Rotlicht Rosenheim - Recht und Pflicht

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Rosenheim - Im zweiten Teil unserer Serie lesen Sie, an welche Verordnungen, Regeln und Vorschriften sich Bordellbetreiber und Prostituierte in Rosenheim halten müssen und welche Rechte sie haben.

Prostitution ist in vielen Ländern auch heute noch illegal und wird einigen Ländern sogar mit dem Tode bestraft. In Deutschland dagegen ist sie – ausgenommen Zwangs- und Kinderprostitution - legal. Seit Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes 2002 haben Huren die selben Rechte und Pflichten wie jeder andere Arbeitnehmer oder Selbständige. Arbeitet eine Prostituierte in einem Bordell, kann sie sich dort mit ihrer Lohnsteuerkarte anmelden lassen. Sie ist dann genauso kranken- und sozialversichert wie andere. Aber auch anschaffende Frauen auf selbständiger Basis haben ein Recht auf Kranken- sowie Sozialversicherungsschutz. Eine selbständige Hure gilt im rechtlichen Sinne als Gewerbebetrieb und muss dieses anmelden und Abgaben an das Finanzamt leisten.

Prostitution in Europa und Deutschland

Auch Ver.di setzt sich für die Anerkennung des Berufsbildes „Prostituierte“ ein. Einen ersten Schritt dahin machte die Gewerkschaft mit einem Musterarbeitsvertrag, der das Angestellten-Verhältnis zwischen Bordellbetreiber und Hure regeln soll. 2001 gab es zwei entscheidende Änderungen im erotischen Gesundheitswesen. Im Januar wurde die sogenannte „Bockscheinpflicht“ abgeschafft. Diese verpflichtete Prostituierte, sich mindestens einmal im Jahr auf sexuell übertragbare Krankheiten testen zu lassen. Seit Abschaffung des Scheins ist eine Untersuchung für Prostituierte freiwillig.

Um die Verbreitung von ansteckenden Krankheiten dennoch einzudämmen, rückte wenige Monate später ein neuer Paragraph in der bayerischen Hygieneverordnung an die Stelle des Bockscheins- die Kondompflicht. Diese verpflichtet Prostituierte, nicht ohne Kondom zu arbeiten. Ein Hinweis auf diese Pflicht muss überall, wo Prostitution betrieben wird, ausgehängt werden. Verstöße werden mit bis zu 10.000 Euro Strafe geahndet.

Warum das Rosenheimer Ordnungsamt häufig das Nachsehen hat im Kampf gegen illegale Bordelle, lesen Sie im nächsten Teil der Serie "Rotlicht Rosenheim"

rk/red

Quelle: rosenheim24.de

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