Schallschutz, Baywa-Wiese und Hotel

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Rosenheim – Der städtische Baudezernent Helmut Cybulska informierte rund 150 Mitglieder und Zuhörer über die städtebauliche Zukunft der Stadt Rosenheim.

Rund 150 Mitglieder und Zuhörer ließen sich bei der Jahreshauptversammlung des Eigenheimervereins Happing und Umgebung – Kaltwies, Kaltmühle und Heilig Blut – im Saal des „Happinger Hofs“ vom Städtischen Baudezernenten Helmut Cybulska über die „städtebauliche Zukunft der Stadt Rosenheim“ mit Schwerpunkt auf den im Bereich Happing und Umgebung vorgesehenen Planungen informieren.

Der Schwerpunkt lag dabei auf den im Bereich Happing und Umgebung vorgesehenen Planungen.

In seiner Begrüßung meinte Vorstandsmitglied Werner Leberfinger fast wehmütig, noch vor einigen Jahrzehnten sei Happing ein ruhiger, fast idyllischer Ortsteil gewesen, in dem sich gut leben ließ, aber der sich heute leider mit rasanter Bautätigkeit, wachsender Einwohnerzahl und störendem Straßenverkehr konfrontiert sehe.

Klaus Hohmann, Vorsitzender des 395 Mitglieder zählenden Vereins, stellte Fragen in den Raum: "Ist ein Ende der regen Bautätigkeit in Happing in Sicht? Wie viel Straßenverkehr verträgt dieser Stadtteil noch, oder wird die Verkehrssituation in Happing zu einer ungelösten oder nicht mehr lösbaren Aufgabe?"

Cybulska sprach kurz die "großen Projekte" an, die Rosenheim für die nächsten Jahre beschäftigen werden: das Bahnhofsareal, die Entlastung der innerstädtischen Verkehre via Westtangende, die Bebauung des Mühlbachbogens und die Förderung von Handel und Gewerbe in der Innenstadt.

Alte Mühle und Bürgerhaus

Auf der Baywa-Wiese, neben der Alten Mühle, soll einmal das Bürgerhaus stehen, in dem auch Räume für den Spielmannszug vorgehalten werden sollen. Längs der Kufsteiner Straße ist ein längerer, mehrstöckiger Bürogebäudetrakt vorgesehen, der auch als Lärmschutz für die dahinter geplante lockere Wohnbebauung dienen soll.

Nach den Vorstellungen des Investors soll im Gebäudetrakt ein Aldi-Markt und ein Hotel samt Parkplätzen Platz finden. Ein Grüngürtel werde den massiven Gebäudetrakt längs der Kufsteiner Straße von der dahinter gelegenen, kleinparzelligen Eigenheimsiedlung bis hin zum Pfarrzentrum abschirmen. Für die Alte Mühle, so der Referent, gebe es noch kein wirtschaftliches Nutzungskonzept.

Ein neues Verkehrsproblem, möglicherweise ein Verkehrschaos, könne in nächster Zeit auf die Stadt zukommen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Bahnbrücke Kufsteiner Straße höchstens noch fünf Jahre halten werde, dann müsse sie partiell abgebrochen und erneuert werden, was eine Vollsperrung während der etwa anderthalbjährigen Bauzeit bedeuten werde; der Zugverkehr werde hingegen nicht unterbrochen.

Schutz vor Bahnlärm wird es für Alt-Happing geben, wenn die Schallschutzmaßnahmen an der Bahnlinie bei Egarten abgeschlossen sind. In Fortsetzung werden dann Schallschutzwände an der an Happing vorbeiführenden Bahnlinie installiert. Baubeginn dürfte 2012/13 sein, unabhängig davon, wie die Lösung für die beiden dortigen, höhengleichen Bahnübergänge aussehen wird.

Die Zukunft des südlichen Bahnüberganges an der Seestraße ist laut Cybulska derzeit ungewiss, denn es heiße, ein Unternehmer wolle am Happinger See ein nobles Hotel errichten und deshalb bedürfe es einer bequemen Zufahrt dorthin. Hinterfragt wurden auch die weiteren Wohnbau- und Straßenausbaumaßnahmen in der Heimstraße und in der Hochwaldstraße wegen möglicher "Windwurfgefahren" am Waldrand sowie des Begegnungs- und Ausweichverkehrs. Fast eine Stunde lang beantwortete der Baudezernent geduldig Fragen.

"Es geht um Baudichte und Verkehr"

"Es geht nicht darum, dass gebaut wird, es geht uns in erster Linie um die Baudichte und um die Art der Bebauung. Wer Discounter, Gewerbebetriebe, Wohnungsbau und ein Hotel auf diesem Areal plant, muss sich auch mit allen Auswirkungen auf die bereits bestehende problematische Verkehrssituation befassen", erklärte Hohmann. Der Vorstand des Eigenheimervereins hält eine Nutzfläche von maximal 10000 Quadratmeter für ausreichend und angemessen. Der Parkplatzbedarf sollte etwa 200 rund um die Uhr zugängliche Plätze umfassen. Während die Aldi-Umsiedlung mitgetragen werde, sieht der Verein keinen Bedarf für Einzelhandelsgeschäfte oder die Ansiedlung eines Hotels. Nur mit einer praktikablen Zu- und Abfahrtsregelung könne das zu erwartende Verkehrsaufkommen bewältigt werden.

Diese Beschlüsse wurden bei der Informationsveranstaltung bekannt gegeben und zwischenzeitlich den politisch Verantwortlichen der Stadt zugestellt. "Wir sehen die Lebens- und Wohnqualität in Happing durch die stetige Zunahme an Gewerbebetrieben, Wohnungsbebauung und Straßenverkehr erheblich gefährdet. Erhalten wir gemeinsam Happing auch in Zukunft als einen lebens- und liebenswürdigen Stadtteil und lassen es nicht zu einem Opfer von blinder Bauwut und unersättlichem Profitstreben werden", appellierte Hohmann an die Verantwortlichen.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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