Festnahme nach Tötungsdelikt in Rottach-Egern

Rottach-Egern - Vor zwei Monaten wurde eine 65-jährige Boutiquebesitzerin in Rottach-Egern umgebracht. Nun hat die Polizei die Täterin gefasst:

Knapp zwei Monate ist es nun her, dass eine 65-jährige Boutiquebesitzerin in Rottach-Egern gewaltsam zu Tode gekommen ist. Die umfangreichen und auch über die Weihnachtsfeiertage von der Kripo Miesbach in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft München II vorangetriebenen Ermittlungen, führten nun zum Erfolg. Am Freitag wurde eine 48-jährige Frau wegen Mordes festgenommen. Mittlerweile hat sie die Tat gestanden.

Bekannt geworden war das Tötungsdelikt, nachdem eine Angestellte am Morgen des 06. November in der über der Boutique gelegenen Wohnung der 65-Jährigen nach dem Rechten sehen wollte und dabei deren Leiche fand. Ganz entgegen dem gewohnten Verhalten, war die Chefin zuvor nicht zur Arbeit erschienen.

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In der Folge wurde bei der Kriminalpolizeistation Miesbach die Ermittlungsgruppe „Seeblick“ gegründet und mit bis zu 25 Beamten und Beamtinnen in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft München II ermittelt. Fast rund um die Uhr erforschten die Beamten, die zeitweise auch von anderen Dienststellen unterstützt wurden und zudem die Operative Fallanalyse - sogenannte Profiler - eingebunden hatten, die Hintergründe der Tat und gingen dabei über 300 Einzelhinweisen nach. Eine Vielzahl an Überprüfungen, Recherchen und Auswertungen mussten abgearbeitet werden. Allein 800 Spuren wurden am Tatort gesichert und im Institut für Rechtsmedizin untersucht und ausgewertet. Insgesamt 92 Hinweise aus der Bevölkerung gingen bei der Polizei ein und wurden überprüft.

Am Freitag festgenommen

Die umfangreichen Nachforschungen von Staatsanwaltschaft und Polizei führten nun am Freitag, 04. Januar 2013, zur Festnahme einer tatverdächtigen Frau. Wegen Mordverdacht befindet sie sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Die aus Bad Wiessee stammende 48-Jährige kannte das Opfer aus einer kurzen Arbeitsbeziehung, die über zwei Jahre zurückliegt. Damals hatte sie nur für wenige Tage im Geschäft der 65-Jährigen gearbeitet und so Kenntnis auch über die Lebensverhältnisse des späteren Opfers erlangt. Nach jetzigen Erkenntnissen war in ihr der Entschluss gereift, die Boutiquebesitzerin zu berauben. Sie schaffte es am Abend des 05. November, kurz nach Geschäftsschluss gegen 18.00 Uhr, über die Wohnungseingangstüre in die Wohnung des Opfers zu gelangen und die 65-Jährige mit einem Messer zu bedrohen. So wie sich die Tat jetzt darstellt, setzte sich die Boutiquebesitzerin vehement gegen die Angreiferin zur Wehr. Im weiteren Verlauf des Handgemenges wurde sie mit dem Riemen einer Umhängetasche von der Tatverdächtigen erdrosselt. Danach nahm die 48-Jährige eine geringe Menge Bargeld, Schlüssel und Geldkarten der Geschädigten an sich und verließ die Wohnung.

Hinweise durch Geldkarte und Videoüberwachung

Bereits die ersten Ermittlungen der Kripo hatten ergeben, dass eine unbekannte Person bereits am Tag nach der Tat, mit der entwendeten Geldkarte der Geschädigten, Waren in Münchner Innenstadt-Kaufhäusern erworben hatte. Über die Auswertung von Videoüberwachungsanlagen in den Kaufhäusern, konnte in akribischer Detailarbeit eine blonde Frau als mutmaßliche Einkäuferin ausgemacht werden. Nach der Unbekannten wurde in der Folge auch mit Lichtbildveröffentlichung in den Medien gesucht. 47 konkrete Hinweise aus der Bevölkerung, auf blonde Frauen im gesamten oberbayerischen Raum, gingen darauf bei der Polizei ein. Darunter waren auch Mitteilungen zu der 48-Jährigen aus Bad Wiessee, auf die sich die Ermittlungen immer mehr konzentrierten. Weitere Hinweise, Ermittlungsergebnisse und Tatortspuren erhärteten in der Folgezeit den Verdacht gegen die tatverdächtige Frau.

Am Freitag, 04. Januar, griffen die Beamten schließlich zu und nahmen die Frau fest. Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung konnten Beweismittel sichergestellt werden, die eindeutig mit der Tat in Verbindung zu bringen sind. Nach den vorliegenden Erkenntnissen ist die Festgenommene allein für dieses Gewaltverbrechen verantwortlich und hatte keine Mittäter oder Helfer. Sie hat in Vernehmungen, im Beisein des zuständigen Staatsanwaltes, mittlerweile die Tat auch gestanden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II erließ die zuständige Ermittlungsrichterin am Amtsgericht München Haftbefehl wegen Mordes gegen die 48-Jährige. Sie befindet sich nun in einer Justizvollzugsanstalt.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizeistation Miesbach, unter Leitung der Staatsanwaltschaft München II, zur Klärung der genauen Hintergründe und Details der Tat, dauern weiter an.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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