Salzlager voll: Der Winter kann kommen!

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Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt: Der Winterdienst streut teilweise bereits jetzt schon. Foto : Schlecker

Rosenheim - Für die Räumdienste hat der Winter schon begonnen. Bei Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt haben die Mitarbeiter bereits viel zu tun.

Kein Schnee, dafür viel Sonnenschein: Wintergefühle wollen derzeit noch nicht aufkommen. Für die Räumdienste hat der Winter aber schon lange begonnen. Bei Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt haben die Mitarbeiter bereits zu tun.

"Der Schichtdienst läuft, und gestreut wird stellenweise auch schon", berichtet Martin Rabe, Dienststellenleiter der Straßenmeisterei Rosenheim des staatlichen Bauamtes. Der Winterdienst ruht auf vielen Schultern. Der Bauhof ist für die Innenstadt zuständig, und da Rosenheim eine kreisfreie Stadt ist, auch für die dortigen Staats- und Bundesstraßen. Der Kreisbauhof betreut die Kreisstraßen und die Straßenmeisterei 321 Kilometer Staats- und Bundesstraßen außerhalb der Stadtgrenzen im Landkreis.

Natürlich gibt es für das Personal der Straßenmeisterei und der Bauhöfe auch im Sommer zu tun - Straßen müssen instandgehalten und Beschilderungen ausgetauscht werden, dazu fallen Grünpflege und Mäharbeiten an. Doch der Winter ist für die Bediensteten der Straßenmeisterei die härtere Jahreszeit. Einsätze in Schnee und Eis fordern, hinzu kommt die Belastung durch den Schichtbetrieb.

"Darum wünschen wir uns einen kurzen, nicht zu harten Winter", gesteht Rabe. Viele Jahre war er selbst fürs Schneeräumen zuständig. "Das ist ein harter Job, der vollste Konzentration verlangt", so der 39-Jährige. Mit winterlicher Romantik habe das nichts zu tun: "Man muss sich mit einem 3,40 Meter breiten Pflug durch den fließenden Verkehr bewegen, und Schneeflocken erschweren dabei noch die Sicht. In solchen Situationen denkt man kaum über die Schönheit der winterlichen Landschaft nach."

2004 ist Rabe zum Straßenmeister aufgestiegen und damit für Koordination und Planung des Winterdienstes zuständig. Seine Arbeit läuft antizyklisch. Wenn im Sommer an den Seen Badebetrieb ist, plant er die Einsätze der Räumfahrzeuge und die zu bestellende Salzmenge. Ist der Winter da, weilt er gedanklich schon wieder im Frühjahr und den damit verbundenen Arbeitseinsätzen.

Derzeit steht für Rabe fest: "Der Winter ist für uns in trockenen Tüchern." Alle erforderlichen Maßnahmen seien getroffen. Die Straßenmeisterei verfügt über drei Salzlager - eines in Bernau, eines in Bruckmühl und eines in der Greidererstraße in Rosenheim. Alle sind derzeit randvoll mit insgesamt 2500 Tonnen Streusalz. Hinzu kommt noch ein weiteres Salzlager mit 400 Tonnen in Kiefersfelden, das in Kooperation mit der Autobahndirektion betrieben wird.

Auch wenn das Staatliche Bauamt im vergangenen Winter nicht unter Salzknappheit zu leiden hatte, wurde dennoch das Salzmanagement den Ereignissen des letzten Winters angepasst. Als Neuheit gibt es heuer in Wasserburg ein Zentrallager, in dem sich der gesamte Winterbedarf von 40 000 Tonnen Salz befindet. Zugriff auf dieses Kontingent haben die Straßenmeistereien der staatlichen Bauämter Rosenheim und Traunstein sowie die Autobahndirektion Südbayern. "Bisher wurde im Winter das Salz über Lieferverträge bei der Salzindustrie aus Heilbronn und aus dem Lager Regensburg bezogen. Die Wege waren lang, was wertvolle Zeit kostete", erklärt Rabe.

Auch wenn sich der Schnee jetzt noch nicht blicken lässt, gestreut wurde schon an manchen Orten, etwa in schattigen Waldstücken oder auf Brücken. Bei der Straßenmeisterei Rosenheim sind dafür 25 Mann und zwölf Fahrzeuge zuständig. Fünf Fahrzeuge befinden sich im Besitz der Straßenmeisterei. Die anderen gehören beauftragten Unternehmen. Die Straßenmeisterei betreibt eine eigene Zentralwerkstatt, in der die Räumfahrzeuge ständig auf Vordermann gebracht werden.

Auch beim städtischen Bauhof Rosenheim ist man bestens gerüstet. Dort lagern 360 Tonnen Salz und in Stephanskirchen 500 Tonnen. Die Menge reicht, um einen harten Winter wie im vergangenen Jahr zu überstehen, als im Stadtgebiet rund 860 Tonnen verbraucht wurden.

Einsatzleiter Robert Lippold ist zuversichtlich, dass der Winter heuer nicht so extrem wird: "Dafür kommt der Schnee heuer schon zu spät." Wenn die weiße Pracht dann vom Himmel rieselt, sind in Rosenheim 26 Fahrer, acht Streufahrzeuge und 14 Räumfahrzeuge im Einsatz, bei Bedarf auch noch sechs Landwirte. In der Innenstadt kommt ein 50 Mann starker Fußtrupp zum Einsatz, um Gehwege zu räumen.

Der Schnee könnte also kommen, tut es aber wahrscheinlich so bald noch nicht. Davon sind Rabe und Lippold überzeugt, denn sie studieren die Wettervorhersagen ganz genau. "Da tut sich noch überhaupt nichts", meinen sie. Diese Einschätzung wird die Wintersportler wohl kaum freuen. Für die Räumdienste bedeutet die Wetterlage aber noch etwas Ruhe und die Hoffnung, dass der Winter 2011/2012 weniger extrem ausfällt als im Vorjahr.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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