"Bussi-Schorschi": Dressurplatz als Zankapfel

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Der Bauausschuss der Gemeinde Schechen hat die nachträgliche Genehmigung für den Dressurplatz in Pfaffenhofen verweigert.

Schechen - Neuer Ärger für Georg Weiss! Für die Haltung des Gemeinderats hat er kein Verständnis: "Ob Kühe oder Pferde auf der Koppel stehen, macht doch keinen Unterschied!"

Georg Weiß alias "Bussi-Schorschi" liegt neben dem Streit um seinen "Event-Stadl" in Wurzach auch wegen des Bebauungsplans "Pfaffenhofen am Inn - Teilbereich westlich des Steinbrückweges" mit der Gemeinde Schechen im Clinch. Auch gegen diesen Bebauungsplan hat Weiß eine Normenkontrollklage beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) München erhoben. Trotz des noch nicht entschiedenen Verfahrens hat er jetzt nachträglich die bereits erfolgte Errichtung eines Aufenthaltsraumes und Dressurplatzes auf seinem Grundstück in Pfaffenhofen beantragt.

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Der bereits vorhandene Reit- und Dressurplatz sowie die private Hobby-Pferdehaltung werden von Mietern auf dem Grundstück des Juniorchefs der Firma Weiß im Steinbrückweg 17 in Pfaffenhofen mit seiner Duldung betrieben. Das Anwesen liege planungsrechtlich im Geltungsbereich des Bebauungsplanes, wie Bürgermeister Hans Holzmeier in der jüngsten Sitzung des Schechener Bauausschusses erläuterte.

Bereits Anfang Januar habe das Landratsamt Rosenheim eine Baukontrolle durchgeführt und Weiß zur Antragstellung aufgefordert. Wie Landratsamt-Pressesprecher Michael Fischer gegenüber dem OVB bestätigte, sei die Reitanlage genehmigungspflichtig: "Sie wurde errichtet, ohne dass zuvor ein Antrag gestellt wurde." Deshalb sei Weiß vom Landratsamt aufgefordert worden, einen Bauantrag einzureichen.

Holzmeier erinnerte das Gremium daran, dass der Antragsteller gegen den ursprünglich gültigen, seit 2007 bestehenden Bebauungsplan eine Normenkontrollklage beim VGH München erhoben habe. Hierüber sowie über die seit Januar dieses Jahres geltende ergänzte Fassung des Bebauungsplanes habe das Gericht noch nicht abschließend entschieden. Bislang sei der Bebauungsplan aber gerichtlich auch nicht außer Vollzug gesetzt worden.

Wie in der Sitzung verlautete, wird auf dem Anwesen von Weiß im Steinbrückweg eine Hobby-Pferdehaltung mit Stall, Miststatt, Reit- und Dressurplatz sowie einem Aufenthaltsraum betrieben. Ungeachtet der Frage, ob dies als Nebenanlage zu betrachten und in dem Mischgebiet unter dem Gesichtspunkt des Rücksichtnahmegebots überhaupt zulässig sei, widerspreche der nachträglich beantragte Aufenthaltsraum und Dressurplatz den Festsetzungen des Bebauungsplanes, so die Einschätzung der Verwaltung. Der Grund: Es seien in diesem Bereich überhaupt keine Baugrenzen und Flächen für Nebenanlagen, sondern nur eine landwirtschaftliche Grünordnungsfläche festgesetzt.

"Das Vorhaben könnte deshalb bauplanungsrechtlich allenfalls nur unter Erteilung einer Befreiung zugelassen werden", sagte der Rathauschef. Unabhängig von der Frage, ob hierfür die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen würden, "sollte der Erteilung allein schon wegen des noch anhängigen Normenkontrollverfahrens nicht zugestimmt werden".

Wie Holzmeier ergänzte, wären die Vorhaben auch im Falle eines fehlenden oder unwirksamen Bebauungsplanes nicht zustimmungsfähig, da deren Standort bauplanungsrechtlich dann im Außenbereich liegen würde. Hier sei eine private Hobby-Pferdehaltung mangels Privilegierung unzulässig.

Weiß versteht Gemeinde nicht

Georg Weiß kann die Haltung der Gemeinde nicht verstehen, wie er gegenüber unserer Zeitung erklärte: "Auf diesem Grundstück gibt es bereits seit 30 Jahren Pferdehaltung. Es handelt sich hier um eine reine landwirtschaftliche Nutzung. Ob Kühe oder Pferde auf der Koppel stehen, macht doch keinen Unterschied", so Weiß. Nicht ihm, sondern den "armen Mietern und Pferden" würde der Gemeinderat mit seiner Ablehnung schaden.

Das Gremium war sich einig, dem Bauantrag von Georg Weiß junior sowie der Erteilung der gegebenenfalls erforderlichen Befreiung von den Bebauungsplan-Festsetzungen keine Zustimmung zu erteilen.

Daniela Lindl/Oberbayerisches Volksblatt 

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Quelle: rosenheim24.de

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