigen wird das Tempo vermindert, auf freier Strecke auf bis zu fünf Meter pro Sekunde beschleunigt. So können 3000 Personen pro Stunde befördert werden. Damit sie auch Platz haben, wurden die Pisten verbreitert und aufgewertet. "Bergstation und Lifttrasse samt aller zehn Stützen sind montiert", so Florian Höflinger von den Liftbetrieben. Derzeit werde noch an der Talstation und der Sessel-Garage gearbeitet. Ende November soll die Jungfernfahrt sein.

Sudelfeld: Warten auf die Modernisierung

Am Sudelfeld hingegen müssen Wintersportler eine weitere Saison auf neue Lifte und Schneekanonen warten. Obwohl seit Jahren angekündigt, rückten auch heuer im Sommer die Bagger nicht an, um die teils seit den Nachkriegsjahren bestehenden Anlagen zugunsten moderner Sesselbahnen abzureißen. Wegen eines mangelhaften Ausgleichskonzepts (wir berichteten) musste der Zeitplan für die Modernisierung erneut verschoben werden. Dennoch ist Bayrischzells Tourismus-Manager Harald Gmeiner stolz darauf, seinen Gästen im flächenmäßig größten Skigebiet Deutschlands ein vielfältiges Pistenangebot servieren zu können.

Frühestens Mitte Dezember, wollen die Betreiber die vormals von der Schließung bedrohten Unternberg-Schlepplifte laufen lassen. Wann die Sesselbahn wieder in Betrieb geht, steht laut gemeindlicher Betreiber-Homepage noch nicht fest.

Hocheck: Lifte jetzt besser erreichbar

Auf infrastrukturelle Verbesserungen setzt man im Ski- und Rodelgebiet am Hocheck (Oberaudorf). An Finkenlift und Hocheckbahn wurden laut Geschäftsführer Hannes Rechenauer Tiefbaumaßnahmen durchgeführt, um die Lifte besser zu erreichen. Auch ein Heustadl musste Platz machen. Mehr Komfort verspricht man sich vom neuen Kartensystem. Auf der Rodelbahn wurde an acht Stellen die Kurvenneigung zugunsten von mehr Sicherheit bei gleichem Fahrspaß verändert. Der Südhanglift erhält einen umweltfreundlichen Elektroantrieb. An eine Reaktivierung der stillgelegten Trissl-Lifte wird derzeit nicht gedacht. "Jedoch wollen wir den Aufstieg über diese Abfahrten verstärkt den Tourengehern anbieten", so Rechenauer, der auf den Nachtskilauf - jeden Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag - hinweist.

Kampenwand: Weiter nur Naturschnee

Als Skigebiet mit Tradition, klein, aber fein, versteht sich die Kampenwandbahn. Neuigkeiten gibt es dort nicht. Laut Sprecherin Doris Schubert schätzen die Skifahrer weiterhin die schnelle Erreichbarkeit über die Autobahnausfahrt Frasdorf und die familiäre Atmosphäre. Die Betreiber setzen weiterhin nur auf Naturschnee.

Wendelstein: Neue Lawinengalerie

Ebenso erfolglos wird man am Wendelstein am Pistenrand Schneekanonen suchen - was dazu führt, dass die Bahnbetreiber sehr abhängig von der aktuellen Schneelage sind und die Zahl der Betriebstage stark schwankt. Aber auch in Brannenburg hat man investiert: Unterhalb der Mitteralm entsteht laut Sprecherin Claudia Steimle an der Zahnradbahn-Strecke eine neue Lawinengalerie. Kosten: eine Million Euro. Der Freistaat fördert das Projekt mit 350 000 Euro.

Hochfelln: Start erst am 21. Dezember

Ideale Verhältnisse für ambitionierte Ski- und Snowboardfahrer bietet laut Marketingleiter Wolfgang Helldobler das Naturschnee-Skigebiet am Hochfelln in Bergen. Modernisiert wurde dort heuer die Mittelstation der 40 Jahre alten Seilbahn, weitere Bauabschnitte sollen folgen. Doch Vorsicht: Saisonstart in Bergen soll erst am 21. Dezember sein. Während der Weihnachts- und Faschingsferien fahren die Bahnen und Lifte täglich, ansonsten nur von Freitag bis Sonntag.

Spitzingsee: Neues Pistenleitsystem

Nachdem am Spitzingsee (Markt Schliersee) die Rosskopf-Doppelsesselbahn neu gebaut worden war, setzen die Betreiber heuer - im Hinblick auf das DSV-Gütesiegel - auf die Modernisierung des Pistenleitsystems und das harmonische Zusammenspiel von Tourengehern und Alpinfahrern. Im Taubenstein-Teilgebiet haben sich die eingeschränkten Öffnungszeiten von Freitag bis Sonntag außerhalb der Ferienzeit bewährt: Das Modell wird diese Saison übernommen. Nachtskilauf ist am Stümpfling donnerstags und freitags.

Martin Aerbäck (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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