Salmonellen-Alarm bei Wiesn-Ochsen

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Ochsen auf Gut Karlshof haben sich mit Salmonellen infiziert. Das Archivfoto zeigt Gutsverwalter Stephan Lieberth (l.) und Alfons Bauschmid, Leiter der Münchner Stadtgüter.

München - Salmonellen-Alarm auf Gut Karlshof, auf dem die Ochsen fürs Oktoberfest gemästet werden: Bei elf Tieren wurde eine Infektion mit den für Menschen gefährlichen Bakterien nachgewiesen. 266 der 476 Ochsen sind bereits geschlachtet.

Die „Heimat der Wiesn-Ochsen“ liegt im Norden von München. Seit Jahrzehnten werden auf dem städtischen Gut Karlshof in Ismaning jene Prachtochsen gezüchtet, die die Familie Haberl in der Ochsenbraterei auf dem Oktoberfest serviert. Doch nun kämpft man auf dem Gut bereits seit Monaten gemeinsam mit den Tierärzten vom Landratsamt München gegen eine seltene meldepflichtige Rinderseuche. „So etwas hat es bei uns noch nicht gegeben“, sagt Alfons Bauschmid, Leiter der Münchner Stadtgüter.

Im Herbst 2010 wurden bei einem der fast 500 Ochsen des Betriebs Salmonellen festgestellt. „Wir wissen nicht, wo es herkommt“, betont Bauschmid. Es – das ist das Bakterium „Salmonella Ohio“. Ein Stamm, der sich im Magen-Darm-Trakt von Rindern ansiedelt, aber anders als andere Salmonellen keinerlei Krankheitssymptome hervorruft. Weil die Bakterien aber dem Menschen gefährlich werden können, hat das Landratsamt strenge Auflagen verhängt.

Inzwischen sind 266 der 476 Ochsen, die in den drei Ställen auf dem Gut gemästet wurden, geschlachtet. Ergebnis der bakteriologischen Untersuchung, die für jedes der Tiere angeordnet war: Elf Ochsen hatten eine sogenannte Salmonellose. Das verseuchte Fleisch wurde fachgerecht entsorgt. 210 weitere Tiere werden in den kommenden Monaten in den Schlachthöfen in München und Waldkraiburg geschlachtet und anschließend untersucht.

„Es muss gewährleistet sein, dass kein krankes Tier in den Nahrungsprozess kommt“, erklärt Christine Spiegel, Sprecherin des Landratsamts München. Deshalb sei bereits im Herbst 2010 angeordnet worden, dass kein Tier aus dem Bestand entfernt und keines dazugekauft werden darf. Für das Schlachten gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen, sagt Spiegel. Die Ochsen dürfen mit keinem anderen Tier in Berührung kommen, gelagert werden sie dann in eigenen Kühlräumen, die Schlacht-Instrumente werden penibel desinfiziert. Nur wenige Schlachthöfe in Bayern sind für diese spezielle Schlachtung mit höchstem Hygieneaufwand gerüstet.

Nach der Herkunft der Salmonellen haben die Veterinäre erfolglos gesucht. „Menschen und Futter konnten als Infektionsherde ausgeschlossen werden“, sagt Spiegel. Stadtgüter-Chef Bauschmid vermutet deshalb, „dass das Bakterium durch einen Tierzukauf eingeschleppt wurde“. Endgültig zu klären sei das nun aber nicht mehr.

Zwei der drei Ställe auf Gut Karlshof sind inzwischen leer. „Wir haben sie leergeräumt und desinfiziert“, sagt Bauschmid. „Ziemlich aufwändig“ sei das gewesen. Die Proben, die das Veterinäramt danach in den Ställen genommen hat, waren negativ. Bald können nun neue Ochsen gemästet werden. „Es war sehr aufregend, bis wir gewusst haben, dass wir es jetzt im Griff haben“, gibt Bauschmid zu. Wenn im Herbst alle Tiere geschlachtet seien, „dann hoffen wir, dass wir das Problem los haben“.

Auf ihre Portion Ochs am Spieß müssen die Wiesn-Besucher aber nicht verzichten, beruhigt der Chef der Stadtgüter. „Frau Haberl hat 110 Ochsen bestellt – und die können wir auch liefern“, sagt er. Jene geschlachteten Tiere, bei denen die bakteriologische Untersuchung ohne Befund war, kommen in den Handel – also zum Beispiel aufs Oktoberfest. „So sicher wie dieses Fleisch ist bestimmt kein anderes“, sagt Landratsamt-Sprecherin Spiegel.

Von Caroline Wörmann

Quelle: Oktoberfest live

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